Seltsame Erkenntnisse aus der Stadtverwaltung, Einsatz für die eigenen Finanzen und der gigantische Eiskonsum der Deutschen. Dies erlebten unsere Mitarbeiter in dieser Woche.

Schwerte

, 14.04.2019 / Lesedauer: 4 min

Jeder Tag ist neu. Jeder Tag bringt eine neue Erkenntnis – auch für die Mitarbeiter in unserer Redaktion. An dieser Stelle präsentieren wir Ihnen unsere persönlichen Erkenntnisse der vergangenen Woche. Subjektiv, so wie die Journalisten es bei ihrer Arbeit nicht tun. Doch Vieles von dem, was wir recherchieren, bewegt uns genauso wie Sie – dienstliches und privates Engagement.

Annette Theobald-Block: Viele Menschen können was bewegen

Kindergarten im Rathaus und Schwerter mit Willenskraft

© Buchwald

Als am 4. April die Sparkasse vier Monate nach der Automaten-Sprengung ihre Filiale in Westhofen wieder öffnete, gab es für die Kunden eine böse Überraschung. Die Bank hatte nur den Geldautomaten wieder aufgestellt, den Kontoauszugsdrucker und das Serviceterminal für Bankgeschäfte aber eingespart. Die Westhofenerin Gabi Weck startete mit enormen Einsatz eine Unterschriftenaktion und sammelte innerhalb kürzester Zeit Hunderte Unterschriften. Das ganze Dorf vereinte sich hinter ihr. Und ihre Stimme blieb nicht ungehört, die Sparkasse signalisierte schon am 10. April , umzudenken. Viele Menschen können eben viel bewegen.


Heiko Mühlbauer: Perspektivwechsel

Kindergarten im Rathaus und Schwerter mit Willenskraft

© picture alliance / dpa

Die Perspektive verschiebt sich deutlich, wenn man die Umstände ändert. Hört sich ein bisschen wie kommunistische Philosophie an, ist aber hier nur als ganz praktische Einsicht gemeint. Zweimal bin ich in dieser Woche mit dem Fahrrad gefahren, einmal nach Dortmund zu eine Konferenz. Und während mir bei demselben Weg mit dem Auto eigentlich nur der Stau und der dichte Verkehr auf die Nerven gingen, fiel mir als Radfahrer vor allem der parkende Verkehr auf. Autos auf dem Radweg, Fahrer, die aus der Einfahrt geschossen kommen oder auch auf den Radweg fahren, um zu sehen, wie lang der Stau noch ist.

Björn Althoff: Ich mag den nicht – der darf nicht mitspielen

Kindergarten im Rathaus und Schwerter mit Willenskraft

© Bernd Paulitschke

Ach, was soll das Leugnen: Ich mag nicht alle Kollegen. Niemand mag alle Menschen. Manche haben andere Ansichten über Berufliches, über Gesellschaftliches, über die Welt an sich. Trotzdem: Man arbeitet miteinander – mit dem einen begeisterter, mit dem anderen sachlicher. So läuft das unter Erwachsenen doch, oder? Deshalb erstaunt es mich, wenn Spitzenkräfte in Wirtschaft oder Verwaltung das Kindergarten-Motto herauskramen: „Ich mag den nicht – den lasse ich nicht mitspielen!“ Pauschales Urteil, sagen Sie? Ein konkretes Beispiel wollen Sie? Nehmen wir das Rathaus in Schwerte. Nehmen wir Bürgermeister Dimitrios Axourgos, der 2018 gewählt wurde, und den Fachbereichsleiter Adrian Mork ,der nicht zum Bürgermeister gewählt wurde. Auf Morks Schreibtisch soll in den vergangenen Monaten kaum noch eine Akte gelandet sein, heißt es aus dem Rathaus. Gut, dass dieser Zustand nun endet, dass Mork einen neuen Job in Arnsberg hat. Langfristig schadet solch eine Zusammenarbeit, die keine ist, nämlich der Stadt.

