Giftiger Eichenprozessionsspinner: Ruhrtalradweg gesperrt

dzUmweltgefahr

Ihre giftigen Brennhaare können böse Entzündungen auslösen: Weil Raupen des Eichenprozessionsspinners auf Bäumen entdeckt wurden, hat die Stadt Iserlohn ein Teilstück des Radwegs gesperrt.

Hennen

, 29.05.2020, 16:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Achtung, Eichenprozessionsspinner am Ruhrtalradweg: Weil die gefährlichen Raupen in Hennen mehrere Bäume befallen haben, hat die Stadt Iserlohn am Freitagmittag ein Teilstück der beliebten Freizeitverbindung in dem nördlichen Ortsteil gesperrt. Betroffen ist der Abschnitt zwischen der Ohler Mühle und der Lenninghauser Straße. Als Ausweichmöglichkeit schlägt die städtische Pressestelle eine Route über den Ohler Weg vor.

Raupen krabbelten auf zwei Bäumen an der Strecke

Durch Hinweise aus der Bevölkerung war das Rathaus auf das Vorkommen des Eichenprozessionsspinners aufmerksam gemacht worden. Bei einer Kontrolle bestätigte sich die Befürchtung. An zwei Eichen krabbelten die Raupen des Nachtfalters, von denen eine Gesundheitsgefahr für den Menschen ausgeht. „Bei Kontakt mit den giftigen Brennhaaren kann es zu langwierigen Entzündungen der Haut und Schleimhäute sowie der unteren Atemwege kommen“, warnt die Stadt Iserlohn. Die Gefahr bestehe nicht nur bei direktem Kontakt, denn die feinen Brennhaare auf der Haut der Tierchen könnten schon bei leichtem Wind weit durch die Luft getragen werden.

Ein Teilstück des Ruhrtalradwegs in Iserlohn-Hennen musste wegen des Eichenprozessionsspinners gesperrt werden.

Ein Teilstück des Ruhrtalradwegs in Iserlohn-Hennen musste wegen des Eichenprozessionsspinners gesperrt werden. © Björn Althoff (A)

Weitere Eichenprozessionsspinner wurde vom Gelände der Alten Schule in Drüpplingsen gemeldet. Dort sollten - so die Stadt Iserlohn - die Raupen durch ein Absaugverfahren von der Eiche beseitigt werden. Auch bei dem Befall am Ruhrtalradweg wurde ein Fachunternehmen mit dem Absaugen beauftragt. Man hoffte, den Radweg im Laufe des Freitags noch wieder freigeben zu können.

In Schwerte war schon wieder der Westhellweg betroffen

Auch in Schwerte war der Eichenprozessionsspinner in dieser Woche wieder aufgetreten. Wie bereits im Vorjahr wurde er an Bäumen am Westhellweg entdeckt. Die Schädlinge hatten sich schon über zwölf oder dreizehn Stämme verbreitet. Nach Hinweisen von Bürgern beseitigte der Bauhof die Raupen durch Absaugen. Zuvor hatte das eingesetzte Mitarbeiter-Team die Tiere mit Haarspray besprüht, um die Brennhaare zu verkleben. Das sollte die Gefahr vermindern, dass die Haare durch die Luft geweht werden könnten. Trotzdem wurden während der Aktion Schutzanzüge getragen.

Raupen kriechen in Prozessionen den Stamm hinauf

Wie die Stadt Iserlohn hinweist, finden sich die Raupen nicht nur auf Eichen, sondern auch auf Hainbuchen. Dort lebten sie in kleineren Gruppen von wenigen Dutzend Tieren. Man erkenne sie an den namensgebenden „Prozessionen“ auf ihrem Weg den Stamm hinauf. Wer die Raupen entdeckt, solle Abstand halten und sofort weggehen: „Es sollten keinesfalls Versuche unternommen werden, die Raupen auf eigene Faust zu beseitigen.“ Dafür gebe es spezialisierte Unternehmen mit geschultem Personal und technischen Mitteln.

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