Nikotinade: Unternehmen schafft Anreize zum Nicht-mehr-Rauchen

VILLIGST Das Ziel winkt bei der Nikotinade von Diagramm Halbach nach 123 Tagen. Raucher, die diese Zeitstrecke ab 1. August ohne Glimmstängel geschafft haben, machen nicht nur ihre Gesundheit zum Gewinner. Es winkt auch bares Geld.

von von Reinhard Schmitz

, 17.07.2008, 14:19 Uhr / Lesedauer: 1 min
Zur Nikotinade rufen auf (v.l.): Stefan Halbach (Mitglied der Geschäftsführung), Véronique Thomas (Sprecherin BKK VDN),  Detlef Mücke (Personalleiter) und Holger Töppel (Abteilungsleiter BKK VDN).

Zur Nikotinade rufen auf (v.l.): Stefan Halbach (Mitglied der Geschäftsführung), Véronique Thomas (Sprecherin BKK VDN), Detlef Mücke (Personalleiter) und Holger Töppel (Abteilungsleiter BKK VDN).

Denn für jeden Qualm-Entsager zahlt das Unternehmen auch noch 250 Euro in die Belegschaftskasse, die vom Betriebsrat verwaltet wird. „Weil es ungerecht wäre, nur die Raucher zu belohnen, belohnen wir alle“, erklärt Geschäftsführungs-Mitglied Stefan Halbach. Mit dem Wettbewerb möchte er einen zusätzlichen Anreiz geben, die Raucherquote in seinem Betrieb zu senken.

Ein Viertel raucht noch - wie im Bundesdurchschnitt

Wie im Bundesdurchschnitt hängt immer noch gut ein Viertel seiner rund 220 Mitarbeiter dem blauen Dunst an. Weil diese während ihrer Zigarettenpausen an Maschinen und Telefonen vermisst wurden, ist das Rauchen in der Arbeitszeit seit 1. Juli nicht mehr erlaubt. Nur noch in der Pause oder vor und nach der Schicht darf in den beiden „Smoking-Points“ – den überdachten Raucherecken vor der Tür – gequalmt werden. Der Zigarettenautomat verschwand ohnehin schon Ende 2006 aus der Kantine. "Wir wollen viele Aktivitäten entfalten, damit es den Rauchern leicht fällt, diesen Weg mitzugehen“, freut sich Halbach über die spontane Unterstützung der Betriebskrankenkasse (BKK) VDN. Der Versicherer, dem rund ein Drittel der Belegschaft angehört, stellt neben diversem Informationsmaterial vor allem Nikotinpflaster und -kaugummis für alle zur Verfügung, die sich von der Sucht lossagen möchten.Schon 20 Mitarbeiter wollen kauen statt inhalieren Für das Kauen statt Inhalieren haben sich inzwischen bereits 20 Mitarbeiter interessiert, weiß Personalleiter Detlef Mücke. Er hofft, dass sich jetzt möglichst viele Teilnehmer für die Nikotinade anmelden –  und bis zum Zieleinlauf am 1. Dezember durchhalten. Einmal wöchentlich müssen sie zu einer Art „Dopingtest“ ins Messgerät pusten. Unbestechlich würde es Kohlenmonoxyd im Atem feststellen, der den Rückfall zur Zigarette verrät. Die letzte eigene hat Halbach schon vor Jahren ausgedrückt. Der Belegschaft traut er Ähnliches zu. „Ich tippe auf mehr als 20, die mit dem Rauchen aufhören“, hat er mit Mücke gewettet. Der wäre schon über ein Dutzend neue Nichtraucher froh.

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