Polizei vertreibt den Affen vom Autodach in Schwerte

dzKurioser Beifahrer

Passanten drehten ihre Köpfe, wenn Gerhard Rettig mit dem Affen auf dem Autodach durch Schwerte fuhr. Allerdings geriet die auffällige Plastikfigur auch ins Visier der Polizei.

Schwerte

, 21.01.2020, 05:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Es soll frostig werden in den nächsten Tagen. Aber das ist nicht der Grund, warum Affe Charly nicht mehr auf dem Autodach durch Schwerte fahren wird. Der Spaß wird seinem Besitzer auf Dauer zu teuer. „Die schreiben mir eine Anzeige nach der anderen“, sagt Gerhard Rettig (72) mit Blick auf die Polizei.

Ordnungswidrigkeit kostet 25 Euro

25 Euro wurden noch fällig, als Rettigs Opel Agila am 7. Januar gegen 22.30 Uhr ins Visier einer Polizeistreife geriet. „Die Kollegen haben festgestellt, dass der Affe oben nicht richtig gesichert war“, berichtet Polizei-Pressesprecher Christian Stein (Unna): „Das obliegt der Einschätzung der Kollegen, die es ansehen.“

Demnach sei die Figur unzureichend befestigt und nicht gegen Herunterfallen gesichert gewesen - ein Verstoß gegen den Paragrafen 23 der Straßenverkehrsordnung, der eine vorschriftsmäßige Sicherung der Ladung fordert. Die Folge: eine schriftliche Verwarnung und Ordnungswidrigkeits-Anzeige.

Auch der TÜV gab kein grünes Licht

„Das ist ein Witz“, sagt Gerhard Rettig. Der Affe wiege vielleicht ein Kilogramm und sei mit einem Gurt an der Dachreling befestigt, mit dem man auf einem Lkw eine 2-Tonnen-Ladung abspannen könne. Deshalb holte sich der Schwerter noch einmal Rat beim Technischen Überwachungs-Verein (TÜV).

Aber auch hier erhielt er kein grünes Licht. An der Dachreling dürfe man zwar einen Querträger für einen Dachgepäckträger befestigen, habe es geheißen: „Aber darauf darf ich den Gorilla nicht befestigen - einen Karton dagegen ja.“

Künftig sitzt Charly nur noch auf dem Beifahrersitz

„Ich mache ihn gleich runter“, kündigte Gerhard Rettig deshalb am Montagnachmittag an. Erst einmal werde er den Affen dann auf den Beifahrersitz setzen. Dort könne er ja - mit der Scheibe festgeklemmt - seinen Kopf zum Herausschauen aus dem Seitenfenster halten.

Dabei darf - so Polizeisprecher Christian Stein - nur die zulässige Gesamtbreite des Autos von 2,55 Meter nicht überschritten werden. Für die Sicherung gibt es im Innern ja einen Sicherheitsgurt.

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Neue Gedanken machen muss sich Gerhard Rettig allerdings, wenn er auch noch Charlys „Vater“, die mannsgroße Gorillafigur bekommt. Der passt auf keinen Fall in die Fahrgastzelle des Opels. Da wäre es wohl praktisch, wenn der Schwerter noch seinen früheren VW-Bulli hätte.

Mit dem hatte übrigens auch Charly noch seine ersten Runden gedreht, nachdem ihn der 72-Jährige im Gartencenter neben Kühen, Rehen und anderen Tieren entdeckt hatte. „Er gefiel mir“, berichtet er. Also machte er sich den Spaß, ihn aufs Autodach zu setzen: „Ich habe meine eigenen Ideen. Sonst hat keiner einen Affen.“

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