So haben die Architekten ihre Version des neuen Marktes gezeichnet. Das markanteste Element ist die Treppenanlage, die gegenüber dem ersten Entwurf aber bereits deutlich verkleinert wurde. © Riehl Bauermann + Partner
Ratssitzung

Rat zur Zukunft des Marktplatzes – „Endlich mal zum Schluss kommen“

Das Thema ist umstritten. Soll der Markt ausgebaut werden und wenn, dann wie und wann? Der Rat hat entschieden. Dabei wurde deutlich, die politischen Parteien lagen nicht so weit auseinander.

Im Vorfeld schienen die Karten gemischt: Es gibt die Gegner einer Umgestaltung des Marktplatzes, die Anhänger den Ausbau zu verschieben und die Fraktion, die so schnell wie möglich bauen will. Doch im Rat wurde das Thema dann doch anders diskutiert. Am Ende entschied man sich für einen Umbau, der vermutlich Ende des Jahres beginnt. Doch im Detail ist längst nicht alles klar.

Für den Verwaltungsvorschlag setzte sich Marco Kordt (CDU) ein: „Die CDU wird der Gestaltung vom Grundsatz her zustimmen. Uns ist es wichtig, dass es nicht nur um die Umgestaltung des Marktplatzes geht, sondern was für uns wichtig ist, dass mit diesem Umbau auch an Hagener Straße und anderswo Probleme gelöst werden.“ Allerdings müsse man die Bauphase im Sinne der Anlieger des Marktes durch ein kluges Baumanagement geregelt werden. Und auch Angelika Schröder von der SPD erklärte: „Die SPD wird der Vorlage zustimmen. Eine Baumaßnahme kommt nie zum richtigen Zeitpunkt.“

Moderne Stadtplanung sollte Bäume retten

Differenziert betrachten die Grünen das Thema: „Das ist der Platz und der hat es nötig. Aber der Prozess, mit dem das entschieden wird, ist immer noch nicht richtig. Die Verwaltung hat bilateral mit einzelnen Interessengruppen einiges verändert, aber das ist der Platz aller Schwerter“, erklärte Grünen-Sprecher Bruno Heinz-Fischer. Und Ratsfrau Dr. Heilwig Donner legte den Blick noch mal auf jene Bäume, die dennoch weichen sollen: „Moderne Stadtplanung sollte Bäume schützen. Ich würde bitten, da nachzubessern.“

Nicht alle Bäume sollen nach den Plänen der Architekten stehen bleiben. Allerdings wurde auch hier nachgebessert, nach den ersten Plänen hatte man mehr Bäume fällen wollen. © Riehl Bauermann + Partner © Riehl Bauermann + Partner

Das wollte Bürgermeister Dimitrios Axourgos so nicht stehen lassen. „Nach dem Umbau stehen insgesamt 13 Bäume mehr im Plangebiet. Und Marc Seelbach (SPD) ergänzte: „Der Prozess dauert jetzt eineinhalb Jahre, das ist angemessen. Es geht immer noch ein bisschen grüner.“ Aber irgendwann müsse man anfangen. Das fand auch Egon Schrezenmaier von der CDU: „Wenn wir das noch weiter nach hinten schieben, wird es immer teurer. Wir müssen endlich mal zum Schluss kommen.“

FDP für die Verschiebung des Baubeginns

Für eine Verschiebung des Baubeginns setzte sich die FDP ein. Man solle die gebeutelten Händler und Gewerbetreibenden rund um den Markt zumindest in diesem Jahr in Ruhe ihr Weihnachtsgeschäft machen lassen. Deshalb plädierte Renate Goeke für einen Baubeginn im nächsten Jahr. Bürgermeister Axourgos hielt dagegen: „Ich hatte Gespräche mit den Gastronomiebetreibern, die wollen lieber im Sommer einen fertigen Marktplatz als ein ungestörtes Weihnachtsgeschäft.“ Der Antrag der Liberalen wurde abgelehnt.

Keine Anti-Terror Poller

Keine Mehrheit fand auch der Vorschlag, den Markt künftig mit Anti-Terror-Pollern auszustatten. Die versenkbaren Poller hätten allerdings auch 412.000 Euro Aufpreis gekostet. Lediglich die AfD stimmte für so eine Maßnahme.

Die Treppenanlage soll noch kleinere Baumscheiben erhalten. © Riehl Bauermann + Partner © Riehl Bauermann + Partner

Den Blick auf ein anderes Thema rund um das Projekt lenkte Andreas Czichowski von der WfS: „Was ist mit Anliegerbeiträgen? Werden die Anrainer des Marktes da zur Kasse gebeten?“ Nein, versprach Stadtplaner Christian Voecks: „Das würde über eine Sondersatzung so geregelt, dass die Anwohner nichts zahlen müssen.“ Schließlich sei der Marktplatz ja ein Platz, den alle Schwerter nutzen und keine Anliegerfläche.

4,5 Millionen Euro Baukosten

Nicht ganz geklärt ist auch, wie man den Verkehr in der Hagener Straße beruhigen kann. Denn die gehört Straßen.NRW. Die Stadt würde die Straße gerne umwidmen. Dazu seien Gespräche vereinbart, sagte Bürgermeister Axourgos.

Der Marktplatz, der kleine Markt und die Verkehrssituation rund um die Hagener Straße soll in dem Großprojekt verbessert werden. Die Pläne sind Ergebnis eines Architektenwettbewerbs. Rund 4,5 Millionen Euro soll das Projekt kosten, dass mit 80 Prozent vom Land gefördert wird. Die Stadtkasse würde der Ausbau nach Berechnungen der Stadt nur 31.850 Euro im Jahr kosten.

Am Ende stimmten acht Mitglieder des wegen Corona verkleinerten Rates gegen den Ausbau, darunter die Grünen.

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Redaktion Schwerte
Ist mit Überzeugung Lokaljournalist. Denn wirklich wichtige Geschichten beginnen mit den Menschen vor Ort und enden auch dort. Seit 2007 leitet er die Redaktion in Schwerte.
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Heiko Mühlbauer

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