Zwei Ladenlokale im Erdgeschoss sehen die neuen Pläne für den Neubau auf dem ehemaligen Netto-Grundstück an der Bahnhofstraße vor. Verantwortlich als Entwurfsverfasser und Ausführung ist DRP Baukunst Dortmund, Architekt: Diego Rodriguez. Die Visualisierung leistete DRP Baukunst Dortmund, Architekt: Diego Rodriguez. © DRP Baukunst Dortmund
Bahnhofstraße Schwerte

Razzia in Bönen – aber Pläne für den Neubau am Netto gehen weiter

Die Razzia in seinem Pflegezentrum in Bönen soll die Pläne in Schwerte nicht stoppen. Kemal Cakir plant weiter einen Neubau auf dem Netto-Gelände – etwas anders und mit neuem Architekten.

Zwei neue Geschäfte für die Bahnhofstraße in Schwerte. Das sollen jetzt zwei Ladenlokale in dem Neubau ermöglichen, der auf dem Grundstück des ehemaligen Netto-Markts geplant ist. „Jedes hat 150 bis 200 Quadratmeter“, sagte am Donnerstag (5.8.) Kemal Cakir, der die Immobilie vor einigen Jahren gekauft hat, auf Anfrage.

Die Intensivpflege-Wohngemeinschaft, die er als Geschäftsführer des Pflegezentrums Cakir (Bönen) ursprünglich in dem Erdgeschoss einrichten wollte, solle dafür in einem Anbau auf der Rückseite zur Gasstraße hin entstehen.

Ermittler beluden zwei Lkw mit Daten-Material

Ungeachtet der Vorgänge in Bönen, wo Mitte Juli die Ermittlungsbehörden eine großangelegte Durchsuchung in den Geschäftsräumen des Pflegezentrums Cakir vorgenommen hatten, hält der Unternehmer an seinen Plänen fest. Staatsanwalt Börge Klepping, Pressesprecher der Staatsanwaltschaft Dortmund, bestätigte am Donnerstag (5.8.) die gemeinsame Aktion seiner Behörde mit dem Hauptzollamt und der Steuerfahndung Münster.

Dabei sei es um den Vorwurf der Steuerhinterziehung, des Abrechnungsbetrugs und der Vorenthaltung von Beiträgen zur Sozialversicherung gegangen.

Seit der Schließung des Netto-Markts wird das Gebäude an der Bahnhofstraße zusehends zu einem Schandfleck.
Seit der Schließung des Netto-Markts wird das Gebäude an der Bahnhofstraße zusehends zu einem Schandfleck. © Reinhard Schmitz © Reinhard Schmitz

„Die Ermittlungen richten sich gegen das Pflegezentrum Cakir“, erklärte Börge Klepping. Die Fahnder hätten zwei Lkw mit Daten-Material beladen, sodass sich die Auswertung durch die Ermittlungspersonen wohl „noch etwas hinziehen“ werde. Haftbefehle seien nicht erlassen worden. Ob sich der Verdacht erhärtet und Anklage erhoben wird, ist derzeit also noch nicht abzusehen.

Architekt Diego Rodriguez aus Dortmund übernimmt die Planung

„Das war eine ganz normale Steuerprüfung“, so Kemal Cakir. Die Geschäfte – so betonte er – gingen ganz normal weiter. Das gelte auch für das Vorhaben in Schwerte: „Es gibt nicht einen Millimeter Abweichung von der Planung.“

Allerdings läuft die Planung unter neuer Federführung: „Wir haben den Architekten ausgetauscht.“ Der neue, Diego Rodriguez aus Dortmund, habe sich erst einarbeiten müssen. Der Abriss des früheren Netto-Marktes erfolge aber „dieses Jahr definitiv noch“.

Das Gebäude des früheren Netto-Markts an der Bahnhofstraße soll abgerissen und durch einen Neubau mit zwei Ladenlokalen ersetzt werden.
Das Gebäude des früheren Netto-Markts an der Bahnhofstraße soll abgerissen und durch einen Neubau mit zwei Ladenlokalen ersetzt werden. © Reinhard Schmitz © Reinhard Schmitz

Der neue Architekt hat den Angaben von Kemal Cakir zufolge auch dessen weiteres Schwerter Objekt an der Hagener Straße gegenüber vom City-Centrum übernommen, wo lange Zeit die Diskothek Papillon und zuletzt eine Shisha-Bar ansässig war. Für diese ebenfalls leer stehenden Räume werde noch überlegt, ob sie künftig als Geschäft oder vielleicht auch als Wohnung genutzt werden sollen.

Der frühere Netto-Markt an der Bahnhofstraße, der seit Juni 2017 leer steht, wird immer mehr zu einem Schandfleck. Ursprünglich war dort die Großgaststätte „Zum Brauhaus“ mit Platz für 350 Zecher zu finden. 1967 zog die Kneipe verkleinert in den Keller, um Platz für einen Tengelmann-Supermarkt zu machen. 2011 wurde sie nach dem plötzlichen Tod der letzten Wirtin Margret Kamphausen geschlossen.

Über den Autor
Redaktion Schwerte
Reinhard Schmitz, in Schwerte geboren, schrieb und fotografierte schon während des Studiums für die Ruhr Nachrichten. Seit 1991 ist er als Redakteur in seiner Heimatstadt im Einsatz und begeistert, dass es dort immer noch Neues zu entdecken gibt.
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Reinhard Schmitz

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