Mit „Murren und Knurren“ geben Gäste ihre Daten in Restaurants an

dzDatensammlung in Restaurants

Leere und unvollständig ausgefüllte Zettel oder „Murren und Knurren“ – ein bisschen zieren sich die Schwerter oft noch, wenn es um die Daten zur Corona-Nachverfolgung in Restaurants geht.

Schwerte

, 14.07.2020, 17:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Wegen des Coronavirus mussten sich alle etwas umstellen, Geschäfte Kinos, Schwimmbäder und auch Restaurants. Wer jetzt etwas essen gehen will, der muss Daten wie Name und Adresse angeben – ob er will, oder nicht. Und wer nicht will, der muss wieder gehen.

Aber wie geht es den Restaurant-Betreibern mit den Anforderungen? Zeljko Sarcevic antwortet schnell auf die Frage, wie die Lage aktuell im Restaurant „Das Lokal“ ist: „Bei uns läuft alles vorschriftsmäßig.“ Bleibt zu hoffen, dass das überall der Fall ist.

Bisher keine Diskussionen mit Gästen

Aber wie reagieren die Gäste, wenn sie gesagt bekommen, dass sie erst einmal einen Zettel mit ihren Namen, Adressen und Telefonnummern ausfüllen müssen? „Naja, das müssen sie ja, sie werden ja gezwungen“, sagt Zeljko Sarcevic.

Bisher habe er noch niemanden wegschicken müssen, denn es verstehen alle seine Gäste, warum sie ihre Daten abgeben müssen. „Wir lassen die Zettel auf dem Tisch, bis die Gäste wieder gehen“, so Sarcevic. Diskussionen mit Besuchern habe es aber bisher im Restaurant „Das Lokal“ nicht gegeben.

Angaben sind oft unvollständig

Vier Wochen müssen Gastronomen die Daten aufbewahren und anschließend selbst vernichten. „Das ist kein großer Aufwand für uns“, sagt Zeljko Sarcevic.

Anders sieht das Tarcisio Piccin vom Eiscafé Venezia in der Schwerter City. Nicht alle Kunden schreiben auch wirklich alles auf.

„Viele schreiben ihren Namen, Adresse und die Uhrzeit wann sie gekommen sind. Aber wann sie gegangen sind, oder die Tischnummer lassen sie oft weg“, so der Chef des Eiscafés. Die fehlenden Angaben, müssen die Mitarbeiter dann nachtragen, das hält auf.

Zwei von Hundert Gästen meckern

Auch Viktoria Berretta-Schröder vom Bistro „denk-mal“ hat Mehraufwand durch die Datensammlung der Gäste. „Das nimmt Zeit in Anspruch, weil man dreimal mehr zum Tisch laufen muss“, sagt sie. Die Vernichtung der Zettel nach vier Wochen sei hingegen nicht besonders aufwendig. Das Problem sei, dass sie und ihre Mitarbeiter aufpassen müssen, dass die Zettel komplett ausgefüllt werden.

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Viktoria Berretta-Schröder

Wer die Daten nicht angeben will, der wird im „denk-mal“ nicht bewirtet. „Heute wollten welche die Zettel nicht ausfüllen, unter Murren und Knurren haben sie es dann doch gemacht“, so Berretta-Schröder. „Unter 100 Menschen gibt es höchstens mal zwei, die ihre Daten nicht angeben wollen.“

„Was sein muss, muss sein“

Tarcisio Piccin findet es wichtig, dass die Daten angegeben werden. „Was sein muss, das muss eben sein“, sagt er. Er denkt, dass die gesamte Corona-Lage sich noch hinziehen wird und bereitet sich jetzt schon auf das Herbst-/Wintergeschäft vor.

„Dann wollen alle drinnen sitzen und wir müssen schauen, wie wir mehr Leute sicher unterbringen, nach Sicherheits- und Hygieneregeln“, so Piccin. Deshalb habe er probeweise schon ein paar Trennwände bestellt, damit könne man vielleicht ein paar Gäste mehr unterbringen.

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