Notdürftig mit Plastikfolie geflickt ist die Seitenscheibe dieses Kleinwagens auf dem Parkplatz Im Reiche des Wassers. In seinem Innenraum und auf dem Asphalt sind überall Splitter vom Sicherheitsglas verstreut. © Reinhard Schmitz

Reihenweise Autos geknackt: Täter gingen mit Brachialgewalt vor

Eine böse Überraschung erlebten etliche Autofahrer, als sie am Montagmorgen in ihre im Freien geparkten Wagen einsteigen wollten. Unbekannte hatten sie in der Nacht brutal aufgebrochen.

Es ist der Horror eines jeden Autofahrers. So möchte keiner sein Fahrzeug vorfinden, wenn er zu dem Ort zurückkehrt, wo er es am Abend abgestellt hat. Die Seitenscheiben eingeschlagen, die kleinen Splitter des Sicherheitsglases über und über im Innenraum und auf dem Asphalt drumherum verteilt. Reihenweise mussten Betroffene dieses Schreckensbild am Montagmorgen am Rande der Schwerter Altstadt erleben, wo Serientäter eine Spur der Zerstörung hinterlassen hatten. Sie zog sich von der Straße Im Reiche des Wasser bis hin zur Schützenstraße.

Ständig wurden noch weitere Fälle gemeldet

Allein bis 10 Uhr wurden der Polizeiwache sechs Fälle angezeigt – einer davon auch von der Labuissiérestraße in Westhofen. Und es wurden immer mehr. „Es laufen noch Nachmeldungen“, sagte die Sprecherin der Kreispolizeibehörde Unna, Vera Howanietz.

Die Vorgehensweise der Kriminellen war immer dieselbe: Scheiben wurden brutal eingeschlagen, anschließend die Wagen durchsucht. Was dabei erbeutet wurde, war noch nicht komplett bekannt, da die Beamten nicht alle Halter sofort erreichen konnten. Angaben über entwendete Gegenstände lagen deshalb zunächst nur von einer Tat vor. Es war eine Musikbox, die aus einem Fahrzeug an der Schützenstraße gestohlen worden war.

So möchte keiner sein Auto vorfinden: Mit Glassplittern übersät ist das Polster des Beifahrersitzes des Kleinwagens Im Reiche des Wassers.
So möchte keiner sein Auto vorfinden: Mit Glassplittern übersät ist das Polster des Beifahrersitzes des Kleinwagens Im Reiche des Wassers. © Reinhard Schmitz © Reinhard Schmitz

Alle Fälle hatten sich in der Nacht zu Montag (26.4.) ereignet, wie Vera Howanietz mitteilt. Ob die Täter sich dabei auch der Verletzung der Ausgangssperre schuldig gemacht haben? Das weiß man derzeit nicht. Es könnte ja auch sein, dass sie vor 22 Uhr am Sonntagabend oder nach 5 Uhr am Montagmorgen zugeschlagen haben, als man sich wieder draußen aufhalten durfte.

In derselben Nacht gab es auch eine Serie in Fröndenberg

Aus derselben Nacht vermeldete die Polizei auch aus dem benachbarten Fröndenberg eine Reihe von Autoaufbrüchen. Die Täter machten sich dort an fünf Fahrzeugen zu schaffen und entwendeten unterschiedliche Gegenstände. Sie gingen allerdings nicht so rabiat vor wie in Schwerte, ließen die keine Aufbruchspuren zurück. „Wir wissen nicht, wie sie reingekommen sind“, sagte Vera Howanietz.

Polizei warnt: Nichts Wertvolles im Auto zurücklassen

In diesem Zusammenhang erinnerte die Polizei-Pressesprecherin noch einmal: „Ein Fahrzeug ist kein Tresor.“ Deshalb solle man generell nichts Wertvolles darin über Nacht zurücklassen. „Wertgegenstände immer wieder rausnehmen“, rät Vera Howanietz. Dieselbe Vorsichtsmaßnahme gelte, wenn das Auto etwa auf einem Wanderparkplatz oder an einem Friedhof geparkt werde. Selbst wer dort seine Tasche im vermeintlich sicheren Kofferraum versteckt, riskiert, dabei von den Tätern beobachtet zu werden. Und schon gar nicht sollten Sachen sichtbar auf den Sitzen liegengelassen werden: „Um keinen Anreiz zu bieten.“

Über den Autor
Redaktion Schwerte
Reinhard Schmitz, in Schwerte geboren, schrieb und fotografierte schon während des Studiums für die Ruhr Nachrichten. Seit 1991 ist er als Redakteur in seiner Heimatstadt im Einsatz und begeistert, dass es dort immer noch Neues zu entdecken gibt.
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Reinhard Schmitz

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