Nach Sexualdelikt in Schwerter Pflegeheim: Mutmaßlicher Täter steht bald vor Gericht

dzAnklage erhoben

Ein Mann aus Schwerte muss sich bald vor dem Landgericht in Hagen verantworten. Er soll der Täter sein, der sich im Frühjahr in mehreren Altenheimen an Seniorinnen vergehen wollte.

Schwerte

, 08.11.2019, 05:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

In mehreren Schwerter Pflegeheimen und auch im Marienkrankenhaus hatte es der Mann versucht. Im März und April wurde er mehrfach auffällig, als er sich in den Einrichtungen als Pfleger verkleidete und zu mehreren Seniorinnen in die Zimmer gelangen wollte.

Wie die Staatsanwaltschaft Hagen am Donnerstag auf Nachfrage bestätigte, muss sich der Verdächtige bald vor Gericht verantworten. „Es wurde Anklage wegen sexueller Nötigung erhoben“, so Oberstaatsanwalt und Sprecher Gerhard Pauli.

Das erste Mal wurde der Verdächtige am 30. März in einem Altenheim an der Gasstraße in Schwerte beobachtet. Am frühen Morgen habe er sich in drei Zimmern als Pfleger ausgegeben und wollte die Bewohnerinnen waschen.

Eine Seniorin ließ sich aus Unwissenheit vom Täter waschen

Die erste Bewohnerin, bei der er es versuchte, konnte den Mann energisch abwehren. Bei der zweiten war er dann erfolgreich: Sie ging mit dem vermeintlichen Pfleger ins Badezimmer, entkleidete sich und ließ sich von ihm komplett waschen. Als der Tatverdächtige anfing sie zu massieren, sagte sie dem Mann, dass er jetzt gehen solle.

Im dritten Zimmer in der Einrichtung flog der fremde Mann dann auf, als ihn eine tatsächliche Pflegekraft bemerkte und er daraufhin die Flucht ergriff.

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Am 5. April ging eine weitere Meldung bei der Polizei in Schwerte ein: In einem anderen Pflegeheim habe man einen unbekannten Mann in einem leeren Zimmer entdeckt, der daraufhin umgehend flüchtete. Es ist unklar, ob es sich bei den zwei Männern um die gleiche Person – den angeklagten Schwerter – handelt. Auch im Schwerter Marienkrankenhaus Goethestraße hatte sich ein angeblicher Pfleger in das Zimmer einer Patientin geschlichen.

Pflegekraft aus dem Klara-Röhrscheidt-Haus hat Täter erkannt

Den entscheidenden Hinweis brachte schließlich im Juni eine Pflegekraft im Klara-Röhrscheidt-Haus. Sie hatte den Mann aus der Täterbeschreibung wiedererkannt, als er sich dort im Gebäude herumgetrieben hatte. Nachdem er zunächst aus der Einrichtung flüchtete, konnten Kräfte aus dem Klara-Röhrscheidt-Haus und dem Marienkrankenhaus Schützenstraße den Verdächtigen gemeinsam stellen.

Er wurde von der Polizei festgenommen und anschließend in Untersuchungshaft gebracht.

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Wann sich der mutmaßliche Täter wegen sexueller Nötigung vor Gericht verantworten muss, ist noch nicht klar. „Die Anklage wurde erhoben, aber es gibt noch keinen anberaumten Termin oder ähnliches. Das wird sich alles in der nächsten Zeit herausstellen“, so Gerhard Pauli von der Staatsanwaltschaft in Hagen.

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