Bald platzt die Theodor-Fleitmann-Gesamtschule aus allen Nähten. Eine Lösung muss gefunden werden. © Foto: Bernd Paulitschke
Bauausschuss

Neubau der Theodor-Fleitmann-Schule: Stadt überzeugte Politiker nicht

Ein Neubau auf der grünen Wiese sei die beste Lösung für die Theodor-Fleitmann-Schule, findet die Verwaltung. Doch damit konnte sie sich im Bauausschuss am Mittwochabend nicht durchsetzen.

Eine Entscheidung zum Thema Neubau der Theodor-Fleitmann-Schule wollte der Bauausschuss am Mittwochabend nicht treffen. Zu viele Fragen seien noch offen, und die Vorlage der Verwaltung sei nicht eindeutig.

Die Stadt hatte das Büro KVL Bauconsult beauftragt zu ermitteln, ob eine Schulsanierung, ein Neubau auf dem bestehenden Gelände oder ein Neubau auf der grünen Wiese besser sei. Das hatte in einer sehr umfangreichen Matrix die Pros und Contras der jeweiligen Lösungen aufgeführt. Die Verwaltung hatte aus der Untersuchung ein für sie eindeutiges Ergebnis abgelesen: Der Neubau auf der grünen Wiese solle es werden. Doch so eindeutig sahen das die Mitglieder des Bauausschusses nicht.

Vor- und Nachteile liegen knapp beieinander

„Die Matrix ist verdammt eng: Man kann da kleine Vorgaben verändern und schon kippt die ganze Matrix“, sagte Michael Grüll. Der langjährige Stadtwerkechef sitzt seit Beginn der Wahlperiode als sachkundiger Bürger für die SPD in dem Ausschuss. Ihm fehlten zudem Anlagen, die für das Verständnis wichtig wären, wie zum Beispiel das Raumprogramm, die Betriebskosten oder die Finanzierungskosten. „Auch die Kosten für den Bau der Sporthalle würde ich gerne mal sehen“, erklärte er. Denn während die Alfred-Berg-Sporthalle am alten Standort auch dann erhalten bliebe, wenn man die alte Schule abreißt, muss an neuer Stelle eine andere Sporthalle gebaut werden. Zudem sei alles knapp kalkuliert. Ohne einen Aufschlag für Baukostensteigerungen. Ähnlich sehe es mit dem Zeitplan für den Neubau aus: „Was passiert, wenn nur ein Nachbar klagt?“

Zweifel am neuen Standort

Und dass die Nachbarn wenig begeistert sind, ließ sich aus Reaktionen im Vorfeld bereits erahnen. Und zumindest aus der Sicht der Grünen sprechen auch andere Argumente gegen den geplanten Standort am Großen Feld. „Der vorgeschlagene Platz bringt Probleme mit sich, wie zum Beispiel die Erschließung über die Wannebachstraße, das ist eine überörtliche Straße mit Tempo 70“, so Michael Rotthowe für die Grünen.

Einig war man sich auch darüber, dass der Zeitplan für eine derartige Entscheidung zu eng war. 13 Tage vor der Sitzung war den Politikern die Unterlage zugestellt worden. Stadtplaner Christian Vöcks warnte aber auch vor zu langen Diskussionen. Denn die Schule sei bald im Volllastbetrieb: „Jeden Monat, den wir hier länger brauchen, sitzen die Schüler im Container.“ Denn auch bei einem Neubau würde man Container brauchen, weil die Schule schon bald am alten Standort nicht genug Räume habe.

„Was passiert, wenn nur ein Nachbar klagt?“ Michael Grüll (SPD)

Liste der Standortalternativen

Diskussionen gab es auch darüber, welche alternativen Standorte denn geprüft wurden. Schließlich befindet sich das aktuelle Schulgelände verkehrstechnisch günstig in Bahnhofsnähe. Man habe verschiedene Alternativen geprüft, so Vöcks. Er listete einige Grundstücke auf:

  • Rosenweg auf einer Fläche der Nickelwerke (dort gab es zu viele Altlasten)
  • Friedhoferweiterungsfläche an der Hörder Straße (zu schwierig zu erschließen)
  • An der Kreuzung Westhellweg/Wannebachstraße (hier sprachen Umweltbelange dagegen, wie der nahe Wannebach, ein kleines Naturschutzgebiet und viele Ausgleichsflächen)
  • Das künftige Gewerbegebiet Am Dohrbaum (aber das sei noch weiter draußen).

Bislang nicht geprüft wurde offensichtlich das neue Gewerbegebiet in Wandhofen. Mit dem könnte sich die CDU gut anfreunden und auch die Grünen erinnerten daran, dass das in der Nähe der neuen Sportanlage wäre.

Am Ende vertagte man die Entscheidung auf die Ratssitzung. Die findet am 24. Februar statt. Bis dahin soll die Verwaltung möglichst viele der offenen Fragen klären.

Über den Autor
Redaktion Schwerte
Ist mit Überzeugung Lokaljournalist. Denn wirklich wichtige Geschichten beginnen mit den Menschen vor Ort und enden auch dort. Seit 2007 leitet er die Redaktion in Schwerte.
Zur Autorenseite
Heiko Mühlbauer

Der neue Lokalsport-Newsletter für Dorsten

Immer freitags um 18:30 Uhr das Wichtigste aus dem Dorstener Lokalsport direkt in Ihr E-Mail-Postfach.

Informationen zur Datenverarbeitung im Rahmen des Newsletters finden Sie hier.