Aileen Kierstein: Frechheit kennt keine Grenzen

Kindergarten im Rathaus und Schwerter mit Willenskraft

© Foto: Bernd Paulitschke

„Urteile nicht ohne Wissen“ - das Motto ist einfach. Wer unfreundlich ist, wird seine Gründe haben. Wer auf der Straße lebt, hat seine Geschichte. Wer im Supermarkt Essen klaut, hat vielleicht nicht genug Geld. Ohne, dass ich Diebstahl rechtfertigen möchte: Aber in kleinem Stil tut es sicher keiner großen Supermarktkette weh. Empfindlich werde ich dann, wenn es um Einzelpersonen oder kleine Einrichtungen geht - ganz speziell gesagt: das Schwerter Tierheim. Dort einzubrechen - in eine Einrichtung, die wohl kaum hunderte von Euros in ihren Räumen hortet - nur, um Getränke zu klauen. Da hören Verständnis und Lebensmotto definitiv auf.

Jessica Will: Schritt für Schritt zum „Kunstwerk“

Kindergarten im Rathaus und Schwerter mit Willenskraft

© Jessica Will

Wollen Sie was für ihr Ego tun? Dann melden Sie sich für eine „Art Night“ (Kunstnacht) an. Das Konzept: Absolute Laien erfahren innerhalb von zweieinhalb Stunde, wie man Schritt für Schritt ein Bild malt. Von der Vorskizze, über die verschiedenen Farbschichten bis zur Signatur. Eine Künstlerin erklärte alles genau, geht rum, hilft, wo es nötig ist. Und das Beste: Da alle Laien sind, ist kein Bild perfekt, keines sieht gleich aus, obwohl alle nach derselben Vorlage malen. Aber dank der guten Anleitung kommen Ergebnisse heraus, die auch nicht katastrophal sind. Und das versichern sich alle Teilnehmer dann auch fleißig gegenseitig. Gutes Gefühl!

Maximilian Stascheit: Gigantischer Eiskonsum

Kindergarten im Rathaus und Schwerter mit Willenskraft

© picture alliance / Fredrik Von E

Letzten Sonntag war es so weit: Bei strahlendem Sonnenschein und frühsommerlichen Temperaturen sah ich den Moment gekommen für das erste Eis des Jahres. Dafür gönnte ich mir beim Süßigkeitenfasten bis Ostern dann auch mal eine kleine Pause. Große Wundertüte mit drei Kugeln, Sahne und Schokosauce. Noch mit leicht schlechtem Gewissen stieß ich am Folgetag auf eine Statistik, die mich gleichermaßen schockiert und überrascht hat: Im vergangenen Jahr aß jeder deutsche Bürger im Schnitt 8,7 Liter Speiseeis – das sind 124 Kugeln pro Person. Da sind für mich dieses Jahr also auch noch einige weitere Wundertüten drin.

Michael Dötsch: Kopf hoch, Gregor Kreul!

Kindergarten im Rathaus und Schwerter mit Willenskraft

© Foto: Bernd Paulitschke

Der Sport hat nicht nur schöne Seiten, Niederlagen oder auch Verletzungen gehören dazu. Und wenn es stimmt, dass man nach sportlichen Rückschlägen gestärkt zurückkommt, muss man sich um Gregor Kreul keine Sorgen machen. Dabei ist es schon ziemlich ärgerlich, wie es dem 21-jährigen Top-Athleten des Kanu- und Surf-Vereins Schwerte ergangen ist. Die Qualifikation für die U23-Nationalmannschaft war Kreuls großes Ziel. Aber daraus wird nun nichts. Bandscheibenvorfall – Kreuls Saison ist gelaufen, bevor sie richtig angefangen hat. Was bleibt, ist aufmunternde Worte zu finden. Also: Kopf hoch, Gregor!

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