Keine Schüsse – Polizei kann Vorpreschen der CDU nicht nachvollziehen

dzBushaltestellen

Die Polizei hat keinerlei Hinweise auf Schüsse bei beschädigten Bushaltestellen in Schwerte. Auch hat die Polizei kein Verständnis für Behauptungen und Vermutungen seitens der CDU.

Schwerte

, 20.07.2020, 14:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Da lagen Agatha Christie und Hercule Poirot mit ihren Vermutungen wohl falsch. In einer Pressemitteilung hatte die CDU Schwerte Mitte, und mit Ihnen die Ratskandidaten Nicole Schelter und Sascha Enders, gewagte Vermutungen über die beschädigten Glasscheiben von Bushaltestellen geäußert und hatten ihre Ermittlungskünste wie folgt beschrieben: „Unsere Kandidaten dürfen nun gerne Agatha Christie und Hercule Poirot genannt werden, wenn sie mit ihrer Annahme recht haben, dass es sich vermutlich um Schüsse handelte, die aus dem vorbeifahrenden Auto abgegeben wurden.“

Aber zurück zum Anfang: In der Nacht von Freitag, 17. Juli, auf Samstag, 18. Juli, zerstörten bislang Unbekannte zahlreiche Glasscheiben von Bushaltestellen in Schwerte.

Insgesamt wurden Glasscherben an 13 Bushaltestelle zerstört.

Insgesamt wurden Glasscherben an 13 Bushaltestelle zerstört. Hier eine Bushaltestelle an der Letmather Straße. © Laura Schulz-Gahmen

Die Kreispolizei Unna berichtigte am Montag, 20. Juli, die Anzahl der beschädigten Bushaltestellen. Die Zahl der Bushaltestellen, die in Schwerte beschädigt worden sind, habe sich während der kriminalpolizeilichen Ermittlungen von 10 auf 13 erhöht.

Polizei dementiert Hinweise auf Schüsse

Am Sonntag, 19. Juli, hatte die CDU Schwerte Mitte in einer Pressemitteilung Vermutungen darüber geäußert, wie die Glasscheiben an besagten Bushaltestellen zerstört worden sind. Darin war von Schüssen aus einem vorbeifahrenden Auto die Rede gewesen. Dies lasse die Wucht, mit der die Scheiben zerstört wurden, vermuten.

Das sieht die Polizei offensichtlich anders. „Nach ersten Ermittlungserkenntnissen wurden die Glasscheiben eingeschlagen und nicht – wie in sozialen Netzwerken kommuniziert – durch Schüsse zerstört“ heißt es in einer Pressemitteilung der Polizei am Montag, 20. Juli.

Vorgehen der CDU nicht nachvollziehbar

Christian Stein von der Pressestelle der Kreispolizei Unna sagt dazu: „Das Vorpreschen der CDU und die damit verbundenen Gerüchte sind nicht nachvollziehbar. Darüber gibt es keine Ermittlungserkenntnisse.“

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Bereits am Sonntagnachmittag hatte die Polizei in einem Gespräch mit der Redaktion ihren Unmut über die fehlende Kommunikation der CDU mit der Polizei geäußert.

So reagiert Nicole Schelter bei Facebook

Im Sozialen Medium Facebook ist eine Diskussion über das Vorgehen der CDU Schwerte Mitte entstanden. Eine Facebook-Userin schrieb: „In Zeiten, in denen permanent wegen Mutmaßungen, Vermutungen und Vorurteilen verurteilt und gehandelt wird, sollte sich eine etablierte, demokratische Partei vielleicht besser von Mutmaßungen distanzieren und mit Fakten arbeiten.“

Nicole Schelter, Ratskandidatin der CDU, reagierte am Montagmittag so: „Solange Mutmaßungen als solche gekennzeichnet sind und Schlussfolgerungen aus Fakten ebenfalls, sehe ich kein Problem. Es existieren aber natürlich auch immer andere Wahrnehmungen und Meinungen. Danke für eure Sicht auf die Dinge.“

Die Bushaltestelle an den Stadtwerken in Ergste.

Die Bushaltestelle an den Stadtwerken in Ergste. © Laura Schulz-Gahmen

Ein weiterer Facebook-User schrieb: „Ich war auch gestern schon kurz davor, einen Fanclub zu gründen, als ich in einem Online-Portal gelesen habe, dass die CDU diese Vorfälle nicht gut findet.“

Auch hier reagierte Nicole Schelter: „Wir finden die Vorfälle nicht gut und wir suchen dauerhafte Lösungen, genau. Einen Fanclub braucht es nicht, es kann aber jede und jeder gerne Mitglied werden. Gesellschaftliches Engagement ist immer gut.“

Polizei sucht weiter Zeugen

Die Polizei sucht weiterhin Zeugen, die beobachtet haben, wer die Glasscheiben an den Bushaltestellen im Bereich der Kirchstraße, Letmather Straße, Reichshofstraße, Hagener Straße, Schützenstraße, des Holzener Wegs und Groven Wiese zerstört hat. Hinweise nimmt die Wache Schwerte telefonisch unter der Rufnummer 02304 921 3320 entgegen.

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