Lasst in der Corona-Krise doch endlich Eure Geiz-geil-Mentalität fallen!

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Keine Leistung, kein Geld – in normalen Zeiten mag das gutes Verbraucherrecht sein. Doch wer jetzt nicht Fünfe gerade sein lässt, wird nach der Corona-Hysterie ein böses Erwachen erleben.

Schwerte

, 21.03.2020, 15:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Noch vor zwei Wochen war unser Leben komplett anders. Wir gingen in Bars, zum Essen, trafen uns mit Freunden, sahen Filme im Kino an, besuchten Sport-Kurse und andere Veranstaltungen.

All das ist jetzt nicht mehr möglich. Klar, das ist ärgerlich und schränkt uns ein. Manchen Menschen macht die neue Situation auch Angst. Angst vor dem Virus, aber auch Angst vor dem, was wirtschaftlich daraus folgt.

Einfach mal nicht auf jeden Cent achten

Dabei haben wir zumindest, was die wirtschaftlichen Folgen betrifft, auch unsere Chance, die abzumildern. Das betrifft vor allem jene, die bislang noch keine finanziellen Einbußen hinnehmen mussten.

Was wir tun können? Ganz einfach: mal nicht auf den Cent achten und unsere Verbraucherrechte sein lassen. Denn das könnte, so widersinnig das scheint, am Ende uns allen helfen.

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Wer jetzt seine Konzertkarten zurück gibt und das Geld zurückfordert, darf sich im Herbst oder auch später, wenn (hoffentlich) alles wieder normal ist, nicht wundern, wenn es den Club oder die Kneipe dann nicht mehr gibt. Denn die wenigsten Veranstalter und Künstler haben finanziell Luft für drei Monate oder mehr. Das gilt auch für Fitnessstudios, private Musikschulen und Tanzschulen.

Wer es sich leisten kann, sollte Fünfe gerade sein lassen

Die Rechnung, „Ich bekomme jetzt die erwartet gute Leistung nicht, für die ich bezahle, deshalb zahle ich nicht mehr“, geht da nicht auf. Natürlich muss jeder in diesen Zeiten darauf achten, was er sich leisten kann und will.

Aber nur aus Prinzip jetzt auf seinem finanziellen Recht zu beharren oder Kulanz einzufordern, ist nicht nur höchst unsolidarisch, sondern eben nicht ausreichend weit gedacht.

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Und ich kann mir vorstellen, die meisten Veranstalter oder Betreiber werden sich etwas einfallen lassen, um eine solidarische Kundschaft zu halten. Da gibt es schon Ideen, wie einen Gratismonat am Ende des Vertrags oder nachgeholte Veranstaltungen im Herbst oder gar im nächsten Jahr. Vor allem aber gibt es dann hoffentlich noch all diese Veranstaltungen, wenn wir Sie wieder besuchen können.

Natürlich hilft das nur im bescheidenden Rahmen. Das darf nicht davon ablenken, dass der Staat auch in diesem Bereich Lösungen finden muss, die schnell und praktikabel funktionieren. Letztlich mildert es aber die Situation ab.

Wer vor Ort kauft, sollte auch vor Ort bestellen

Und wer schon dabei ist: Viele Geschäfte vor Ort bieten jetzt einen Lieferservice. Wer zuvor gerne in Schwerte bummeln ging, sollte sich überlegen, ob er das, was er vor Ort gekauft hat, nicht besser auch vor Ort bestellt. Denn mal ehrlich: Amazon und Co. kamen auch vor der Krise gut zurecht und sind auf die zusätzlichen Einnahmen nicht dringend angewiesen.

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