Der Kreis Unna will auch weiterhin keine Informationen zu den Infektionshintergründen im Kreis veröffentlichen. © (A) Dominik Möller
Coronavirus im Kreis Unna

Keine Infos zu Infektionsherden: Kreis Unna hält an Vorgehen fest

Der Kreis Unna hält an seinem Vorgehen fest, auch künftig keine Informationen zu den Infektionshintergründen im Kreis zu veröffentlichen. Dabei wünschen sich viele Bürger im Kreis mehr Informationen.

Viele Bürger im Kreis Unna fragen sich, in welchen Zusammenhängen die Coronainfektionen im Kreis Unna auftreten. Doch seit Anfang November veröffentlicht der Kreis Unna keine Details mehr zu Infektionsherden in den Kreisstädten – und das wird sich auch nicht mehr ändern. Das hat der Kreis Unna auf Nachfrage bestätigt.

Eine Vorgehensweise, die eine Leserin, die sich an unsere Redaktion gewandt hat, nicht verstehen kann. „In Werne sind in der letzten Woche die infektionszahlen recht hoch“, schreibt sie. „Würde dann lieber meine Einkäufe im Kreis Coesfeld erledigen, wenn ich wüsste das es sich nicht auf einige Hotspots konzentriert.“ Im Kreis Coesfeld liegt die 7-Tages-Inzidenz mittlerweile unter einem Wert von 50. Der Kreis Unna liegt am Donnerstag (4. Februar) bei 88,6 (-2,3 gegenüber dem Vortag). Werne liegt nach eigenen Berechnungen vom Mittwoch bei einem Wert von 154,03.

Nachbarstädte wie Hamm geben Informationen heraus

In Nachbarstädten wie Hamm werde transparent über Infektionshintergründe berichtet, etwa dass es weitere Infektionen innerhalb einer Familie gegeben habe, von der bereits eine genaue Anzahl in Quarantäne sei, schreibt die Leserin. „So etwas würde ich mir für den Kreis Unna auch wünschen. „Doch das wird nicht geschehen.“

Der Kreis hatte am 5. November auf seiner Internetseite erklärt, dass er die Veröffentlichung derartiger Informationen einstelle. Damals hieß es: „Eine Vielzahl von Schulen, Kindergärten, Altenheimen und viele weitere Einrichtungen melden Corona-Infektionen. Die Lage ist äußerst dynamisch, das Virus breitet sich in der Fläche aus. Die Datenlage ändert sich nicht mehr nur täglich, sie ändert sich permanent. Daten, die im Blick auf die Lage aufbereitet worden sind, sind mit der Veröffentlichung nicht mehr aktuell. Eine tägliche Darstellung ist aufgrund dieser Lage nicht mehr sinnvoll.“

Nun müsse das aber doch wieder gehen, fragt sich unsere Leserin. Doch der Kreis Unna will auch weiterhin keine Informationen zu den Infektionsgeschehen veröffentlichen. Die Begründung von Kreissprecher Max Rolke: „Wir können mit den Informationen, die wir der Öffentlichkeit anbieten können, den Bürger*innen keine größere Sicherheit im Umgang mit Corona bieten – im Gegenteil. Wenn wir schreiben, in welchen Einrichtungen bzw. an welchen Stellen das Virus unterwegs ist, ist es dort schon seit mehreren Tagen unterwegs und die Einrichtungen sind geschlossen und alle Betroffenen in Quarantäne. Zudem breitet sich das Virus weiter diffus aus – ‚Hotspots‘ zu meiden ist keine Strategie, sich nicht anzustecken.

Kreis Unna: „Wir verzichten ausdrücklich darauf“

Auch der Kreis Unna bekomme Anfragen dazu aus der Bevölkerung. Aber gerade deshalb „verzichten wir ausdrücklich darauf, zu schreiben, in welchen Einrichtungen das Virus grassiert, um kein falsches Gefühl der Sicherheit zu verbreiten oder zu einer Verhaltens-Strategie zu ermutigen, die am Ende auf falschen Grundsätzen beruht.“

Richtiges Verhalten dürfe sich nicht aus Informationen ergeben, die individuell zusammengesucht würden, schreibt Rolke weiter. „Richtiges Verhalten in der Coronakrise ist grundsätzlich: Abstand halten, Maske trage, Hygiene-Regeln beachten und in geschlossenen Räumen regelmäßig lüften. Zudem müssen sich alle an die Regeln der Bundes- und Landesregierung halten. Nur so kommen wir sicher durch die Krise.“

Über die Autorin
Redakteurin
Gebürtige Münsterländerin, seit April 2018 Redakteurin bei den Ruhr Nachrichten, von 2016 bis 2018 Volontärin bei Lensing Media. Studierte Sprachwissenschaften, Politik und Journalistik an der TU Dortmund und Entwicklungspolitik an der Philipps-Universität Marburg. Zuletzt arbeitete sie beim Online-Magazin Digital Development Debates.
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Eva-Maria Spiller

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