Kreativer Freistil: Die Mode von "ma petite passion"

SCHWERTE Mit eigenen Schnitten und kräftigen Farben kreiert Designerin Bettina Wiegand ihre Damenkollektionen. Ihren Stil nennt sie "kreativen Freistil". RN-Reporterin Hilke Schwidder hat sie in ihrem Ladenatelier besucht.

von von Hilke Schwidder

, 30.07.2008, 16:36 Uhr / Lesedauer: 2 min
Schwerte, 
Designerin Bettina Wiegand
Foto: Bernd Paulitschke

Schwerte, Designerin Bettina Wiegand Foto: Bernd Paulitschke

Bettina Wiegand entwirft und näht Kleidung. Ihr Geschäft „ma petite passion“ ("meine kleine Leidenschaft") im historischen Haus Eickhoff hat hohe Decken und den Charme eines kleinen Ateliers. „Ich gehe von dem aus, was mir selbst gefällt“, sagt die 49-Jährige. Sie schaut vielsagend an sich herunter und fügt hinzu: „Meine Schnittführung ist kreativer Freistil und wirkt vor allem durch die Stoff- und Farbkombination.“ Langsam schlendert die Designerin durch ihre Etage. Deutet auf ein Leinenkleid. Streicht über einen Walkstoff. Sie hat jahrelang als Entwurfsdirectrice in mehreren großen Textilunternehmen gearbeitet. „Wir haben Flugzeuge wie Busse benutzt“, erzählt sie. „An einem Tag Mailand, am anderen Paris – das hört sich toll an, war am Ende aber Routine.“ Die Schwerterin lächelt leise, als sei dieses Leben ewig her und nicht nur ein paar Jahre. Sie hat sich für den ersten Stock entschieden, für die Geheimtipp-Atmosphäre und ihren eigenen Stil. „Es ist nicht sehr lange her, da hätte ich mir nicht vorstellen können, dass ist das alles hier einmal schaffen würde“, sagt Bettina Wiegand. Sie setzt sich wieder auf den roten Gartenstuhl. Nippt am Wasser. „Hier steckt richtig Herzblut drin“, stellt sie fest.

Außerdem bleibe Zeit für ihre Familie. Es bleibe Zeit zum Leben übrig. „Und alles, was ich hier mache, mache ich gern.“ Bettina Wiegand hebt die Schultern. So einfach sei das. Die Designerin möchte, dass sich die Frauen in ihrer Kleidung wohl und attraktiv fühlen. „Sie sollen sich frei bewegen können und andere Leute auch ein wenig überraschen“, erklärt sie. Jeden Tag kämen ihr neue Ideen. „Dass mir nichts mehr einfällt, kann gar nicht passieren.“ Sie lacht. Alle Ideen zeichne sie so schnell wie möglich in ihr Skizzenbuch ein. Mit Daumen und Zeigefinger deutet sie an, wie dick dieses Buch schon ist. – Einige von diesen Entwürfen sollen im Herbst fertig genäht in den Regalen liegen. Im ersten Stock. 

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