Anzug und Krawatte? In der Sparkasse in Schwerte ist der Dresscode lockerer

dzSparkasse

Mehrere Sparkassen in NRW, darunter die Dortmunder, ändern im Januar die Bekleidungsvorschriften für ihre Mitarbeiter. Für ihre Schwerter Kollegen ist das nichts Neues.

Schwerte

, 21.01.2020, 12:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Wer einer Bank sein Geld anvertraut, tut das in der Hoffnung, dass die dortigen Mitarbeiter wissen was sie tun und verantwortungsbewusst mit dem Geld umgehen.

Die Banken wiederum versuchen, die Vertrauenswürdigkeit ihrer Mitarbeiter durch einheitlich sachliche Kleidung auszudrücken.

Aber: „Die Zeiten ändern sich“, sagt Stefan Knoche, Sprecher der Sparkasse Schwerte. Die Kunden sollen ihr Geld nicht deshalb in den richtigen Händen wissen, weil ihr Berater so gut angezogen war, sondern weil er im Beratungsgespräch eine gute Figur gemacht hat.

Tiefer Griff in den Kleiderschrank

Deshalb verabschiedet sich jetzt die Dortmunder Sparkasse von der Einheitskleidung. Viel später als ihre Schwerter Kollegen. Für die hat sich der Dress-Code schon im Februar 2019 geändert.

Am augenfälligsten wird der Wandel bei den Männern. Dunkle Stoffhose, dunkles Sakko, Hemd und rot-weiße Krawatte, so lautete der Code. Der jetzige Code erlaubt einen tieferen Griff in den Kleiderschrank, Sparkassenmänner tragen jetzt „smart casual“.

Die Krawatte ist freiwillig

Das bedeutet soviel wie „elegant informell“ und entstand, natürlich, in den USA. Wer sich smart casual kleidet, will sichergehen, weder zu elegant (overdressed) noch zu leger (underdressed) aufzutreten.

Um das zu erreichen, gibt es im Prinzip nur noch eine Regel bei der Sparkasse: Oben am Hals muss es einen Kragen geben. Darüber hinaus ist weitgehend alles erlaubt, das gut aussieht. Die Krawatte ist freiwillig, über dem Hemd darf es sogar einen Pullover geben, an den Beinen tut es auch eine Jeans. Zurecht tabu bleiben Sandalen, kurze Hosen und zu grelle Farben.

Der Hosenanzug hat ausgedient

Bei den Damen gibt es den gleichen Wandel. Der Hosenanzug hat weitgehend ausgedient. Was bleibt, ist die Vorgabe, gedeckte Farben zu wählen. Im Umkehrschluss ist der alte Dresscode aber nicht verboten worden. In den Schwerter Filialen kann man deshalb beide Stile sehen.

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Ganz verschwinden wird das klassische „Sparkassen-Outfit“ ohnehin nicht: Bei offiziellen Anlässen und Veranstaltungen sind die klassischen Anzüge samt Krawatte bei den Männern und dunkle Business-Kostüme, Hosenanzüge oder Kleider bei den Frauen Pflicht.

Es gab keine Beschwerden

Nach zehn Monaten Erfahrungen mit dem neuen Stil kann Pressesprecher Stefan Knoche berichten, dass die Kunden den Wandel entweder nicht bemerkt haben oder ihn gut finden. „Beschwerden hat es nicht gegeben“, so Knoche.

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