Impfkampagne des Bundesgesundheitsministeriums in der Tageszeitung: Der Kreis Unna stellt Geld für eine eigene Kampagne bereit. © Kevin Kohues
Corona-Pandemie

Kreis Unna plant für 20.000 Euro eine eigene Impfkampagne

Impfungen gelten als Ausweg aus Corona-Krise und Dauer-Lockdown, doch längst nicht jeder will sich impfen lassen. Der Kreis Unna will mit einer eigenen Kampagne die Impfbereitschaft erhöhen.

Zwei von drei Deutschen sind laut Umfragen bereit, sich gegen das Coronavirus impfen zu lassen, jeder Dritte ist unsicher oder lehnt die Impfung ab. Und trotz aller Informationen und bundesweiter Kampagnen wie „Deutschland krempelt die #Ärmelhoch“ gibt es möglicherweise auch Menschen, die das Thema bisher gar nicht erreicht hat.

Um die Impfbereitschaft im Kreis Unna zu steigern, soll die Kreisverwaltung nun eine eigene Kampagne ausarbeiten. Das hat der Kreistag auf Antrag der Fraktionen von SPD, CDU, FDP und „Grüne im Kreistag“ beschlossen. 20.000 Euro werden für die Kampagne bereitgestellt.

20.000 Euro stehen im Haushalt des Kreises Unna bereit

Damit will der Kreis freilich nicht in Konkurrenz zu den landes- und bundesweiten Kampagnen treten, sondern sie im weiteren Verlauf der Pandemie dann gezielt unterstützen, wenn sich abzeichnet, dass bestimmte Gruppen bei den Impfungen unterrepräsentiert sind.

Dies könnte etwa für Menschen mit Migrationshintergrund, die schlecht Deutsch sprechen, oder auch für jüngere Menschen gelten, die über die gängigen Medien schlechter zu erreichen sind.

Die vier Fraktionen schlagen in ihrem Antrag deshalb eine „an den jeweiligen Zielgruppen orientierte Darstellung der Informationen“ über alle zur Verfügung stehenden Kanäle vor. Genannt werden auch mehrsprachige und in leichter Sprache verfasste Flyer mit den wesentlichen Fragen und Antworten rund um die Impfung.

Landrat Mario Löhr sagte, dass die Bürger die Impfungen „aus Sicht des Impfzentrums“ bisher sehr gut annehmen würden. Aber entscheidend werde es gegen Ende, wenn es darum gehe, die fehlenden 30 bis 35 Prozent der Bevölkerung noch zu überzeugen.

Michael Klostermann (FDP) betonte aus Sicht der Antragsteller, dass es um eine Art Vorratsbeschluss gehe. „Wir wollen nicht das Gleiche machen wie Bund und Land, sondern möchten gewappnet sein, wenn Menschen sich nicht impfen lassen wollen.“

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Jahrgang 1982. Aufgewachsen im Münsterland. Nach dem Politik-Studium in Münster über Dortmund ins schöne Holzwickede. Verheiratet, Familienvater. Seit 2000 Journalist, seit 2010 beim Hellweger. Mag das Ruhrgebiet, Currywurst und gut gemachte Nachrichten – digital und gedruckt.
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