Winkelstück in Villigst bleibt voller Schlaglöcher – Das freut die Anwohner

dzKaputte Straße

Die Straße Am Winkelstück in Villigst ist eine Holperpiste mit Schlaglöchern und unterschiedlichem Straßenbelag. Und das bleibt auch vorerst so. Die Nachbarn haben sich dafür eingesetzt.

Villigst

, 05.02.2020, 12:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Straße am Winkelstück in Villigst bleibt vorerst so wie sie ist. Tiefe Löcher und Buckel im Asphalt. Das ist auch ganz im Sinne der Anwohner, die befürchten, dass mit der Sanierung hohe Abgaben auf sie zukommen. Damit beendete der Planungsausschuss des Rates am Dienstagabend die lang anhaltende Diskussion, wie teuer und umfangreich die Buckelpiste saniert werden solle.

Erst nach Ausbau der B236 wird saniert

Auf Antrag der CDU hatte sich der Ausschuss erneut mit dem Thema beschäftigt: Die Straße soll erst dann repariert werden, wenn der Ausbau der B236 abgeschlossen ist. Denn schon jetzt würde jede Verkehrsstörung auf der B 236 oder der Autobahn zu mehr Verkehr Am Winkelstück führen.

Außerdem soll die Straße wegen der schlechten Fahrbahnoberfläche durchgängig als Tempo 30 Zone ausgewiesen werden. Im Bereich der Bahnunterführung soll zudem ein absolutes Halteverbot für eine bessere Durchfahrt sorgen. Letzteres sei schon nach Gesprächen mit den Bürgern schon angeordnet, erklärte Stadtplaner Christian Voecks.

Jetzt lesen

Damit ist zwar das Thema teuerer Ausbau vorerst vom Tisch. Doch auch wenn nicht sofort, mittelfristig werden die Anwohner dennoch zu Beiträgen für die Sanierung herangezogen. Denn die neue schwarz-gelbe Landesregierung hat zwar die Grundlagen geändert und zumindest die Spitzensätze gesenkt. Komplett wollte man sich aber eben nicht von der Beteiligung der Anwohner am Straßenbau verabschieden.

Diskussion über Politik in Düsseldorf

Genau über dieses Thema gerieten sich dann die Schwerter Ratsvertreter am Dienstag in die Haare. Denn die SPD hat auf Landesebene die Abschaffung der Bürgerbeiträge gefordert. „Unserer Resolution hierzu wollten sie ja nicht zustimmen“, so SPD-Sprecher Heinz Haggeney in Richtung CDU. Für die antwortete Bernd Krause: Das könne man in der Opposition gut fordern. „Sie hatten ja jahrelang in der Regierung Zeit das KAG (Kommunalabgaben-Gesetz) zu ändern.“

Interessanter für die nahe Zukunft ist wohl die Frage, wie die Straße eingestuft wird. Denn je mehr Verkehr von außerhalb dort unterwegs ist, desto weniger Anteil müssen die Anwohner an der Baukosten tragen.

Entscheidend ist der Verkehr auf der Strecke

Einen anderen Weg zeigte WfS-Vertreter Thomas Keuthen auf: Wenn sich die Strecke tatsächlich als Umleitung für die B236 entpuppe, dann müsse man sehen, ob man einen Teil der Kosten auf den Bund umlegen könne.

Die Anwohner haben zumindest bereits einmal den Verkehr gezählt und wollen damit belegen, dass die Strecke durchaus als Durchgangsstraße und eben nicht als Anwohnerstraße genutzt wird. Ihnen stößt zudem besonders auf, dass sie ausbaden müssten, dass an der Straße jahrelang nichts gemacht wurde. Außerdem habe man immer wieder bei Leitungsarbeiten dort nur mangelhaft den Straßenbelag geflickt.

Jetzt lesen

Der sei übrigens nur noch 4 bis 5 Zentimeter dick, so der neue Stadtplaner Christian Vöcks. Normalerweise wären dort 20 Zentimeter notwendig. Deshalb werde man nicht um einen Ausbau herumkommen. Und der ist anders als simple Reparaturarbeiten umlagefähig.

Zur Sitzung des Ausschusses im Bürgersaal des Rathauses am Dienstagabend kamen rund 30 Anwohner. Der gefasste Beschluss deckt sich mit den Forderungen, die im Vorfeld von der Bürgerinitiative erhoben wurde.

Die sieht aber auch noch Nachregelungsbedarf in Düsseldorf: „Schon jetzt lässt sich absehen, dass die Novellierung des Paragrafen 8 des KAG der Landesregierung nicht die angedeuteten 50 Prozent Reduzierung bei der Kostenbeteiligung der Eigentümer bei Straßensanierungen bringen wird, daher ist das Gesetz nach wie vor die Schuldenfalle für die Eigentümer“, schreibt in deren Namen Anwohner Robert Schlitt.

Deshalb fordere man nach wie vor die Abschaffung des Paragrafen 8 im KAG.

Lesen Sie jetzt