In Schwerte Drogen an Minderjährige verkauft? Oder doch in Holland gewesen?

dzLandgericht Hagen

Hat er in Schwerte Drogen verkauft? Oder war er vielleicht zu diesem Zeitpunkt doch in Holland? Es sieht besser aus für einen 39-Jährigen, der früher einmal der „Kleingeld-Räuber“ war.

Schwerte/Hagen

, 27.11.2019, 16:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Auf einmal sieht es für den Angeklagten gar nicht mehr so schlecht aus. Von einer Verurteilung wegen Drogengeschäften mit Jugendlichen ist im Prozess am Hagener Landgericht zurzeit keine Rede mehr. Der 39-jährige Mann aus Schwerte ist sogar schon aus der Untersuchungshaft entlassen worden. Nun träumt er sogar von einem kompletten Freispruch.

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Angeklagter will in Holland gewesen sein

Ganz vom Tisch sind die Anklagevorwürfe allerdings noch nicht. Vor Gericht geht es noch um weitere Marihuana-Vorwürfe aus der Zeit zwischen Januar und Mai 2019.

Genau zu dieser Zeit will der 39-Jährige allerdings gar nicht in Deutschland gewesen sein. Nach seinen Angaben will er sich damals in Holland aufgehalten haben – in Zandvoort und Amsterdam. Gewohnt hat er angeblich im Hotel.

Verteidiger Christian Simonis will deshalb beantragen, das Personal in den Zeugenstand zu rufen. Das hat er am Mittwoch im Prozess angekündigt. Ob die Hagener Richter dem Antrag folgen werden, ist allerdings noch nicht bekannt. Sie hatten dem Angeklagten bereits am letzten Verhandlungstag signalisiert, dass der Ausgang des Verfahrens weiter offen ist. Im Falle einer Verurteilung sei von einer Bewährungsstrafe bis zu einer kurzen Gefängnisstrafe noch alles möglich.

Der Angeklagte selbst hofft nach seiner Entlassung aus der U-Haft natürlich nicht, dass er noch einmal ins Gefängnis zurück muss. Er hatte schon zum Prozessauftakt bekanntgegeben, dass er heiraten und eine Familie gründen möchte. Seine Freundin, die als Zeugin vernommen worden ist, scheint sich das nach eigenen Angaben ebenfalls zu wünschen.

Was gegen den Angeklagten spricht, sind seine Vorstrafen. Elf Mal soll der Schwerter schon vor Gericht gestanden haben.

Als Kleingeld-Räuber für Aufsehen gesorgt

Die wohl spektakulärste Tat war im September 2008. Damals war der heute 39-Jährige als „Kleingeld-Räuber“ in die Justizgeschichte eingegangen. Er hatte die Sparkassen-Filiale Schwerte-Ost überfallen, dabei aber nur einen Mini-Betrag erbeutet. Bei der Tat war eine Schreckschusspistole eingesetzt worden, die später auch sichergestellt werden konnte.

In Schwerte war damals eine Großfahndung angelaufen, am Ende hatte sich der Täter jedoch selbst gestellt – und zwar gleich in der nächsten Nacht.

Der Schwerter war später wegen räuberischer Erpressung zu zwei Jahren und neun Monaten Haft verurteilt worden.

Für den aktuellen Prozess am Hagener Landgericht haben die Richter zunächst noch drei Verhandlungstage vorgesehen. Das Urteil soll kurz vor Weihnachten gesprochen werden.

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