Landwirte für Bienenschutz wollen Schwerter Felder zum Blühen bringen

dzBlühstreifen

Schwerte wird in diesem Sommer ein Blüten-Meer. In Zusammenarbeit mit dem Klimaschutz-Management der Stadt Schwerte wollen die Schwerter Landwirte Blüh-Streifen säen.

Schwerte

, 19.04.2019 / Lesedauer: 3 min

Die Hiobsbotschaften aus dem vergangenen Jahr über Insekten-Schwund und Bienensterben haben die Deutschen scheinbar beeindruckt. Die Kritik an versiegelten Vorgärten nimmt zu. Tipps zum Einrichten von Bienenwiesen begegnet man in allen Medien.

Und auch die Bauern machen mit, denn ihre Ackerflächen, beziehungsweise deren Ränder, eignen sich perfekt, um kleine Paradiese für Insekten zu entwickeln. An der Aktion „Blühendes Band durch Bauernhand“ der Stiftung Westfälische Kulturlandschaft nehmen Landwirte in vielen Städten teil.

Eigenes Projekt wird bald vorgestellt

Schwerter Bauern haben ein eigenes Projekt gestartet, in Zusammenarbeit mit dem Klimaschutzmanagement der Stadt Schwerte. Das Projekt wird in Gänze erst in ein paar Wochen vorgestellt. Doch Ortslandwirt Bernd Schulte verriet auf Anfrage dieser Zeitung schon ein paar Details.

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Ende April, beziehungsweise wenn sicher ist, dass es nicht mehr friert, wollen die Schwerter Landwirte dort wo es geht, Blühstreifen auf ihren Äckern einsäen. Ausgenommen sind Heuwiesen, doch die bieten Insekten ja bereits Nahrung.

Das dazu erforderliche Saatgut haben die Bauern bereits geordert, es muss nur noch abgeholt, verteilt und gesät werden.

Ernteausfall muss in Kauf genommen werden

Bernd Schulte selbst wird auf einem seiner Äcker einen drei bis sechs Meter breiten Streifen einsäen, ungefähr 3000 Quadratmeter. Den Ernteausfall nehmen die Landwirte in Kauf.

Die gemeinsame Aktion ist neu, doch einzelne Schwerter Bauern haben schon in früheren Jahren Blumen gesät. Dabei sammelt sie Erfahrungen, die nicht so schön sind.

Die Blühstreifen wurden nämlich von Hundebesitzern als Hundetoilette genutzt. Dabei werden Pflanzen plattgetrampelt und verunreinigt, die eigentlich Bienen ernähren sollten. Deshalb der Appell von Bernd Schulte: „Bitte die Blühstreifen nicht betreten“. Es werden auch noch eindeutige Schilder aufgestellt.

Bienenschutz im Garten

Aktiv im Sinne des Bienenschutzes können auch Gartenbesitzer werden. Bei der Arbeitsgemeinschaft Ornithologie und Naturschutz (Agon) ist Dr. Thomas Kruse Spezialist für Wildbienen und das Projekt „Schwerte summt“, das gerade in der Planung ist. Wenn Gartenbesitzer Bienen helfen wollen, können sie laut Kruse zwei wichtige Dinge tun.

1. Eine Blütenwiese schaffen: Dazu gräbt man den Rasen entweder spatentief um oder vertikutiert den Rasen mehrmals so tief wie möglich. Dann streut man Samenmischungen für Bienenwiesen aus, die es in jedem Baumarkt gibt.

2. Insektenhotel aufstellen: Wildbienen brauchen für die Eiablage holzige Röhren, zum Beispiel zusammengebundene Schilfrohre oder angebohrte Holzstücke, die man gegen die Wachstumsrichtung anbohren sollte. Fertige Insekten-Hotels gibt es im Baumarkt. Kruse rät, darauf zu achten, dass diese Schilfrohre oder Bohrlöcher mindestens zehn Zentimeter tief sind.

„Schwerte summt“

Das Projekt „Schwerte summt“ will die Agon noch in diesem Jahr vorstellen. Noch gibt es Verhandlungen mit der Stadt über ein Grundstück in Villigst auf dem dann eine Bienenwiese entstehen soll.

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Während die Hilfe für Insekten in Schwerte mit voller Wucht anläuft, scheint ein anderes Tierschutzprojekt gescheitert zu sein: Der Einsatz für die Feldlerchen.

Auf ihren Feldern hatten einige Bauern sogenannt Lerchenfenster eingerichtet. Das sind mehrere Meter lange und breite unbestellte Flächen mitten im Feld, die den Feldlerchen zur Brut dienen sollen, weil ihnen der Platz zwischen den Getreidereihen zu eng ist.

Lerchenfenster gescheitert

Die Erfahrung hat nun gezeigt, dass diese Lerchenfenster nicht funktionieren. Aus einem einfachen Grund: „Der Fuchs hat das ziemlich schnell gelernt, was er an den Lerchenfenstern hat“, berichtet Bernd Schulte. „Die Gelege werden geplündert.“ Somit haben die Lerchenfenster ausgedient.

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