JVA Schwerte: Häftlinge beschweren sich über zu kleine Portionen beim Mittagessen

dzStreit um Verpflegung

Hunger im Knast? Das gibt es eigentlich nicht. Dennoch haben sich in der JVA Ergste Häftlinge über zu kleine Portionen beim Essen beschwert. Die JVA erklärt, was dahinter steckt.

Ergste

, 12.06.2019, 14:24 Uhr / Lesedauer: 2 min

Normalerweise kommt das Essen, das die Häftlinge bekommen, aus der Küche der Justizvollzugsanstalt. In großen Wagen mit Warmhalte-Gefäßen komme es auf die einzelnen Stationen, erklärt Karl-Heinz Pukropski, der Leiter der JVA-Haushaltsabteilung. Also ähnlich wie in einem Krankenhaus, in dem noch selbst gekocht werde.

Der Vorteil beim normalen System: Hat jemand mehr Hunger, sind die Wege kurz. Und ein Nachschlag ist oft möglich. Beim Fleisch vielleicht nicht, aber bei Kartoffeln, Gemüse und anderen Beilagen schon. „Wenn wir es selbst verteilen, sind die Wege eben nicht so weit“, so Pukropski.

Essen kommt jetzt in genormten Schalen vom Caterer

Seit März aber werde die Küche renoviert. Seitdem komme das Essen von einem externen Caterer. Also Portion für Portion in genormte Kunststoffschalen eingeschweißt. Aus Hygienegründen gehe es nicht anders, erläutert Pukropski.

Der Caterer beliefere auch Kitas, Schulen und Krankenhäuser mit insgesamt rund 50.000 Essen. Schonkost, vegetarische oder Schweinefleisch-freie Gerichte - all das gehöre natürlich zum Service dazu.

Außerdem orientiere man sich am durchschnittlichen Kalorienverbrauch für Erwachsene.

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Pudding, Quark und Obst gegen den Hunger

Offenbar hat es Beschwerden von Inhaftierten gegeben. Zumindest berichtete der WDR darüber. Bei ihm allerdings, sagt Pukropski, sei keine laute Kritik angekommen. Zumal man ja versuche, den starken Hunger eben anderweitig zu stillen: durch Pudding, Quark, Obst - eben durch das, was man ohne Küche da habe.

Hungrige und unzufriedene Häftlinge wolle man ja schließlich nicht haben: „Wir wollen ja, dass sie halbwegs zufrieden sind.“

Dennoch: Einfach pauschal mehr Essen zu ordern, als für die Inhaftierten gebraucht werde, das sei auch keine Lösung: „Wir wollen ja auch nichts wegschmeißen.“

Einige Häftlinge können auch selbst einkaufen und kochen

Die Renovierung der Küche wird wohl noch bis November dauern. Bis dahin ist auch die Zusammenarbeit mit dem Caterer geplant.

Häftlinge, die genügend Geld haben, können zudem auch selbst beim JVA-Kaufmann Essen kaufen. Und - falls sie sich innerhalb der Anstalt so frei bewegen können - auch selbst in der Küche zubereiten.

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