Niedriger Wasserpegel bei Villigst – Füllstand der Talsperren sinkt weiter

dzDürre an der Ruhr

In den vergangenen beiden Monaten hat es wenig geregnet. Das macht sich vor allem in der Ruhr bemerkbar. Der Füllstand der für die Wassergewinnung in Villigst wichtigen Talsperren sinkt.

Schwerte

, 03.08.2019, 17:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Der Juni und der Juli waren trocken. In den beiden Monaten fiel nicht einmal halb so viel Regen wie üblich. Klar, dass das an den hiesigen Gewässern nicht spurlos vorbei geht. Der Pegel der Ruhr in Villigst führt wie im vergangenen Jahr zu dieser Zeit Niedrigwasser und auch die Füllstände der Talsperren des Ruhrverbands sinken immer weiter.

Der März war nass und hat die Talsperren noch einmal richtig mit Wasser gefüllt. Dann war Schluss. Die großen Regenmengen blieben aus. In den Talsperren der Gruppe Nord, die für die Ruhr in Villigst wichtig sind, fallen die Füllstände seit April. Während die Hennetalsperre und die Möhnetalsperre für die Jahreszeit noch recht gut gefüllt sind, liegt die Sorpetalsperre ein wenig unter dem Normalwert.

IN KÜRZE

DIE TALSPERREN DES RUHRVERBANDS

Wichtige Talsperren für das Trinkwasser in Schwerte und der Region sind Hennesee, Sorpesee und Möhnesee. Die insgesamt acht Talsperren des Ruhrverbands bilden das größte Wasserversorgungssystem in Deutschland. Das Reservoir speichert zusammen maximal 460 Millionen Kubikmeter Wasser – dieses Volumen reicht für einen trockenen Sommer und einen trockenen Winter. Hauptfunktion der Talsperren ist die Sicherung der Wasserversorgung für rund 4,6 Millionen Menschen.

Dass die Füllstände in den Sommermonaten zurückgehen, ist zunächst nicht ungewöhnlich. Dennoch sind vielen Menschen noch die Bilder vom vergangenen Jahr vor Augen, wo die Talsperren bis November leerer und leerer wurden. Erst im Dezember haben sie sich wieder ordentlich gefüllt. Die abfallende Kurve sei in diesem Jahr die gleiche wie 2018 – nur ein wenig verzögert, sagt Britta Balt vom Ruhrverband: „Es geht mächtig runter.“

Hier eine Übersicht über die Füllstände der Talsperren (Stand 2. August 2019):

  • Sorpetalsperre: 79,2 Prozent
  • Möhnetalsperre: 77,0 Prozent
  • Hennetalsperre: 81,5 Prozent
  • Biggetalsperre: 82,8 Prozent
  • Versetalsperre: 67,3 Prozent
  • Fürwiggetalsperre: 73,0 Prozent
  • Ennepetalsperre: 62,5 Prozent
  • Gesamt: 78,5 Prozent (Stand am 2.8.2018: 74,3 Prozent)

Im vergangenen Sommer lagen die Füllstände der Talsperren niedriger. Nur die der Sorpetalsperre nicht. Denn an ihrem Auslauf fanden 2018 zu dieser Zeit Bauarbeiten statt – daher konnte sie nicht so viel Wasser abgeben und die anderen Talsperren mussten dieses Defizit auffangen.

Die Ruhr führt Niedrigwasser

Doch auch die Ruhr bei Villigst führt weniger Wasser. Der Alarm-Grenzwert für Hochwasser liegt nach Angaben der Stadt Schwerte in Villigst bei einem Pegelstand von 3,40 m – das war zuletzt im Januar dieses Jahres der Fall. Niedrigwasser führt die Ruhr bei einem Pegel von 1,10 m. Das ist meist im Sommer der Fall. Zahlen des Landesamt für Natur-, Umwelt- und Verbraucherschutz (Lanuv) zeigen, dass der Wert derzeit etwa in diesem Bereich liegt.

Sinkt der Pegel der Ruhr zu stark, kann der Ruhrverband steuernd eingreifen. Er muss es sogar, denn das regelt das Ruhrverbandsgesetz. Aus den Talsperren wird dann Wasser in die Ruhr abgegeben. Im Sommer 2018 wurde wegen der Niedrigstände in den Talsperren die Abgabe von Wasser in die Ruhr gedrosselt, das sei derzeit nicht der Fall, so Britta Balt.

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