Auch in Corona-Zeiten sind Betrüger erfinderisch. Selbst der Enkeltrick hat eine Corona-Variante. © unsplash/markkoenig
Trickbetrug

Nach Fall in Schwerte: Vor diesen Corona-Maschen warnt das LKA

Ein Mann mit OP-Maske verschafft sich Zutritt zur Wohnung eines 85-Jährigen in Schwerte. Der Schwindel fliegt auf. Doch Betrüger sind „schnell und erfinderisch“. Vor diesen Maschen warnt das Landeskriminalamt.

Zum Glück hatte die Tochter des Rentners den Mann, der angeblich „Mitarbeiter der Pflegedienst-Kontrolle“ war, rechtzeitig durchschaut. Als sie den Fremden nach dessen Ausweis fragte, hatte der es plötzlich sehr eilig.

„Ich wette, der war ganz schnell wieder weg“, sagt Frank Scheulen vom Landeskriminalamt NRW mit Sitz in Düsseldorf. Dass sich Betrüger die Corona-Pandemie zunutze machen, sei gerade unvermeidbar. „Betrüger sind sehr schnell und erfinderisch, das zeichnet sie leider aus“, sagt er. „Die Menschen sollten das wissen und die aktuellen Tricks kennen.“

Auf der Internetseite der Polizei NRW kann man nachsehen, welche Maschen und Tricks gerade besonders häufig angezeigt werden. Einige der „beliebtesten“ Tricks haben wir hier aufgeführt.

1. „Wir impfen Sie zu Hause!“

Ein mobiles Impfkommando? Der nette Mensch vom Pflegedienst? Vorsicht! Frank Scheulen warnt: „Aktuell nutzen die Täter die Angst vor dem Corona-Virus aus, um insbesondere ältere Menschen zu bestehlen, indem sie sich als Ärzte

oder medizinisches Fachpersonal ausgeben.“

Ist die mobile Truppe einmal im Haus, werde das Opfer abgelenkt. In der Zwischenzeit durchsucht der Rest des „Impfkommandos“ oder des „medizinischen Fachpersonals“ die Wohnung nach Geld oder Wertgegenständen. „Das machen die in Windeseile“, sagt Frank Scheulen.

Und es gilt: Niemand führt unangekündigt Virentests an der Haustür oder in der Wohnung durch. Nur wenn jemand bereits erkrankt ist oder es sich um einen besonderen Härtefall handelt, ist das möglich. Dann hat man aber meistens bereits einen Arzt oder das Gesundheitsamt informiert.

2. „Wir haben Impfstoff für Sie!“

In einigen Fällen bieten Betrüger einen „Corona-Impfstoff“ eines bekannten Herstellers am Telefon an. Manchmal werde dann gefordert, das Geld einem Boten zu übergeben. „Es ist auch nicht auszuschließen, dass Tricktäter sich als Impfstoffverkäufer ausgeben, um dadurch in Privatwohnungen zu gelangen“, informiert die Polizei. Und Frank Scheulen betont: „Ein solches Angebot ist natürlich Quatsch, niemand verkauft Impfstoff an der Tür.“

3. „Oma, ich brauche Geld für Medikamente!“

Der Enkeltrick klappt bei Senioren leider immer wieder. Doch seit der Corona-Pandemie haben die angeblichen „Enkel“ plötzlich ganz neue Hilferufe entwickelt. „Die Betrüger geben sich bei dieser neuen Masche als Angehörige aus, die sich mit dem Virus infiziert hätten und nun in einem Krankenhaus liegen würden“, informiert die Polizei.

Sie benötigten auf Grund ihrer Erkrankung dringend Geld für die Behandlung bzw. teure Medikamente. „Da sie selbst im Krankenhaus liegen würden, könnten sie nur einen Boten schicken, der das Geld oder auch die Wertsachen abholt“, so Scheulen. Und dieser Bote ist dann schnell mit dem Geld über alle Berge.

4. Phishing: „Schicken Sie uns Ihr Passwort online!“

Dann gibt es noch die Internet-Betrüger. Die Täter behaupten, als Dienstleister im Online-Sektor, zum Beispiel Banken und Sparkassen, nur per Telefon oder E-Mail weiterhelfen zu können. Dieses Argument wird besonders während der Corona-Pandemie genutzt.

Man wird per E-Mail aufgefordert, Daten abzugleichen, insbesondere Passwörter oder andere sensible Daten auf Web-Seiten einzugeben, die täuschend echt aussehen. „Täter gelangen so in den Besitz aller nötigen Angaben, um diese nutzen zu können“, erklärt die Polizei. Diese E-Mails emotionalisieren und greifen die Empfehlungen auf, sich nicht unnötig im Freien aufzuhalten.

Frank Scheulen vom LKA bittet dringend darum, alle Vorfälle unter der Notrufnummer 110 bei der Polizei anzuzeigen. „Nur so können wir diesen Burschen das Handwerk legen.“ Er sagt: „Corona ist schon schlimm genug. Da sollte man nicht auch noch auf solche Tricks hereinfallen.“

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Begegnungen mit interessanten Menschen und ganz nah dran sein an spannenden Geschichten: Das macht für mich Lokaljournalismus aus.
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Martina Niehaus

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