700.000 Termine sind in den 27 Impfzentren des Bereichs Westfalen-Lippe schon vergeben worden. Im Kreis Unna sind die Impfungen der Gruppe 1 aber noch nicht abgeschlossen. © Udo Hennes
Impfzentrum Unna

„Jubelschrei“ über Impfungen für Lehrer, Feuerwehrleute und Kassiererinnen

Die Impfungen sind am Donnerstag für viele Berufsgruppen geöffnet worden: Während es etwa bei Lehrern jetzt Sammeltermine gibt, sind andere noch leer ausgegangen. Die KVWL gibt Erfolglosen einen Tipp.

Die Möglichkeit, sich impfen zu lassen, stößt bei den jetzt für Terminbuchungen freigegebenen Gruppen auf Erleichterung: Berechtigt sind neuerdings Berufsgruppen, für die viele Kontakte mit anderen Menschen zwingend waren.

»Es wurde Zeit.«

Fachverkäuferin in einer Bäckerei in Unna

Lehrerinnen und Lehrer an weiterführenden Schulen beispielsweise können seit dem 6. Mai geimpft werden. „Es hat einen Jubelschrei gegeben“, sagt der Leiter der Gesamtschule Fröndenberg Klaus de Vries.

Für nicht wenige Kolleginnen und Kollegen sei es „beängstigend“ gewesen, sich im Präsenzunterricht im Klassenraum Gruppen von Schülern gegenüberzusehen – trotz Gesichtsmaske, Hygieneregeln und zwei Metern Distanz.

Sammeltermine für Lehrer weiterführender Schulen

Während sich vereinzelt Pädagogen, vor allem wenn sie älter als 60 Jahre sind, bereits impfen lassen konnten, steht in Fröndenberg nun am kommenden Samstag, 8. Mai, ein Sammelimpftermin für 86 Lehrer in der Kulturschmiede, einem zentralen Veranstaltungsort der Stadt, an.

In Unna können 100 Lehrer weiterführender Schulen einen Nachimpftermin für Grundschullehrer am 12. Mai nutzen: Diese Plätze waren frei geworden, weil die Kollegen aus der Primarstufe schon anderweitig geimpft werden konnten.

Ab der zweiten Maihälfte sollen laut Impffahrplan des NRW-Gesundheitsministeriums auch Beschäftigte der Polizei, des Katastrophenschutzes sowie der Berufs- und Freiwilligen Feuerwehr Termine in den Impfzentren buchen können.

»Ich kenne keinen Fall von Ablehnung.«

Jörg Bielemeier, Inhaber von Rewe-Geschäften

Laut Jörg Sommer, Leiter der Freiwilligen Feuerwehr Fröndenberg, sind aus seinen Löschzügen mittlerweile schon mehr als 60 Prozent aller Kameradinnen und Kameraden geimpft. Das liege daran, dass die ehrenamtlichen Feuerwehrleute häufig über ihre Arbeitgeber bereits Impftermine buchen konnten.

Dazu gehören Personen, die etwa in einem Pflegeberuf arbeiten; aber auch wer chronisch Kranke oder Pflegebedürftige betreut, habe häufig schon eine Impfung erhalten.

Feuerwehrleute erhalten bereits Restimpfdosen

Mit Priorität erhielten die Angehörigen der Feuerwehr zudem Termine bei der Restimpfdosenaktion, die das Impfzentrum Unna kürzlich gestartet hatte. „Das funktioniert super“, so Sommer.

Im Blickpunkt standen von Beginn der Pandemie an auch die Beschäftigten in den Supermärkten. Wer im Lebensmittel- oder Drogerieeinzelhandel arbeitet, kann nun ebenfalls Termine vereinbaren.

„Es wurde Zeit“, meinte eine erleichtert wirkende Bäckereifachverkäuferin aus Unna am Donnerstagmittag – mit Gesichtsmaske hinter einem Sichtfenster auf der Theke. Ihre Tochter habe ihr am Morgen bereits einen Termin für den kommenden Samstag buchen können.

Viele Kontakte: Supermarkt hat 30.000 Kunden pro Monat

Jörg Bielemeier, der zwei Rewe-Märkte in Gelsenkirchen und Fröndenberg betreibt, freut sich, dass das Warten ein Ende hat. Man müsse sich vor Augen halten, dass in seinen Märkten monatlich bis zu 30.000 Kunden einkauften.

Auch wenn nicht jeder Mitarbeiter ebenso viele Kontakte habe: Die Nerven bei vielen Angestellten seien bei allem Schutz, besonders durch Trennfenster an den Kassen, zwischenzeitlich schon sehr angespannt gewesen.

»Regelmäßig in das Buchungsportal gucken.«

Vanessa Pudlo, Sprecherin KVWL Westfalen-Lippe

Daher habe er seine 40 Mitarbeiter auch regelmäßig über den Stand der Dinge informiert und auch jetzt ausdrücklich auf die ab sofort mögliche Terminbuchung hingewiesen: „Ich kenne keinen Fall von Ablehnung“, so Bielemeier.

Die Kassenärztliche Vereinigung Westfalen-Lippe, die die Impfbuchungen koordiniert, sprach am Nachmittag von „mehr als 100.000 gebuchten Erst- und Zweitimpfterminen bis 10 Uhr“.

In einzelnen Impfzentren habe es einen Buchungstopp gegeben, weil offenbar die Kontingente bereits erschöpft waren. Weil es aber ständig Nachschub an Impfstoff gebe, gab Pressesprecherin Vanessa Pudlo einen Tipp: „Regelmäßig in das Buchungsportal gucken.“

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Redaktion Fröndenberg
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Marcus Land

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