An der B236 ist auch vor dem Parkplatz des Evangelischen Friedhofs ist Kamera an einer langen Stange installiert worden. © Reinhard Schmitz
B236/Hörder Straße

Kamera an hoher Stange: Was erfassen zwei Dutzend Geräte am Straßenrand?

An der B236 sind sie zuerst aufgetaucht. Vor dem Evangelischen Friedhof wurde an der Hörder Straße eine Messanlage mit einer Kamera installiert. Andernorts sind sie in Leitpfosten versteckt.

Auf halb Acht stand die Stange mit dem Kamerakopf an der B236. Irgendjemand muss seine Kraft an der Anlage ausgelassen haben, die kürzlich in Höhe des Evangelischen Friedhofs installiert worden ist. Dabei braucht man eigentlich keine Sorge zu haben, dass sie mit ihrem elektronischen Auge womöglich die nächtliche Ausgangssperre überwacht. Sie steht schon länger am Straßenrand, als diese Maßnahme noch gar nicht beschlossen war.

Eigentlich war der Aufbau sogar schon vor einem Jahr vorgesehen. Doch dann kam Corona und machte auch einen Strich durch die bundesweite Straßenverkehrszählung (SVZ), die nun mit rund zwölfmonatiger Verspätung gestartet ist.

Von den bundesweit 7777 Zählstellen sind 24 in Schwerte

Ein Baustein im Netz der deutschlandweiten Datensammlung ist der Messpunkt Nr. 45114205 an der Hörder Straße, wie in gelber Farbe auf dem Bürgersteig aufgesprüht ist. „Ja, die Zählungen sind von uns im Rahmen der Straßenverkehrszählung 2021 beauftragt worden“, bestätigt Kevin Hubert von der Landesmobilitätszentrale NRW (Leverkusen) auf Anfrage. In seiner Einrichtung bündelt das Land alle Verkehrsmanagement-Aufgaben, Verkehrsinformationsdienste und die Baustellenkoordinierung. Zu den weiteren Aufgaben zählt der Aufbau einer Zentrale, die einmal automatisch fahrende Autos mit Informationen versorgen soll.

Mit Vorhängeschlössern ist das Zählgerät an dem Eisenmast an der Hörder Straße gesichert. Es erfasst den Verkehrs nach verschiedenen Fahrzeugarten - vom LKW bis zum Fahrrad.
Mit Vorhängeschlössern ist das Zählgerät an dem Eisenmast an der Hörder Straße gesichert. Es erfasst den Verkehrs nach verschiedenen Fahrzeugarten – vom LKW bis zum Fahrrad. © Reinhard Schmitz © Reinhard Schmitz

Die bundesweite Straßenverkehrszählung findet alle fünf Jahre für das Verkehrsministerium in Berlin statt. Im Stadtgebiet von Schwerte sind dazu 24 der insgesamt 7777 Zählstellen eingerichtet worden – davon allein sieben im Verlauf der B236 von der Hörder- bis zur Letmather Straße. Die übrigen befinden sich an der L648 (Holzener Weg/Schwerter Kirchweg), L662 (Sölder Straße), L673 (Hagener Straße/Unnaer Straße), L675 (Ruhrtalstraße), L676 (Iserlohner Straße) und L677 (Zum Wellenbad).

Nicht überall stehen Kamera-Stangen. Es sind auch „zählende Leitpfosten“ am Fahrbahnrand im Einsatz, in die versteckt Sensoren eingebaut sind. Diese Tarnung geschieht bewusst, damit niemand die Anlagen mit Radar-Blitzern verwechselt und womöglich mit ein gefährliches Bremsmanöver startet.

Nummernschilder werden von den Zählgeräten nicht erfasst

Alle Messpunkte erheben nur die Anzahl und die Art der vorbeikommenden Fahrzeuge (Busse, zwei LKW-Klassen, Motorräder, PKW und Fahrräder), erklärt der Landesbetrieb Straßen NRW: „Weitere Daten wie Nummernschilder werden nicht erfasst.“

Außerdem würden alle Daten vernichtet nach der Auswertung, die Erkenntnisse über die Verkehrsentwicklung und eine Grundlage für Lärm- und Emissionsberechnungen liefern soll. Dies hilft unter anderem bei der Planung von neuen Straßen oder von Anlagen zur Beeinflussung des Verkehrs.

Über den Autor
Redaktion Schwerte
Reinhard Schmitz, in Schwerte geboren, schrieb und fotografierte schon während des Studiums für die Ruhr Nachrichten. Seit 1991 ist er als Redakteur in seiner Heimatstadt im Einsatz und begeistert, dass es dort immer noch Neues zu entdecken gibt.
Zur Autorenseite
Reinhard Schmitz

Der neue Lokalsport-Newsletter für Dorsten

Immer freitags um 18:30 Uhr das Wichtigste aus dem Dorstener Lokalsport direkt in Ihr E-Mail-Postfach.

Informationen zur Datenverarbeitung im Rahmen des Newsletters finden Sie hier.