Rohrmeistereichef bittet um Hilfe: Gutscheine und Tickets jetzt kaufen

dzCoronavirus in Schwerte

In der Rohrmeisterei steht alles still. Deshalb hofft man jetzt auf die Gäste, die Gutscheine und Tickets kaufen sollen Und auch Chef Tobias Bäcker trägt sein Scherflein bei.

Schwerte

, 18.04.2020, 05:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Vier Wochen Corona-Lockdown liegen hinter der Rohrmeisterei – als Restaurant und auch als Eventlocation. Und weitere Wochen mit Einschränkungen stehen noch bevor. Während langsam wieder die ersten kleinen Geschäfte öffnen dürfen, bleiben an der Ruhrstraße weiterhin die Türen zu.

Denn der Freizeitsektor – so viel dürfte inzwischen jedem klar sein – wird in der Coronakrise wahrscheinlich erst ganz zum Schluss wieder hochgefahren.

Was das für die Rohrmeisterei heißt: vorerst kein Umsatz, aber bei hohen weiterlaufenden Kosten. Deshalb bittet die Bürgerstiftung Rohrmeisterei jetzt öffentlich um Hilfe. „Helfen Sie der Rohrmeisterei, indem Sie sich selbst oder anderen Vorfreude schenken“, hieß es am Freitag in einem Facebook-Post.

Gutscheine, Tickets und Investitionen sollen helfen - und haben schon geholfen

Man hofft, dass die Menschen, die immer gerne in der alten Lagerhalle gegessen, gefeiert, Konzerten oder Lesungen gelauscht haben, jetzt aktiv werden und die Location unterstützen.

Das geht, indem jetzt schon Tickets für Veranstaltungen im Herbst gekauft werden. Auch Plätze für den Weihnachtsbrunch oder das Silvestermenü können schon gebucht werden. Das gilt auch für Tastings, Kochkurse und Küchenpartys. Wer sich nicht entscheiden will, könne auch einfach den allgemeinen Wertgutschein der Rohrmeisterei kaufen und ihn nach Belieben einlösen.

Wer noch mehr tun will – so heißt es auf Facebook – der könne auch in die Rohrmeisterei investieren oder die Stiftung mit ihren Kultur- und Jugendprojekten finanziell unterstützen.

Tobias Bäcker: „Wir werden das schon stemmen.“

Rohrmeisterei-Chef Tobias Bäcker kann sich scheinbar auf seine Gäste und Partner verlassen: „Wir hören jetzt schon, dass viele positiv reagieren. Wir haben in den ersten Stunden schon viel Unterstützung erfahren.“

Die erste Lockdown-Phase, die eigentlich nur bis zum 19. April gehen sollte, hat man überstanden. Jetzt gilt es, die Zeit bis zum 4. Mai zu schaffen. „Wir sind da gerade sehr zuversichtlich. Die Situation hat sich durch den Aufruf in den letzten Tagen schon etwas entspannt“, sagt Bäcker zuversichtlich, „Wir werden das schon stemmen“.

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Keine öffentlichen Hilfen für die gemeinnützige Bürgerstiftung

Auf öffentliche Hilfen kann er gerade nicht hoffen. Denn die Rohrmeisterei wird von der Bürgerstiftung getragen, einer gemeinnützigen Organisation. „Die Corona-Hilfen der KFW richten sich nur an Unternehmen, die auf Gewinn ausgerichtet arbeiten“, erklärt Bäcker. „Und so, wie es bei anderen Kultureinrichtungen läuft, dass öffentliche Förderungen frühzeitig ausgezahlt werden, funktioniert hier nicht. Wir erhalten nämlich auch sonst keine Förderung.“

Und noch gibt es eben auch keine Hilfspakete für gemeinnützige Organisationen. Bäcker hofft, dass die Politik dort noch nachjustiert.

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Schon seit zwanzig Jahren sei das Budget für die Rohrmeisterei „immer knapp auf Kante genäht“. Alle Überschüsse aus der Gastronomie „werden direkt dafür eingesetzt, das Denkmal zu erhalten, seine Säle für Gemeinnützige mietfrei bereitzustellen und Theater-, Musik-, Kunst-, Literatur-, Integrations- und Jugendprojekte der Bürgerstiftung Rohrmeisterei und ihrer Partner zu verwirklichen. Ohne Subventionen, Zuschüsse und Förderungen.“

Kurzarbeit fürs Team, Ehrenamt für die Geschäftsführung

Die Mitglieder der Bürgerstiftung wollen sogar noch einen Schritt weitergehen: Benefizveranstaltungen sind in Planung und die gemeinnützigen Rohrmeisterei-Nutzer werden zukünftig um eine freiwillige Kostenmiete gebeten.

Für das Team in der Rohrmeisterei wurde bereist Kurzarbeit angemeldet. Die Geschäftsführung selbst arbeitet gerade ehrenamtlich. So will man die fehlenden Erlöse aus Veranstaltungen und Gastronomie zumindest ein wenig abfedern. Denn eins ist Bäcker auch klar: „Auch wenn wir wieder öffnen, müssen wir sehen, wie sich das Gästeverhalten entwickelt. Wir sind noch weit vom Normalzustand entfernt.“

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