Ein Reitsportgeschäft war zuletzt in dem Gebäude Zwischen den Wegen 15 beheimatet. Die Stadt will das Haus als Ausweichquartier für den Kindergarten Wandhofen während der Umbauphase nutzen. © Heiko Mühlbauer
Neue Kita für Wandhofen

Kita-Kinder sollen übergangsweise in ehemaliges Reitsportgeschäft ziehen

Die Stadt will in Wandhofen einen neuen Kindergarten bauen. Während der Bauzeit müssen die Kinder allerdings umziehen – und zwar in ein ehemaliges Geschäft am anderen Ende der Stadt.

Das Gebäude der Kindertagesstätte in Wandhofen hat seine besten Tage bereits hinter sich. 1973 wurde es gebaut, aktuell ist es baufällig. Der Sanierungsbedarf sei so groß, dass eine Sanierung aus wirtschaftlicher Sicht nach städtischer Ansicht nicht mehr in Betracht kommt.

Also plant die Stadt einen Neubau. 5,7 Millionen Euro soll der Neubau kosten. Einen Teil davon, rund 1,6 Millionen Euro, fördert das Land, den Rest muss die Stadt tragen.

Neubau auf altem Grundstück

Doch der Neubau soll auf dem alten Grundstück entstehen, zumal das Außengelände groß genug und gut in Schuss ist. Das Problem: Wo kann man in der Abriss- und Bauphase die beiden Gruppen mit rund 45 Kindern unterbringen? In der Regel wird hierbei auf die Stellung von Containerlösungen zurückgegriffen.

Diese Ausweichcontainer, die auch bei Schulbaumaßnahmen häufig Verwendung finden, werden auf Basis eines Mietvertrags für einen begrenzten Zeitraum aufgestellt. Aber anders als im Schulbau, wo die Container aufgrund ihres Zuschnittes als Klassenräume geeignet sind, stellen sie vor dem Hintergrund der Gebäudeanforderungen einer Kindertagesstätte eher eine Notlösung dar, argumentiert Stadtplaner Christian Vöcks in einer Vorlage für den Bauausschuss des Rates.

Sein Vorschlag: Das ehemalige Gebäude von Reitsport Ravenschlag in Geisecke soll für einen provisorischen Kindergartenbetrieb umgebaut werden.

Aus der Sicht der Stadt hat das einige Vorteile. Denn in finanzieller Hinsicht bedeutet die Aufstellung von Containern zunächst, dass die Aufwendungen für die Herrichtung des Standplatzes anfallen. Für die Dauer der Aufstellung fallen Mietkosten an. Und man müsse vor allem einen geeigneten Standort finden. Letzteres sei aber nicht gelungen.

Immobilie wurde für Flüchtlinge gekauft

Die Alternative biete sich in der Nutzung der Immobilie „Zwischen den Wegen 15“ in Geisecke an. Das Gebäude, das einst das Reitsportgeschäft beheimatete, wurde von der Stadt 2016 als mögliche Unterkunft für Flüchtlinge gekauft. Direkt daneben befindet sich ein weiteres Gebäude, in dem immer noch Geflüchtete unterkommen.

Bereits in diesem Jahr könne man das Provisorium in Geisecke umbauen, im Januar 2022 könnten dann die Kinder und das Personal einziehen. Im Anschluss würden in Wandhofen die Abrissarbeiten des Bestandsgebäudes beginnen. Nach Abbruch könnten bereits im 2. Quartal 2022 die Neubauarbeiten beginnen. Der Kindergarten wäre im August 2023 wieder bezugsfertig.

Umbau könnte später weiter genutzt werden

„Vorteilhaft an dieser Lösung ist, dass auf die Gestellung von Containern verzichtet werden kann. Darüber hinaus könnte der so hergerichtete Ersatzstandort bei größeren Baumaßnahmen dauerhaft als Ausweichlösung für Kindertageseinrichtungen dienen“, so Stadtplaner Vöcks.

Dass diese Lösung allerdings auch ihre Tücke birgt, ist der Verwaltung klar. Immerhin befinden sich die beiden Einrichtungen rund 6,3 Kilometer voneinander entfernt. „Für Schwierigkeiten, die im Zusammenhang mit dem Alternativstandort entstehen können, wird die Verwaltung kurzfristig ein Unterstützungskonzept für mögliche Bedarfsfälle erarbeiten“, heißt es in der Vorlage, die am 10. Februar im Bauausschuss diskutiert werden soll.

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Heiko Mühlbauer

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