Schwerter Kulturszene trauert um Fred Ape: „Sein Lachen hinterlässt eine Lücke“

dzFred Ape gestorben

Schock für die Schwerter Kulturszene: Der Liedermacher und Kabarettist Fred Ape (67) ist tot. Er baute nicht nur die Kleinkunstreihe mit auf, sondern trat auch regelmäßig in der Stadt auf.

Schwerte

, 10.11.2020, 18:58 Uhr / Lesedauer: 2 min

Nie wieder wird er mit seiner Gitarre auf der Bühne der Rohrmeisterei stehen. Niemals mehr „Eine Runde um´n Block“ bereichern, falls Jörg Rost eine Neuauflage des kulturellen Rundgangs durch die Stadt veranstaltet. Mit einer Mischung aus purem Entsetzen und aufrichtiger Trauer reagierte die Schwerter Kulturszene auf die Nachricht vom Tod des Liedermachers und Kabarettisten Fred Ape, der so viele Veranstaltungen in der Ruhrstadt mitgeprägt hatte.

Er war, wie sein langjähriger Musikpartner Guntmar Feuerstein bestätigte, am Montag (9.11.) völlig überraschend im Alter von nur 67 Jahren gestorben. „Sein fehlendes Lachen wird eine große Lücke hinterlassen“, sagte ein Kulturschaffender, der zugab, „total geschockt“ zu sein.

Im Schwerter Kulturamt baute er die Kleinkunstreihe mit auf

Beziehungen zur Ruhrstadt hatte Fred Ape, der zuletzt in Dortmund lebte, schon Ende der 1980er-Jahre aufgebaut. Der gelernte Sozialarbeiter, der als Profi-Musiker mit der Folk-Rock-Gruppe „Ape, Beck und Brinkmann“ einen großen Bekanntheitsgrad erworben hatte, wurde im August 1988 bei der „Runderneuerung“ des Schwerter Kulturamts zum städtischen Mitarbeiter.

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Mit einer Halbtagsstelle war er ausschließlich für die Kulturarbeit zuständig, wo er sich vor allem um die Organisation der Kleinkunstreihe kümmerte. Der damalige Kulturamtsleiter Herbert Hermes versprach sich von seinem neuen „Kulturarbeiter“ neue Impulse.

Stammgast war Fred Ape (l.) auch jahrelang, wenn Chris Kramer (r.) die Reihe "Rohrmeisterei unplugged" veranstaltete.

Stammgast war Fred Ape (l.) auch jahrelang, wenn Chris Kramer (r.) die Reihe „Rohrmeisterei unplugged“ veranstaltete. © Bodo Brauer

Gleichzeitig blieb Fred Ape aber auch musikalisch tätig, nahm bereits seine sechste eigene Langspielplatte auf. Mit seinem Duo-Partner Guntmar Feuerstein eroberte er drei Jahre später sogar die „Lieder-Bestenliste“ des Südwestfunks.

Immer wieder bei „Nachtschnittchen“ und „Rohrmeisterei unplugged“

Auch nach seinem Ausscheiden aus dem Rathaus blieb Fred Ape ein gerngesehener Gast ist Schwerte. Vor allem in der Rohrmeisterei war er oft mit seiner Gitarre zu erleben. Nicht nur bei der Ruhrgebiets-Show „Nachtschnittchen“, sondern vor allem auch bei der Reihe „Rohrmeisterei unplugged“.

„Eine Zeitlang habe ich ihn oft gebucht bei mir“, sagt Organisator Chris Kramer – sowohl im Duo mit Guntmar Feuerstein als auch solo. In der Tradition der Liedermacher habe er gesellschaftskritisch-politische Lieder gesungen, oft mit einem Augenzwinkern.

Auf der Bühne wirkte Fred Ape immer so jugendlich. „Sein fehlendes Lachen wird eine große Lücke hinterlassen“, ist in der Schwerter Kulturszene zu hören.

Auf der Bühne wirkte Fred Ape immer so jugendlich. „Sein fehlendes Lachen wird eine große Lücke hinterlassen“, ist in der Schwerter Kulturszene zu hören. © Bodo Brauer

„Er hat viele Herzen berührt“, erklärt Chris Kramer. Sein eigenes erst noch kürzlich, als er im Radio Apes Lied „Du hast Glück gehabt“ hörte. Der Text handelt von dem Glück, als Mann in Deutschland und nicht als Frau in Afrika geboren zu sein: „Das ging mir unter die Haut, weil ich mit einer Afrikanerin liiert bin.“

Zuletzt war Fred Ape bei Jörg Rosts „Runde um´n Block“ Ende August in Schwerte zu erleben. Dabei wirkte der viel Sport treibende Künstler wie immer so jugendlich – eine Tatsache, die seinen plötzlichen Tod für seine Freunde noch unwirklicher machte.

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