Kräuterhexe: Brennnessel macht Männer heiß

ERGSTE Zauberstab und Sprüche für glückliches Liebesleben – alles Quatsch. „Brennnesseln können die Hitze der Männer wieder entfachen“, verrät allerdings Hexe Minerva. Gemeinsam mit Schwertern machte sie sich auf den Weg und entdeckte neben Liebeskräutern noch so man anderes spannendes Kraut.

von Von Reinhard Schmitz

, 14.07.2008, 07:12 Uhr / Lesedauer: 1 min

Keine Zauberei, sondern uraltes Wissen um die Heilkraft der Pflanzen will die 37-Jährige weitergeben. Mit blitzenden Augen hinter der modisch-orangenen Sonnenbrille begrüßt sie ihre Anhänger zur Kräuterwanderung über den Bürenbruch.

„Eine moderne Hexe bewegt sich im Rahmen der Schamanen der Kelten und Germanen“, klärt Minerva auf, die natürlich auch nicht auf dem Besen (einer verunglimpfenden Erfindung des Mittelalters), sondern mit dem PKW zum Wanderparkplatz gefahren ist: „Die Hexe feiert alte heidnische Feste und lebt in der Natur sowie in Verbindung mit dem Heilwissen der Pflanzen.“

Diese Geheimnisse der Kräuter vor der Haustür haben Heike Bilda-Tiedemann aus Herne herbeigelockt. „Meine Schwester ist auch Schamanin“, ist ihr die spirituelle Gedankenwelt nicht fremd. Ein schöneres Geburtstagsgeschenk als die Kräuterwanderung hätte ihr Ludger Wiehe kaum machen können. Schnell geht es nicht voran auf dem Weg ins Elsebachtal. Alle paar Schritte lenkt Minerva den Blick auf unscheinbare Kräuter am Wegesrand.

Pflanze als Gewürz zur Verdauung

„Das hier ist Beifuß, ein ganz altes Kraut“, biegt sie einen langen Stängel aus dem wuchernden Grün: „Die Germanen haben es zur Sommersonnenwendezeit zu einem Gürtel geflochten und als Schutz über die Türen gehängt.“ Bekannter ist die Pflanze als Gewürz zur besseren Verdauung von Fetten: „Dann aber bitte nicht vom Straßenrand.“

Auf keinen Fall abgerissen werden sollten auch unbekannte Pflanzen, schärft Minerva ihren Teilnehmern ein: „Es könnten geschützte sein.“ Den Weidenrindentee kauft man sich besser in der Apotheke. Er enthält pflanzliches Aspirin, das Kopfschmerzen vertreibt. Die Knoblauchrauke dagegen gilt als ideales Würzmittel für Salate und Kräuterbutter: „Man riecht nicht danach.“

Was man von der Stinknessel nicht gerade sagen kann. Bis auf ihre etwas größeren Blätter ähnelt sie täuschend der Brennnessel. Finger weg also, wenn nicht aller Liebeszauber vorbei sein soll.  Zu einer weiteren Kräuterwanderung lädt Hexe Minerva am Sonntag, 31. August, um 10.30 Uhr am Bürenbruch ein. Anmeldung: Tel. (0231) 9 93 22 23.

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