Restaurants offen: Im Schutz von Trennscheiben wieder auswärts essen

dzCoronakrise in Schwerte

Fast zwei Monate lang durften die Restaurants wegen der Coronakrise nicht öffnen. Das ist jetzt vorbei. Die ungewohnten Schutzmaßnahmen nehmen Gastronomen und Gäste gern in Kauf.

Schwerte

, 13.05.2020, 11:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Sie sehen so aus, als hätten sie schon immer zwischen den Holztischen der Gäste gestanden. So ansprechend und akkurat hat Ante Jovic die Plexiglas-Trennscheiben gestaltet. Sogar das Stier-Logo seines Restautants Steakhaus Ostentor hat der Geschäftsleiter kunstvoll auf die durchsichtigen Platten aufgetragen.

Schon vor sieben Tagen hatte er begonnen, seine Gasträume mit den Coronaschutz-Sicherungen auszustatten - als hätte er geahnt, dass der Betrieb doch irgendwann wieder losgehen müsste.

Mitarbeiter eiligst aus der Kurzarbeit zurückgeholt

Als dann Ende vergangener Woche das Land NRW endlich das Ende der Gaststätten-Schließungen verkündete, konnte alles ganz schnell gehen. „Am Freitag kam die Nachricht, am Samstag haben wir die ersten Waren gebracht“, berichtet Ante Jovic.

Alles musste neu von den Großmärkten geholt werden, da seine Küche auf Frischeprodukte setzt. Gleichzeitig wurden die Mitarbeiter, die in Kurzarbeit geschickt worden waren, per Telefon wieder zusammengetrommelt. Mit viel Elan putzten sie zwei Tage lang die Gasträume, die fast zwei Monate lang im zwangsweisen Dornröschenschlaf gelegen hatten.

Mit Handschuhen und Mundschutzmaske bedienen die Kellner im Restaurant Ostentor ihre Gäste. Desinfektionsmittel stehen überall bereit.

Mit Handschuhen und Mundschutzmaske bedienen die Kellner im Restaurant Ostentor ihre Gäste. Desinfektionsmittel stehen überall bereit. © Reinhard Schmitz

„Ein gutes Team macht alles“, lobt der Chef, der gleichzeitig wegen der geforderten Abstandsregeln die Zahl der Tische reduzieren ließ. Mindestens anderthalb bis zwei Meter sitzen den Gäste nun auseinander. Damit sie sich wohlfühlen und keine Leere im Raum verspüren, wurden die entstandenen Lücken optisch mit Blumenständern kaschiert.

Auch ansonsten hat sich in der Zeit einiges verändert. Wer hereinkommt, wird von einem Kellner an einen Platz geführt, um Suchschleifen durch die Räume zu vermeiden. Vorher muss jeder seinen Namen und seine Telefonnummer in einer Liste hinterlassen, damit das Gesundheitsamt im Falle eines Falles mögliche Infektionsketten nachvollziehen könnte.

Kellner kommen mit Mundschutz und Gummihandschuhen

Wenn der Kellner an den Platz kommt, trägt er grundsätzlich Mundschutz und Gummihandschuhe. „Nach dem Abnehmen wird auch die Speisekarte sofort desinfiziert“, berichtet Ante Jovic. Desinfektionsmittel sind allgegenwärtig - im Eingangsbereich genauso wie in den Toilettenanlagen, die nach jeder Benutzung desinfiziert werden.

„Das ist eine lockere Sicherung, damit die Gäste Vertrauen in uns haben“, beschreibt der Restaurantchef die Maßnahmen. Denn er spürt, dass manche nach der langen Coronakrise im Land noch Zweifel und Angst haben. Denen, die kommen, stellt er ein gutes Zeugnis aus: „Die Leute verhalten sich von selbst korrekt.“

Die ersten Gäste hatten sich schon am Sonntag einen Tisch bestellt

Die Wiedereröffnung seines Stammlokals kaum abwarten konnte der Sölderaner Günter Behr, der am Montagabend auf dem Parkplatz des Ostentors aus seinem Auto stieg. „Wir haben gestern schon telefonisch einen Tisch bestellt“, berichtete er: „Nach mittlerweile acht Wochen sind wir heute froh, dass wir raus können und wieder in einem Restaurant essen gehen können.“

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Mit den zusätzlichen Auflagen, die dafür gefordert sind, kann Restaurantchef Ante Jovic leben: „Da muss man durch.“ Eher sorgt er sich davor, falls im Land die Coronakrise zurückkäme: „Wenn sie uns nochmal schließen - das wird dann hart.“

Die zurückliegenden Wochen seit dem 15. März, als alle Gaststätten vorerst nicht mehr öffnen durften, haben schon genug am Geschäftsmodell gezehrt. „Wir haben versucht, ab Ostern Lieferungen zu machen“, berichtet Ante Jovic, der seit 20 Jahren das Ostentor leitet.

Aber die Umsätze seien nicht vergleichbar mit dem normalen Betrieb: „Davon kann man nicht leben.“ Jetzt sei immer noch das Hotel geschlossen, genauso wie die Kegelbahn. Aber das Restaurant besuchen kann man wieder jeweils von 12 bis 22 Uhr - ohne Ruhetag.

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