Neues Wohnprojekt bringt neue Kindertagesstätte nach Schwerte

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Kindergartenplätze sind in Schwerte immer noch rar gesät. Doch die Diakonie und die Kirche wollen jetzt nachrüsten. Und das in einem ganz besonderen Projekt.

Schwerte

, 12.04.2019 / Lesedauer: 3 min

Wenn die Stadt drei Wünsche frei hätte: mehr Sozialwohnungen, Plätze für betreutes Wohnen und mehr Kindergartenplätze könnten ganz oben auf der Liste sein. Ein Projekt der evangelischen Kirche und der Diakonie lässt das jetzt Wirklichkeit werden.

Hinter dem Grete-Meißner-Zentrum an der Schützenstraße soll ein neuer Gebäudekomplex entstehen, der ein neues Konzept verfolgt. Neben Wohnungen in denen Behinderte betreut leben können, Sozialwohnungen und auch einigen frei finanzierten Wohnungen, ist im Untergeschoss des Gebäudes die Kindertagesstätte Ruhraue angesiedelt, mit 75 bis 80 neuen Kita-Plätzen. Und die werden in Schwerte derzeit dringend gesucht.

Die Idee hat mehrere Väter, wie Diakonie-Chef Ulrich Groth erklärt. Denn für das neue integrative Zentrum - in dem dann auch eine Filiale der Frühförderstelle der Diakonie und der familienunterstützende Dienst, der jetzt an der Schützenstraße 14 beheimatet ist, Büros bekommen - haben sich die heimische Diakonie, die Netzwerk Diakonie, die Evangelische Kirchengemeinde und der Kirchenkreis zusammen geschlossen.

Grundstück gehört Fleitmannscher Stiftung

Das Grundstück am Mühlenstrang gehört zum Vermögen der Fleitmannschen Studienstiftung, die von der Evangelischen Kirche verwaltet wird. Genutzt werden kann es aber nur, über das Gelände der Netzwerk Diakonie, die schon jetzt an der Schützenstraße betreutes Wohnen anbietet. Zudem wollte die heimische Diakonie gerne weitere Kindergartenplätze schaffen. Die Frage war, ob man das alles in einem Gebäudekomplex vereinen könne. Zwei Jahre plante man und sprach sich ab.

„Auf den ersten Blick sind das ja dort zwei ganz verschiedene Gruppen“, so Groth. Behinderte, Menschen mit Handicap und andere treffen dort aufeinander. Aber auch eine Kindertagesstätte in einem Wohnkomplex kann zu Problemen führen. Doch bei Kirche und Diakonie ist man überzeugt, dass das Konzept eher bereichern wird.

Sozialwohnungen und betreutes Wohnen

21 Wohnungen sind geplant, zehn davon für betreutes Wohnen, sieben werden staatlich gefördert, sind also Sozialwohnungen, und vier werden frei finanziert. Die Angebote reichen vom Ein-Personen-Appartment (für betreutes Wohnen) bis zur 87 Quadratmeter-Wohnung für eine Familie. „Es ist ein inklusives Haus, also kein Haus nur für Behinderte“, betont Groth.

Knapp sechs Millionen Euro kostet der Gebäudekomplex, der 15 Meter entfernt vom Strang liegt. Die Träger der Einrichtung beteiligen sich mit 1,4 Millionen Euro. Der Rest der Kosten wird von verschiedenen Stellen gefördert. An der Kita im Untergeschoss soll sich die Stadt beteiligen, schließlich vergibt sie auch später die Kindergartenplätze. „Denn es handelt sich um eine ganz normale Kindertagesstätte“, betont Groth. Maximal 125.000 Euro beträgt der Anteil der Stadt. Allerdings könnte der durch eine Landesförderung noch einmal erheblich eingedampft werden.

Randzeitenbetreuung im Verbund mit anderen Trägern

Und auch das bei den Eltern immer wieder diskutierte Thema Randzeitenbetreuung will die Diakonie angehen. Allerdings nicht alleine. Um jene Zeiten abzudecken, zu denen die Eltern arbeiten sind, aber die Kindertagesstätte noch oder schon geschlossen, wolle man sich mit anderen Trägern zusammenschließen, kündigte Groth an.

Um den Kindergartenhol- und -bringverkehr abzuwickeln, erhält das Gebäude eine eigene Ringstraße als Zugang. Die geht von der Schützenstraße ab, an der die Diakonie ja bereits das Grete Meißner-Zentrum und die Netzwerk Diakonie den Komplex mit den betreuten Wohnungen betreibt.

Die Ausschreibungen an die Baufirmen gehen derzeit raus. An deren Angeboten hängt es nun auch, wie lange es dauert, bis der neue Kindergarten an den Start gehen kann.

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