Der Mehrgenerationen-Spielplatz an der Friedrich-Hegel-Straße. © Manuela Schwerte
Meinung

Rollator-Teststrecke und Senioren-Spielplatz: Wundert euch nicht über Kindermangel

Die Statistik des Landes zeigt auf: In Schwerte gibt es kreisweit die wenigsten Kinder und Jugendlichen. Das ist kein Wunder. Da hat man ja auch viel für getan, findet unser Autor.

Warum leben in Schwerte weniger Kinder und Jugendliche als in anderen Städten des Kreises? Schließlich gibt es hier vier weiterführende Schulen, Kindergartenplätze und ein verhältnismäßig gutes Angebot an Kinderbetreuung. Doch damit hat es sich. Für viele Jugendliche ist das Spannendste an der Ruhrstadt der Nachtbus nach Dortmund.

Politik überwiegend für das eine Ende des Altersbaums

Denn jahrzehntelang bestand die Politik in Schwerte daraus, das weite Feld des demografischen Wandels nur an einem Ende anzupacken. Mehr Seniorenwohnungen, sogar Spielplätze für Senioren (die übrigens weitgehend ungenutzt blieben) und ähnliche Ideen wurden ausgebrütet.

Es gibt eine Rollator-Teststrecke, an der ich zweimal täglich vorbei komme und auf der ich noch nie auch nur einen Rollator-Nutzer gesehen habe.

Spielplätze wurden dagegen aus finanziellen Gründen im großen Stil geschlossen. Ein Ratsausschuss mit dem Titel Generationenausschuss wurde gebildet. Doch der Name täuschte, man hatte hier doch überwiegend die ältere Generation im Blick. Kein Wunder, der Großteil der Ratsmitglieder war damals und ist auch heute noch altersmäßig näher an der Pensionsgrenze als am Abitur.

Wegen ein paar Spielplätzen gibt es nicht plötzlich mehr Kinder, kann man einwenden. Das stimmt vermutlich, aber es zeigt ein Klima in der Stadt auf. Und das ist alles andere als jung und frisch.

Über den Autor
Redaktion Schwerte
Ist mit Überzeugung Lokaljournalist. Denn wirklich wichtige Geschichten beginnen mit den Menschen vor Ort und enden auch dort. Seit 2007 leitet er die Redaktion in Schwerte.
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Heiko Mühlbauer

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