Raubüberfall Westhofen: Täter wollte Geliebte heiraten

WESTHOFEN Im Fall der niedergeschlagenen Ehefrau in Westhofen ziehen sich die Ermittlungen noch hin. Über 90 mögliche DNA- oder Blutspuren liegen derzeit in den Labors des Landeskriminalamtes.

31.07.2008, 17:28 Uhr / Lesedauer: 2 min
Raubüberfall Westhofen: Täter wollte Geliebte heiraten

Die Frau, mit der er bereits seit Monaten eine Beziehung hatte, hielt den Westhofener für einen geschiedenen Mann. Eine gefälschte Scheidungurkunde hatte die Polizei im Auto des Beschuldigten gefunden. „Wir gehen davon aus, dass er die selber gebastelt hat“, erklärte Ankläger Maas. Das Papier habe er vermutlich benötigt, um endgültig das Aufgebot bestellen zu können. Die Geliebte, die der 41-Jährige auf Elba kennen gelernt haben soll, wusste offensichtlich nichts von der Ehefrau. Ihr gegenüber habe er sich stets als geschiedener Mann ausgegeben.Unklar ist nach wie vor, womit die Ehefrau niedergeschlagen wurde. Dass sie die schwere Attacke überlebte, ist nach Ansichts Maas auch eine gehörige Portion Glück. Denn die Röntgenbilder in der Akte würden eine deutliche Sprache sprechen.

Vermutlich schlug der Täter zu, als die Frau im Bett lag. Das Opfer selbst ist derzeit noch in einer Reha-Maßnahme und hat keinerlei Erinnerungen an die Attacke. Und auch wenn die Staatsanwaltschaft den Ehemann für dringend tatverdächtig hält, würden natürlich auch andere Alternativen geprüft. Am 6. Juni war die Frau in dem Einfamilienhaus am Föhrenweg blutüberströmt zu sich gekommen. Nach dem Spurenbild hatte sie zuvor im Bett gelegen, als sie ein harter Gegenstand schwer am Kopf traf. Per Telefon versuchte die Schwerverletzte ihren Mann, der eine Postagentur betrieb, auf der Arbeit zu erreichen. Vermutlich zu ihrem Glück nahm ein Angestellter den Anruf entgegen und schickte direkt einen Krankenwagen. Da eine Terrassentür offen stand, die Schränke durchwühlt waren und Schmuck fehlte, ermittelte man zunächst wegen eines Raubüberfalls. Nach einer Woche nahm die Staatsanwaltschaft dann überraschend den Ehemann fest. Der sitzt mittlerweile in Untersuchungshaft und schweigt seitdem.  

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