In Schwerte gibt es zu wenig Kriminalität für mehr Polizeibeamte

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Die Kriminalität ist in vielen Bereichen rückläufig, aber nicht in allen. Und auch die meisten Schwerter fühlen sich sicher, aber nicht überall. Fakten zu Polizei und Ordnungsdienst.

Schwerte

, 20.08.2020, 11:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Gesamtkriminalität im Kreis Unna war 2018 rückläufig. Das geht aus der aktuellen Statistik hervor. Während die Entwicklung in vielen Bereichen positiv ist, bleiben einige Sorgenkinder. Wohnungseinbrüche und Diebstähle sowie eine Straßenkriminalität sind im abgelaufenen Jahr laut Polizeistatistik zurück gegangen. Fahrraddiebstähle zum Beispiel stark angestiegen. Von 98 angezeigten Taten im Jahr 2018 auf 128 im Jahr 2019.

Wie häufig passieren bestimmte Straftaten in Schwerte: So gab es sowohl 2018 als auch 2019 jeweils rund 20 Raubdelikte. Die meisten davon, nämlich 11 (2019) beziehungsweise 9 (2018), galten als sogenannter Straßenraub. Zumeist hatten Jugendliche anderen Jugendlichen mit Gewalt Handy oder Geld abgenommen.

Häufiger kommen da schon Körperverletzungen vor: Mit jährlich bis zu 250 Delikten, sind die schon ein bedeutender Posten in der Kriminalstatistik. Zumeist handelt es sich dabei um eher leichte Fälle. Aber immerhin 57 der Fälle war laut Statistik eine schwere Körperverletzung.

Am häufigsten sind Diebstähle

Am häufigsten kommen in Schwerte Diebstähle vor, die Zahl ist aber deutlich rückläufig: 936 Diebstähle verzeichnet die Kriminalstatistik 2018, 882 im vergangenen Jahr. Das häufigste Einzeldelikt darunter ist der Diebstahl an und aus Kraftfahrzeugen dicht gefolgt vom Ladendiebstahl.

Und auch wenn die Wohnungseinbrüche nicht mehr so stark zu Buche schlagen, wie noch vor einigen Jahren, gab es immerhin noch 67 Fälle im Jahr 2019 in Schwerte.

Beim Sicherheitsempfinden des Bürgers sieht das oft anders aus. In der Bahnhofsunterführung oder im Stadtpark fühlen sich Menschen weiterhin unsicher. Die Stadt wollte mit dem Kommunalen Ordnungsdienst (KOD) dagegen angehen: Der wurde vor zwei Jahren eingeführt und die beiden Stellen erst kürzlich entfristet, was bedeutet, dass es dauerhaft einen KOD in Schwerte geben wird. Mehr Ordnungshüter plane man aktuell nicht, so die Stadtverwaltung. „Geplant ist, verstärkt auf die Ordnungspartnerschaft mit der Polizei zu setzen. Gleichzeitig appellieren wir aber auch an die Eigenverantwortung der Bürger“, schreibt Stadtsprecher Ingo Rous auf Anfrage der Redaktion.

Bei der Polizei gibt es aktuell eine Personaldiskussion. Die soll im Herbst entschieden werden.

Entscheidend ist der Verteilschlüssel für Polizeibehörden

Entscheidend hierfür ist ohnehin nicht die Stadt, sondern der landesweite Verteilschlüssel für Polizeibehörden, durch den das Personal zugewiesen wird. „Die Schwerpunkte werden in den Städten gesetzt, wo es nötig ist“, sagt Howanietz. Oder anders: Die Städte, die besonders hohe Kriminalitätsraten haben, bekommen auch mehr Beamte. Und den sehe man in Schwerte derzeit eher nicht.

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