Der Sportplatz und das mittlerweile geräumte Areal des ehemaligen FAB sollen an einen Investor verkauft werden. © Neubauer
Neue Sportanlage

Lidl ist raus: Stadt will mit FAB-Gelände und Schützenhof trotzdem Gewinn machen

Wie geht es weiter mit der geplanten Sportanlage in Wandhofen? Fest steht: Die Pläne haben sich geändert. Der ursprünglich geplante Lidl ist nämlich nicht mehr im Rennen.

Zwei alte Sportanlagen in Stadtnähe verschwinden. Eine neue Sportanlage wird auf der grünen Wiese gebaut. Dafür entstehen auf dem Areal der einen Anlage ein großer neuer Discounter, eine Kindertagesstätte und eine ganze Reihe neuer Wohnungen. Und das Ganze finanziert sich, wie die Stadt plant, durch die Grundstückverkäufe selbst.

So sieht der Plan für den Schützenhof und den Sportplatz in Wandhofen aus.

Allerdings mit einer Änderung: Der Discounter ist nicht mehr mit im Rennen. „Mit Schreiben vom 24.08.2020 teilte der Eigentümer des bestehenden Lidls an der Schützenstraße mit, dass die Verhandlungen mit der Firma Lidl zur Verlagerung des Standorts gescheitert sind. Dadurch ist die Gesamtkonzeption ohne den Neubau eines Lebensmitteleinzelhändlers am Schützenhof weiterzuführen“, heißt es in einer entsprechenden Vorlage von Stadtplaner Christian Vöcks für den Stadtrat.

Laden an der Schützenstraße sollte aufgegeben werden

Der Discounter wollte ursprünglich den Laden an der Schützenstraße aufgeben, zugunsten eines erheblich größeren neuen Ladenlokals, dass auf dem Areal der Sportanlage am Schützenhof gebaut werden sollte. Erst im Anschluss an den Discounter war Wohnbebauung geplant.

Stadtplaner Vöcks empfiehlt nun, dort nur Wohnbebauung anzusiedeln – da man auch Fördermittel vom Bund in Höhe von 2,7 Millionen Euro bekäme. „Durch die Förderung und die zu erwartenden Grundstückserlöse kann das Gesamtprojekt wirtschaftlich umgesetzt werden“, so Vöcks.

Stadt will mindestens 6 Millionen Euro für die Grundstücke

Die beiden Grundstücke, nämlich das ehemalige Freizeit- und Allwetterbad mit dem angrenzenden Schützenhof, sowie der Sportplatz in Wandhofen sollen im Verkauf mindestens 6 Millionen Euro einbringen. Allerdings will die Stadt nicht gleich an den Meistbietenden verkaufen, sondern den mit dem besten Konzept. Und dafür ist ja ohne Lidl deutlich mehr Platz.

Ganz risikofrei ist der Ankauf der Sportplätze für die Investoren allerdings nicht: Gemäß Altlastenkataster handelt es sich sowohl bei den Flächen Am Schützenhof /FAB-Gelände als auch bei den Sportplatzflächen des TUS Wandhofen um Altlastenverdachtsflächen.

Was allerdings unter dem Kunstrasen und der Asche zu finden ist, das weiß man bislang noch nicht. Es sei aber aufgrund der vorliegenden Informationen aus dem Altlastenkataster mit nicht unerheblichen Kosten zu rechnen, so Vöcks. Deshalb müsse die Beseitigung der Altlasten auch zu Lasten der Käufer gehen.

Investor soll die Sportanlage bauen

Um die Kosten kalkulierbar zu machen, soll der Bau der Sportanlage ebenfalls an einen Investor übertragen werden. Der soll dann für den Festpreis von 6,3 Millionen Euro die neue Sportanlage bauen. Insgesamt, so rechnet zumindest die Stadtverwaltung, könne man durch den Bau der Anlage sogar einen Überschuss von 2,4 Millionen Euro erwirtschaften.

Denn den Kosten für den Bau (6,26 Mio Euro und das Grundstück (2,97 Mio Euro) stünden Einnahmen aus dem Verkauf der Grundstücke (mindesten 6 Mio Euro) und den Fördermitteln (2,7 Millionen Euro) gegenüber. Damit wäre die Bilanz schon ausgeglichen.

Da die Stadt aber an die Wirtschaftsförderungsgesellschaft des Kreises Unna, der das Grundstück für die Sportplätze noch gehört, im Gegenzug eine Grundstück an der Wannebachstraße verkauft, erhält man Grund und Boden für den Sportplatzbau quasi im Tausch. In der Summer ergibt sich dadurch für die Stadt Schwerte ein Gewinn von 2,4 Millionen Euro.

Kindertagesstätte wird nicht mehr gebaut

Die Kindertagesstätte, die in den ursprünglichen Plänen noch eine Rolle spielte, ist übrigens schon lange nicht mehr Teil der Planung. Das bestätigte Stadtsprecher Ingo Rous. Das Gebäude der Kindertagesstäte Tausendfüssler, die dorthin umziehen sollte, sei besser erhalten als gedacht. Deshalb habe man bereits vor über einem Jahr von dieser Planung Abstand genommen.

Wie es mit dem Sportplatzbau weitergehen soll, beschließt der Rat bei seiner Sitzung am Montag, 30. November, um 17 Uhr im Friedrich-Bährens-Gymnasium.

Über den Autor
Redaktion Schwerte
Ist mit Überzeugung Lokaljournalist. Denn wirklich wichtige Geschichten beginnen mit den Menschen vor Ort und enden auch dort. Seit 2007 leitet er die Redaktion in Schwerte.
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Heiko Mühlbauer

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