Rückstau von Hörder Straße reicht oft bis auf die Autobahn zurück - Wann es besser wird

dzGroßbaustelle auf der B236

Seit Wochen lähmt die Großbaustelle auf der Hauptkreuzung B236/Heide-/Bergstraße den Verkehrsfluss. Das Schlimmste ist bald überstanden - aber nicht für alle Autofahrer.

Schwerte

, 18.10.2019, 05:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Auf der Hörder Straße bewegt sich nichts. Aus der Nordumgehung „Am Eckey“ kommt man kaum heraus. Genauso wie aus der Ausfahrt von der A1, wo sich der Verkehr bisweilen bis auf die Autobahn zurückstaut, wie Leserin Karin Chiesura beobachtet, seit auf der Hauptkreuzung Hörder-/Heide-/Bergstraße am Stadtausgang die Bagger regieren.

„Diese Baustelle ist eine Zumutung für jeden Autofahrer in beide Richtungen“, klagt die Pendlerin, die sich jeden Nachmittag durch den Stau nach Dortmund quälen muss. Die längste Zeit hat das zumindest der geradeaus fließende Verkehr auf der Hörder Straße inzwischen überstanden. „Ich gehe davon aus, dass wir Anfang übernächster Woche die Kreuzung wieder freigeben können“, erklärt Martin John, der Technische Leiter der Stadtwerke Schwerte.

Gemeint ist damit allerdings nur der direkte Kreuzungsbereich, wo derzeit in jede Richtung nur eine seitlich verschwenkte Fahrbahn zur Verfügung steht. Für die Benutzer der Heide- und Bergstraße ist vorerst keine Besserung in Sicht. Sie werden noch etliche Wochen mit den derzeitigen Sperrungen leben müssen - vielleicht sogar noch bis Ende November.

Zwölf Leerrohre queren die Hörder Straße

Das heißt: weiter keine Ausfahrt aus der Heidestraße zur B236, keine Einfahrt von der B236 in die Bergstraße. Denn in den beiden Seitenstraßen bleiben die großflächigen, tiefen „Kopflöcher“, in denen die alten und neuverlegten Versorgungsleitungen miteinander verbunden werden müssen.

In dem „Kopfloch“ neben dem geschlossenen China-Restaurant Soma an der Bergstraße herrscht derzeit der meiste Betrieb. Von einer Tiefe von rund drei Metern führt ein breiter Graben immer tiefer ins Erdreich hinab, bis er sechs Meter unter dem Asphalt die Hörder Straße quert.

Im Vorbeifahren sind die Arbeiter kaum zu erkennen, die in dem matschigen Grund ein Dutzend Leerrohre verlegt haben. Sie verraten sich höchstens, wenn der Bagger mal seinen Greifer bewegt.

Rohre müssen Platz machen für Arbeiten auf B236

Durch die schwarzen Rohre werden alle Versorgungsleitungen geschoben, die künftig schnurgerade von der einen auf die andere Seite der B236 führen werden. Das ist nötig, weil ihr bisheriger Verlauf beim geplanten Ausbau der Bundesstraße im Wege ist.

Rückstau von Hörder Straße reicht oft bis auf die Autobahn zurück - Wann es besser wird

Vom Trafohäuschen (im Hintergrund) an der Bergstraße müssen die Stromkabel durch die Leerrohre unter der Hörder Straße hinweggeführt werden. © Reinhard Schmitz

Der Anschluss ist kifflig: Damit die Stromversorgung nicht unterbrochen wird, können nicht alle Kabel zugleich vom Trafohäuschen Bergstraße abgetrennt und neu verbunden werden. Leitung für Leitung müssen sich die Elektriker voranarbeiten.

Getoppt wird der Aufwand nur von der Trinkwasserleitung. Hier wird das Rohr zunächst mit einer Wasser-Druckprobe auf seine Dichtigkeit geprüft und dann gereinigt. Anschließend muss noch eine Wasserprobe genommen und ins Labor geschickt werden. „Das dauert eine Woche, bevor die Leitung in Betrieb gehen kann“, sagt Martin John. Vorsorglich lässt er außerdem noch die dicke gelbe Gasleitung für das Gartencenter Augsburg, die am Soma die Bergstraße kreuzt, aus dem Baustellenbereich herausverlegen. Sie soll nicht stören, wenn die B236-Ausbauer hier die Fundamente für eine Lärmschutzwand setzen.

Graben wird in der nächsten Woche wieder verfüllt

Aus dem unmittelbaren Kreuzungsbereich der Hörder Straße wird der tiefe Graben sich in der nächsten Woche Schritt für Schritt zurückziehen. Bereits am Montag, 21. Oktober, werden Betonsilo-LKW die Mischung aus Beton und Sand herankarren, mit der er verfüllt wird.

Am Dienstag - so die Planung - holt die ausführende Firma dann die Holzwände und Streben aus dem Boden heraus, die als seitliche Abstützung und Verbau dienten. Danach wird der Boden verdichtet, um schließlich die Asphaltschicht aufnehmen zu können. Die Autofahrer auf der B236 warten sehnlichst darauf.

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