Laura Adimis überlegt noch, ob sie sich impfen lässt. Sie wünscht sich mehr Studien dazu, wie die Impfstoffe bei jungen Menschen wirken. © Stefan Milk
Coronavirus

„Möchte noch warten“: Jugendliche sind bei der Corona-Impfung skeptisch

Obwohl es mittlerweile zwei zugelassene Impfstoffe für Jugendliche gibt, ist die Impfquote noch recht niedrig und die Inzidenz in der Altersgruppe steigt. Jugendliche zeigen sich skeptisch.

Laura Adimis ist 16 Jahre alt und dürfte sich gegen das Coronavirus impfen lassen. Der Impfstoff von Biontech und seit kurzem auch der von Moderna haben eine entsprechende Zulassung für Menschen ab 12 Jahren. Als der Impfbus auf dem Marktplatz in Bergkamen steht, stellt Adimis sich aber nicht an. „Ich möchte noch warten“, sagt die junge Frau ehrlich.

Der Grund für ihr Zögern ist ihre Gesundheit. Bei Astrazeneca habe sich erst im Laufe der Impfkampagne herausgestellt, dass ein Risiko für Hirnblutungen mit der Impfung einhergeht – vor allem bei jüngeren Menschen. „Deshalb habe ich schon etwas Angst“, gesteht sie.

Generell habe sie nichts gegen die Impfung und sie finde es auch wichtig, dass sich viele Menschen impfen lassen. Aber sie möchte damit noch warten, bis es mehr Studien gibt. „Ich mache bald eine Ausbildung im Krankenhaus. Dann werde ich sicher auch ein Impfangebot bekommen“, erzählt die 16-Jährige. Dann will sie darüber nachdenken, es anzunehmen.

Impfung für Freiheiten, wenn die Zahlen wieder steigen

Während Adimis noch etwas skeptisch ist, hat sich die 17-jährige Ceren Ayvaci im Impfbus auf dem Marktplatz impfen lassen. „Am Anfang wollte ich mich nicht impfen lassen, weil ich mir dachte ‚was kann schon passieren?‘ Jetzt sieht es aber danach aus, dass die Regeln wieder strenger werden könnten und ich möchte nicht nochmal so lange zu Hause festsitzen.“ Für Ayvaci spielen also vor allem die Freiheiten eine Rolle.

Beide junge Frauen machen sich offenbar wenig Sorgen um eine Infektion – was wenig überraschend ist, denn Jugendliche haben nur sehr selten einen schweren Verlauf. Das ist auch der Grund, warum sich eine 25-jährige Marktbesucherin, die ihren Namen nicht in der Zeitung lesen möchte, nicht impfen lassen will.

„Für mich ist das nichts anderes als eine Grippe. Ich halte nichts von der Impfung“, sagt sie. Sie ist Genesene und damit ohnehin geschützt. Aber auch wenn sie den Genesenen-Status nicht mehr hat, will sie sich nicht impfen lassen. „Mein Arzt hat mir auch davon abgeraten. Ich bin jung und ich will noch Kinder haben.“

Corona-Inzidenz bei den Jugendlichen steigt

Der kurze Besuch auf dem Wochenmarkt in Bergkamen zeigt, wie unsicher sich manche Jugendlichen noch sind. Und nicht nur in Bergkamen:In Deutschland sind laut RKI aktuell (Stand: 3. August) 10,1 Prozent der 12 bis 17-Jährigen vollständig und 20,7 Prozent mindestens einmal geimpft. Die Inzidenz steigt in dieser Altersgruppe derweil.

Es bleibt nun abzuwarten, wie sich das Impfen in dieser Altersgruppe entwickelt. Denn auch, wenn manche Jugendliche mehr Angst vor einer Impfung als vor einer Infektion zu haben scheinen: Wer infiziert ist, kann andere anstecken.

Über die Autorin
Jahrgang 1991. Vom Land in den Ruhrpott, an der TU Dortmund studiert, wohnt jetzt in Bochum. Hat zwei Katzen, liest lieber auf Papier als am Bildschirm. Zu 85 Prozent Vegetarierin, zu 100 Prozent schuhsüchtig.
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Claudia Pott

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