So könnte der Blick aufs City-Center aussehen. © Riehl Bauermann + Partner
Neuer Marktplatz

Kritik an Plänen für Schwerter Markt: „Geld nicht für reines Prestigeprojekt verpulvern“

Der Marktplatz soll umgestaltet werden. Doch die Pläne stoßen auf Kritik. Die FDP fordert mit Blick auf die Situation der Händler zumindest eine Verschiebung des Umbaus. Andere werden da deutlicher.

Der Marktplatz soll umgestaltet werden. Zumindest SPD und CDU sind sich da laut Kooperationspapier einig. In den Leserbriefspalten der Zeitung und auf Facebook stoßen die Pläne augenscheinlich auf wenig Gegenliebe.

Und auch die FDP fordert nun zumindest eine Verschiebung des Umbaus. Sie argumentiert vor allem mit den Problemen der Gewerbetreibenden nach der Corona-Krise. Nach dem Lockdown dürfte nicht die Zeit der Sperrung des Marktes beginnen.

FDP will die Marktpläne verschieben

In einer Presserklärung dazu betont die Schwerter FDP: „Es kann politisch nicht gewollt sein, den Geschäften und Lokalen rund um den großen Marktplatz nach Aufheben des Lockdowns eine monatelange Baustelle vor der Tür zuzumuten, ein Jahr Zugangsbeschränkungen, mindestens ein Jahr kein Wochenmarkt an traditioneller Stelle. „Man muss kein Prophet sein, um das wirtschaftliche Nicht-Überleben einzelner anliegender Geschäftsleute vorherzusagen“, folgert Renate Goeke, Fraktionsvorsitzende der FDP.

Außerdem kritisieren die Liberalen die mangelnde Beteiligung der Gewerbetreibenden an den Planungen. „Es kann auch nicht gewollt sein, der Planung zur Umgestaltung dieses wichtigen, zentralen Ortes der Stadt Schwerte nicht die nötige Sorgfalt zukommen zu lassen. Es kann nicht sinnvoll sein, die anliegenden Gewerbetreibenden und Gastronomen nicht in ausreichendem Maße in den Gestaltungs- und Entscheidungsprozess mit einzubinden.“

Das schrieben die Leserinnen und Leser

Die Leserbriefe und Kommentare auf Facebook, sind da in ihrer Wortwahl noch deutlicher. Hier ein paar Ausschnitte:

  • Thomas Feltes: „In Schwerte kümmert sich die Politik und allen voran der Bürgermeister überhaupt nicht um dieses Thema. Stattdessen will man den Marktplatz ‚neu gestalten‘. Planungen zur absoluten Unzeit.“
  • Dieter Requard: Übrigens, diese Summe (3,5 Millionen) sollte auch nur so deutlich dargestellt werden, wie sie ist. Der Zuschuss von 2,8 Millionen über die 700.000 Euro für Schwerte hinaus, kommt ja ebenfalls aus Steuergeldern. Wenn auch nicht aus „unseren“ Schwertern, aber macht es das besser?
  • Ute Rohrlack: Die gezeigten Treppen haben keine Geländer – eine Schwierigkeit für viele, die nicht freihändig eine Treppe herauf- oder heruntergehen können. Ebenso könnten für Rollator- und Rollstuhlfahrer sogenannte Kinderwagentreppen eingeplant werden, worüber sich auch die Kinderwagenschieber/innen freuen werden.
  • Manfred Rommel: Was soll denn der ganze Schmarrn? Ist das eine Notwendigkeit? Ich finde den Marktplatz, der meines Wissens in den 80er-Jahren so gestaltet wurde, doch ganz passend zum Gesamtbereich.
  • Martin Kamm: Geht’s eigentlich noch? Es stehen in den nächsten Jahren wichtige Investitionen in die Infrastruktur an (zum Beispiel Schulneubau und Rathaussanierung). Hierfür muss man, wenn man verantwortungsbewusst handelt, die knappen finanziellen Mittel einplanen und diese nicht für reine Prestigeprojekte verpulvern.
  • AnBe (auf Facebook): Hässlich. Als ob es in Corona-Zeiten keine anderen Sachen gibt, wo die 20-prozentige Zugabe der Schwerter Steuerzahler besser aufgehoben wäre. Haben denn alle Kinder in Schwerte fähige Geräte, um am Heimunterricht teilzunehmen? Gibt es Sozialarbeiter, welche Alleinstehende, Ältere und Kinder auch so besuchen und zur Seite stehen? Ist schon unverschämt, das Schwerte sich auf Äußerlichkeiten reduziert. Auch wenn diese Dinge (zurzeit unnützer Umbau des großen Marktplatzes) gefördert werden, so muss unsere hochverschuldete Stadt einen Eigenanteil aufbringen, den sie nicht hat. Keiner verschenkt Geld, weil Schwerte ja so toll ist.

Jury mit Politikern und Experten

Ob die Verfasser dieser Meinungsäußerungen die Mehrheit der Schwerter hinter sich haben, ist schwer zu sagen. Grundsätzlich gab es im Vorfeld (vor Corona) Aufrufe zur Beteiligung auch für die Bürger. Die Teilnehmer dort stellten das Projekt grundsätzlich nicht infrage. Der Entwurf wurde von einer Jury ausgewählt, in der SPD und CDU aber auch die Grünen und Experten vertreten waren, andere Schwerter Interessengruppen aber nicht.

Über den Autor
Redaktion Schwerte
Ist mit Überzeugung Lokaljournalist. Denn wirklich wichtige Geschichten beginnen mit den Menschen vor Ort und enden auch dort. Seit 2007 leitet er die Redaktion in Schwerte.
Zur Autorenseite
Heiko Mühlbauer

Der neue Lokalsport-Newsletter für Dorsten

Immer freitags um 18:30 Uhr das Wichtigste aus dem Dorstener Lokalsport direkt in Ihr E-Mail-Postfach.

Informationen zur Datenverarbeitung im Rahmen des Newsletters finden Sie hier.