Drei Windräder in der Höhe des Main-Towers an der Stadtgrenze geplant

dzWindkraft

Auf Schwerter Stadtgebiet plant die Abo Wind zwei Windkraftanlagen. Schon das sorgt für Bürgerprotest. Doch direkt hinter der Stadtgrenze sollen drei noch viel größere Windräder entstehen.

Schwerte

, 26.08.2020, 17:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

In Ergste plant die Firma Abo Wind zwei große Windräder. Doch damit sind die Planungen des Unternehmens, das bundesweit Windkraftanlagen baut, im heimischen Raum noch nicht beendet. „Wir planen am Standort „Schälker Heide“ nordwestlich von Iserlohn in der Gemarkung Letmathe, angrenzend an die Stadt Schwerte, einen Windpark“, steht auf der Internetseite der Abo Wind. Nach Ansicht des Unternehmens seien dort insgesamt drei Windräder möglich. Und für zwei davon hat man bereits eine Bauvoranfrage gestellt, die der Märkische Kreis positiv beschieden hat.

240 Meter hoch, direkt am Bürenbrucher Weg

Die neuen Windräder sollen zwischen Bürenbruch, Grürmannsheide und der Siedlung Stübbeken in unmittelbarer Nähe zum Bürenbrucher Weg entstehen. Und sie werden noch höher sein als die Anlagen, die man auf Schwerter Seite plant. „Bei den Anlagen wird es sich voraussichtlich um Windenergieanlagen mit rund 5,7 Megawatt installierter Leistung und einer Gesamthöhe von ca. 240 Metern handeln“, schreibt die Firma. Damit sind die Windräder zwar schlanker, aber genau so hoch wie der Main-Tower in Frankfurt. Der genaue Anlagentyp stehe heute noch nicht fest und werde in Kürze ausgewählt.

Strom für knapp 22.000 Haushalte

Mit dieser Höhe können sie mit der größten Windkraftanlage der Welt mithalten, die ist nur 6 Meter höher und steht in Baden-Württemberg. Rund 13.000 Haushalte würden die drei Windräder, die man in Iserlohn aufbauen könnte, theoretisch mit Strom versorgen, sagt die Abo Wind. Die beiden auf Ergster Gebiet geplanten Anlagen könnten nochmal zusätzlich 8800 Haushalte versorgen.

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Ähnlich wie in Ergste gibt es auch in Iserlohn Proteste von Nachbarn, Kommunalpolitikern und Landschaftsschützern. Zumal hier die Anlagen im Landschaftsschutzgebiet „Märkischer Kreis“ geplant sind. Die Abo Wind argumentiert: „Es handelt sich um ein waldgeprägtes Gebiet mit Laub- und Nadelwald. Alte Laubwälder sind nicht vorhanden, es dominieren Nadelforste und durch den Orkan Kyrill 2007 verursachte Windwurf- beziehungsweise Aufforstungsflächen. Die Nadelwaldbereiche sind bedingt durch Trockenheit und Borkenkäfer bereits großflächig verschwunden.“

Protest kam auch vom Naturschutzbund

Dem tritt der Naturschutzbund Deutschland (Nabu) entgegen. „Bei dem von der Planung betroffenen Waldgebiet handelt es sich nicht wie im Windkrafterlass NRW für Waldgebiete vorgesehen um minderwertigen Nadelwald, sondern auf beiden Seiten der Kreisgrenze um einen vielfältig strukturierten, mit tiefen Siepen und Feuchtregionen durchzogenen Mischwald, der durch wertvollen alten Laubwaldbestand bereichert wird. Dass es hier auch Parzellen geschädigten Nadelwald gibt, steht außer Frage.“ Außerdem verweisen die Naturschutzverbände auf ein Brutrevier des hoch geschützten Rotmilans, das sich auf Schwerter Gebiet circa 750 Meter von den geplanten Windrädern entfernt befinde.

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Auch die CDU in Iserlohn positionierte sich gegen die neuen Windräder. Doch auch für Iserlohn gilt: Es entscheidet nicht die Stadt, sondern der Landkreis. Denn der ist für den Landschaftsschutz zuständig.

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