In Klassenzimmern in Schwerte muss weiterhin kräftig gelüftet werden. © dpa
Ratssitzung

Keine Luftfilter für Schulen – dafür kommt eine günstige Ersatzlösung

Herbst und Winter nahen, doch für die meisten Schwerter Schüler wird es wohl auch in diesem Jahr keine Luftfilter geben. Dafür hat der Rat aber eine preisgünstige Ersatzlösung beschlossen.

Herbst und Winter stehen vor der Tür: Müssen in diesen Zeiten die Klassenräume weiter per Hand belüftet werden oder sorgt die Stadt für Luftfilter? Dieses Thema aus dem Beschwerdeausschuss hatte die Kommunalpolitik in den Rat verlegt. Und dort gab es am Mittwoch (29.9.) dann eine endgültige Entscheidung.

Man sei von Bürgern angesprochen worden, die Luftfilter für die Klassenräume und Räume in Kindertagesstätten fordern, hatte die Linke in Person von Karl-Heinz Schimpf im Beschwerdeausschuss erläutert. Man wolle doch wohl nicht im Herbst und Winter die Schulen in Mantel und Wollmütze betreiben, so der Linken-Politiker, der nicht im Rat vertreten ist.

Klassenzimmer in drei Kategorien eingeteilt

Doch schon im Schulausschuss wurde klar: Luftfilter und Belüftungsanlagen für alle 300 Klassenzimmer und Kita-Räume in der Stadt werde es wohl nicht geben. „Wir haben die Räume in Kategorien eingeteilt“, erklärte Stadtplaner Christian Vöcks. Dabei gab es drei Kategorien: gut belüftbare Räume, Räume, in denen man eher schlecht regelmäßig lüften kann, zum Beispiel weil die Fenster nicht ganz aufgehen, und Räume, die gar nicht belüftet werden können. Letztere habe man schon mit einer Belüftungsanlage ausgestattet, wenn sie nicht ohnehin schon eine hatten.

Bei der Kategorie 2, den schlecht belüftbaren Räumen, denke man über Lüftungsanlagen nach. 30 Räume seien das insgesamt, so Voecks. Aus Kostengründen sollen es mobile Belüftungsanlagen werden. „Wir wollen aber größere, leistungsfähige Geräte einsetzen“, erklärte Vöcks. Seine Kostenschätzung dafür: Für die 30 Räume werde man zwischen 1.000 und 4.500 Euro je Anlage aufwenden müssen.

Insgesamt schätzt er die Kosten auf etwa 60.000 Euro. Würde man alle Räume ausstatten wollen, würde das die Stadt etwa eine Million Euro kosten, so der Stadtplaner. Und auch der Erhaltungsaufwand ist nicht gering. Alleine die geplanten Anlagen für die Räume der Kategorie 2 schlagen mit 30.000 Euro im Jahr zu Buche.

CO2-Ampel für die meisten Räume

Für alle anderen Klassenzimmer gibt es aber künftig eine CO2-Ampel. Das Gerät zeigt an, wann die Luft verbraucht ist und gelüftet werden muss. Und weil man im Projekt Smart City mitarbeitet, werden die Warngeräte auch vernetzt.

Was das bringen soll? Die Frage beantwortete CDU-Ratsherr Egon Schrezenmaier: „Das dien auch der Dokumentation.“ Denn dass Schulleiter die Ampeln auf ihrem Rechner beobachten und dann ihre Kollegen ans Lüften erinnern, das glaubt auch Vöcks nicht.

Auch Luftfilter entbinden nicht vom Lüften

Es gehe nicht um die hohen Anschaffungskosten, sondern um eine praktische Lösung, betonte Schuldezernent Tim Frommeyer: „Wir haben nicht aus fiskalischer Sicht geurteilt, sondern glauben, mit Stoßlüften eine gute Lösung zu haben.“ Wer Luftfilter habe, sei auch nicht vom Lüften entbunden. Zudem sind die Geräte nicht leise.

Die im Rat vertretenen Parteien sahen das auch so. Das sei eine rationale Lösung, befand Michael Rotthowe von den Grünen und Egon Schrezenmaier (CDU) ergänzte: „Gut, dass wir da keine Millionen rauschmeißen, die wir nicht haben.“ Claudia Belemann-Hülmeyer verwies auf den schon einstimmigen Beschluss im Schulausschuss.

Antrag der Linken abgelehnt

Ach ja, der Bürgerantrag der Linken, die seit dem Austritt ihrer Ratsfrau Mechthild Kaiser nicht mehr im Rat vertreten sind, wurde damit abgelehnt.

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Redaktion Schwerte
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Heiko Mühlbauer

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