Nachwuchs (15/10) alleine zu Hause - Pommes führten zum Feuerwehr-Einsatz in Schwerte

dzBrand am Samstagabend in Holzen

Zu einem Großeinsatz hat die Feuerwehr am Samstagabend zu einem Wohnblock in Holzen ausrücken müssen. Die Eltern waren nicht da, der Nachwuchs (15/10) wollte sich Pommes machen.

Schwerte

, 28.04.2019 / Lesedauer: 3 min

Vater und Mutter waren nicht zu Hause, aber ihre Kinder bekamen Hunger auf Pommes. Der Versuch, sie selber zu brutzeln, wurde gefährlich. Das 10-jährige Mädchen und der 15-jährige Junge setzten Teile der Küche in Brand. So schildert der Einsatzleiter der Feuerwehr, Michael Krell, die Szene, die sich vor dem Großeinsatz am Samstagabend in dem Wohnblock am Grafeneck in Schwerte-Holzen abgespielt hat.

Er endete glücklicherweise nicht so dramatisch. Die beiden Kinder versuchten noch, das Feuer zu löschen. Als ihnen das nicht gelingen wollte, stürmten sie aus der Wohnung ins Treppenhaus. Sie blieben den Angaben zufolge unverletzt und wurden von einer Tante aufgenommen, die nebenan lebt. Gleichzeitig wurde versucht, die Eltern zu verständigen.

Zweite Drehleiter aus Holzen alarmiert

Die gegen 21 Uhr alarmierte Feuerwehr rückte mit einem Großaufgebot aus, fast die gesamte Zufahrtsstraße Zum großen Feld war von der Einmündung am Holzener Weg an zugestellt mit Blaulicht-Fahrzeugen. Darunter auch eine zweite Drehleiter der Dortmunder Kollegen aus Holzen, die im Rahmen der interkommunalen Zusammenarbeit bei Einsätzen nahe der Stadtgrenze von der Leitstelle in Unna mit angefordert wird. Sie konnte aber in Reserve bereit bleiben.

Nachwuchs (15/10) alleine zu Hause - Pommes führten zum Feuerwehr-Einsatz in Schwerte

Vorsorglich rollte die Feuerwehr ihre Schläuche aus, aber zu spritzen brauchte sie in dem Wohnblock nicht mehr. Die Flammen waren schon erloschen. © Reinhard Schmitz

Denn zu löschen gab es für die Retter nichts mehr, als sie die von den Kindern auf ihrer Flucht zugeschlagene Eingangstür aufgebrochen hatten. „Das Feuer war schon aus“, berichtet Michael Krell von der Situation in der Wohnung, die sich im rechten Teil des Blocks vom ersten Obergeschoss über zwei Etagen bis in den ausgebauten Spitzboden erstreckt. Ob die Flammen von allein erloschen waren oder die Löschversuche der Kinder letztlich doch dazu beigetragen hatten, war offen.

Gebäude zunächst vorsorglich geräumt

Lediglich eine Dunstabzugshaube schien nicht geheuer. Sie wurde von den Einsatzkräften vorsorglich von der Wand gerissen und ins Freie hinausgeworfen.

Dort standen im strömenden Regen des ungemütlichen April-Abends Grüppchen aufgeregter Nachbarn und Hausbewohner zusammen, die zunächst vorsorglich zum Verlassen ihres Wohnblocks aufgefordert worden waren. „Wir haben das Haus erstmal geräumt“, sagt Michael Krell. Eine gute Stunde später konnten Menschen aber wieder in ihre warmen Stuben zurück, nachdem die Feuerwehr die Lage kontrolliert und mit ihrem Hochleistungslüfter den Rauch beseitigt hatte. Schäden durch Löschwasser aus Feuerwehrschläuchen war ja glücklichlicherweise nicht entstanden.

Nachdem die Holzener Drehleiter bereits abgerückt war, konnten auch die übrigen Retter ihren Einsatz beenden. Beteiligt waren außer der Hauptamtlichen Wache die Löschzüge Mitte und Westhofen, die Löschgruppe Wandhofen, zwei Rettungs- und ein Notarztfahrzeug sowie die Polizei.

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