Spiele, Videos und mehr: Erzieher bringen die Kita nach Hause

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Seit Mitte März sind die Kindertagesstätten in der Stadt geschlossen – nur eine Notbetreuung wird angeboten. Es gibt aber Kitas in der Stadt, die den Kindern weiterhin ein Programm bieten.

Schwerte

, 03.05.2020, 14:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Spielen, Lernen, Entdecken. Auf all das, was sie sonst in der Kita erleben, müssen viele Kinder gerade verzichten. Die meisten von ihnen müssen wegen der Corona-Schließungen zu Hause bleiben. Wenn die Kinder schon nicht in die Kita kommen, dann kommt die Kita eben zu den Kindern, dachten sich manche Einrichtungen.

„Die Kinder lieben es“

Eine davon ist die Kita No. 1 der Schwerter Diakonie. Beinahe täglich erreichen die Kinder Videos, Bastelanleitungen oder andere Überraschungen. Melanie Reimann aus dem Elternbeirat der Kita weiß aus Gesprächen mit anderen Eltern: „Die Kinder lieben es.“

Ihre Tochter ist eines von 20 Kindern in der Kita, die von den Erzieherinnen der Einrichtung mehrmals pro Woche etwas nach Hause geschickt bekommt. Meist geschieht dies über die Whatsapp-Gruppe der Eltern. Gerade die selbstgedrehten Filme seien „wirklich niedlich gemacht, mit einer Liebe zum Detail, die herausragend ist“, findet Reimann.

Morgenkreis mit Pantoffeln

Da die Kinder zu Beginn des Tages normalerweise einen Morgenkreis bilden und zusammen singen, ist das auch häufiger in den Videos der Erzieher zu sehen. Einziger Unterschied: Die Protagonisten der bis zu 3 Minuten langen Beiträge sind 19 Paar Pantoffeln – einige der wenigen Hinterlassenschaften der Kinder in der Einrichtung.

Mehr als 20 Videos, in denen aber auch kindgerecht Geschichten erzählt oder Experimente durchgeführt werden, haben die Kinder bereits erreicht.

Puppen erklären den Kindern, warum Abstand halten und das Tragen eines Mundschutzes gerade so wichtig sind.

Puppen erklären den Kindern, warum Abstand halten und das Tragen eines Mundschutzes gerade so wichtig sind. © Screenshot

So erklären die Erzieherinnen in einem Video anhand von Puppen, was Corona ist und warum die Hygieneregeln gerade jetzt so wichtig sind.

Erzieher vermissen die Kinder

Melanie Reimann stellt fest: „Die Kinder vermissen die Kita, aber auch die Kinder werden sehr vermisst. Das merkt man.“ Das kann auch Kita-Leiterin Kerstin Hamacher nur bestätigen: „Wir wollen den Kindern zeigen, dass wir an sie denken und wir uns freuen, wenn sie bald wieder in die Kita kommen können.“

Die Idee einer digitalen Betreuung sei bei allen Erziehern sofort gut angekommen. „Meine Mitarbeiter sind mit viel Herzblut dabei.“ Nach den ersten Versuchen bemerkten Hamacher und ihr Team, dass die Idee auch bei den Kindern gut ankommt: „Die Kinder haben uns auch irgendwann Botschaften geschickt, und dann wurde das ein Selbstläufer.“

Zu Ostern hatte die Kleinen sogar ein Umschlag mit der Post erreicht. Darin enthalten waren ein Kinderbuch, ein Gedicht und andere kleine Geschenke.

Hamacher verrät, dass auch andere Einrichtungen in ihrer Zuständigkeit ein solches Angebot bieten. Wie lange das nötig sein wird, sei nicht absehbar. „Wir wissen noch nicht, wann der Regelbetrieb wieder los geht.“ Sie verspricht aber: „Solange wir diese Krise haben, führen wir das auch so weiter.“

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