Patrick Schürhoff hat mit Ehefrau Marie-Kristin das denkmalgeschützte Gebäude des Kult-Imbisses „Glückauf-Grill" gekauft und sucht einen Betreiber, der die Tradition aufrecht erhält. © Michael Klein
Glückauf-Grill

Kult-Imbiss: Neuer Hauseigentümer will Erbe von „Mama Rosin“ bewahren

Der „Glückauf-Imbiss“ in Dorsten ist Kult - hier hatte die Mutter von Sternekoch Frank Rosin die Löffel in der Hand. Jetzt hat die Immobilie einen neuen Besitzer. Er will ihr Erbe bewahren.

Das Elternhaus von Patrick Schürhoff steht in der Heinrich-Wienke-Straße, nur einen Steinwurf weit vom „Glückauf-Grill“ entfernt. „Dessen ehemalige Besitzerin Marlies Rosin hat mich durch die Schulzeit gerettet“, sagt der 38-Jährige. „Meine Eltern waren selbstständige Unternehmer, da war ich fast jeden Tag zum Mittagessen bei ihr. Ihre Frikadellen und die Currysauce waren für mich Kult.“

Und auch später blieb er in Verbindung mit der inzwischen verstorbenen Mutter von Zwei-Sterne-Koche Frank Rosin, kellnerte in ihrem zwischenzeitlichen Restaurant „La Vie“.

Am Rande der Zechensiedlung

Kein Wunder, dass es dem heute in Deuten lebenden Patrick Schürhoff in der Seele wehtat, als er vor ein paar Monaten von der Insolvenz der legendären Imbissbude in der Glück-Auf-Straße im Dorstener Stadtteil Hervest erfuhr.

Jetzt setzt sich der 38-Jährige, der als Vertriebsleiter für ein dänisches Unternehmen tätig ist und seit Monaten auch in Dorsten ein Corona-Testzentrum betreibt, dafür ein, dass Imbiss-Tradition dort weiter leben kann.

„Sauber und geschmackvoll“

Gemeinsam mit Ehefrau Marie-Kristin hat er das denkmalgeschützte Gebäude gekauft. „Wir selbst wollen dort keine Gastronomie betreiben, sondern suchen einen verantwortungsbewussten Pächter, der dafür sorgt, dass die Identität erhalten bleibt.“ Will heißen: „Ein sauberer, geschmackvoller Imbiss, kann auch eine gute Dönerbude sein, aber kein 08/15-China- oder Pizza-Lieferdienst.“

Vier, fünf ernsthafte Bewerber hat er an der Angel. „Es können sich aber noch welche bei uns melden“, sagt der Deutener, der die Immobilie im Mai von der bisherigen Inhaber-Familie Pöppelbuß erworben hatte und Anfragen per E-Mail unter patrick.schuerhoff@gmx.de annimmt.

Marlies Rosin (Mitte), hier auf einem Archivbild mit ihren Mitarbeiterinnen Wally Schliesing und Sabrina Seidel, eröffnete den Glückauf-Grill im Jahr 1976.
Marlies Rosin (Mitte), hier auf einem Archivbild mit ihren Mitarbeiterinnen Wally Schliesing und Sabrina Seidel, eröffnete den Glückauf-Grill im Jahr 1976. © Michael Klein (Archiv) © Michael Klein (Archiv)

Rund 40 Quadratmeter groß ist der Imbiss, der 1951 von Hans Pöppelbuß als „Milchverkaufsladen“ eröffnet worden war. Die Mutter von Sternekoch Frank Rosin eröffnete im Jahr 1976 dort den Glückauf-Grill, der später als Teil der Zechensiedlung unter Denkmalschutz gestellt wurde.

„Im Inneren des Gebäudes sind die Denkmalschutz-Auflagen aber nicht so groß“, beruhigt Patrick Schürhoff künftige Nutzer, auch wenn er sagt: „Getan werden muss hier noch einiges.“

Die letzte Pächterin vor der Insolvenz war Diana Einhaus, sie arbeitete acht Jahre für Marlies Rosin, ehe sie den Betrieb im Jahr 2010 übernahm. „Dass in der ganzen Zeit nur einen Pächterwechsel gab, hat uns mit zum Kauf bewogen“, so Schürhoff.

Bundesweit bekannt

„Mit Herzblut soll diese Erfolgsgeschichte nun fortgeschrieben werden“, sagt er. Immerhin ist der Grill wegen des Namens „Rosin“ durch Presseartikel und TV-Beiträge bundesweit bekannt, gehörte einst zu den besten Pommesbuden im Pott. „Vielleicht gibt es ja bald neue Kooperationen mit Frank Rosin.“

Über den Autor
Redaktion Dorsten
Geboren 1961 in Dorsten. Hier auch aufgewachsen und zur Schule gegangen. Nach erfolgreich abgebrochenem Studium in Münster und Marburg und lang-jährigem Aufenthalt in der Wahlheimat Bochum nach Dorsten zurückgekehrt. Jazz-Fan mit großem Interesse an kulturellen Themen und an der Stadtentwicklung Dorstens.
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Michael Klein

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