Im Bürgersaal des Rathauses starteten am Freitag die Impfungen für Grundschullehrer und Erzieher. © Carina Strauß
Corona-Pandemie

Impfaktion im Rathaus: „Man ist etwas verunsichert, aber ohne Impfen wird es ja nicht weitergehen“

Die Impfungen für das Personal von Grundschulen und Kindertagesstätten im Schwerter Rathaus sind gestartet. Ein Fernseher zeigt ein Informationsvideo zur Impfung und zum Impfstoff Astrazeneca.

Schon um 13.30 Uhr sieht man am Freitag (12.3.) die ersten Menschen vor dem Rathaus in Schwerte. Hier und da hat jemand den gelben Impfausweis in der Hand. Die Wartenden blicken mit gemischten Gefühlen auf das, was da kommt. „Wir freuen uns. Es muss ja auch irgendwie mal weitergehen“, so eine Lehrerin der Albert-Schweitzer-Schule.

Doch es mischt sich auch ein wenig Verunsicherung in die Vorfreude. „Man ist etwas verunsichert, nach dem, was man in den Nachrichten über Astrazeneca gehört hat“, so die Lehrerin. Impfen lassen wollen sich hier trotzdem alle. „Ohne Impfen wird es ja nicht weitergehen.“

„Team ist froh, dass es jetzt losgeht“

Die Kollegen der Albert-Schweitzer Schule sind mit die ersten, die sich im Rathaus impfen lassen dürfen. Drei Impfstraßen wurden im Bürgersaal des Rathauses aufgebaut, um das Personal von Grundschulen und Kindertagesstätten impfen zu können. Auch Sabine Jost, Schulleiterin der Friedrich-Kayser-Schule, und ihre Kollegin warten auf ihre Impfung.

Lehrerinnen und Lehrer warteten vor dem Rathaus darauf, hereingelassen zu werden. © Carina Strauß © Carina Strauß

„Das ganze Team ist froh, dass es jetzt losgeht“, so Jost. Alle Lehrer seien sehr dankbar und hätten das Angebot auch sehr gut angenommen. „Die meisten Kollegen wollen sich impfen lassen. Manche wollen sich auch erst noch weiter informieren. Aber man kann bei uns sagen, dass wir fast vollständig dabei sind.“

In der Einbahnstraße durchs Rathaus

Um 14 Uhr geht es los. Bürgermeister Dimitrios Axourgos kommt aus dem Haupteingang des Rathauses und teilt anhand einer Liste die Anwesenden in Gruppe A, B und C ein. Am Eingang werden die Personalien der Impfwilligen überprüft, die dann im Eingangsbereich des Rathauses Platz nehmen dürfen. Natürlich coronakonform mit viel Abstand und mit Blickrichtung auf einen Fernseher, der ein Informationsvideo zur Impfung und zum Impfstoff Astrazeneca zeigt.

Warten auf die Impfung. © Carina Strauß © Carina Strauß

Die ersten Lehrer dürfen dann auch quasi direkt wieder aufstehen und zur nächsten Station direkt vor dem Bürgersaal gehen, wo die Formalitäten geregelt werden und es eine erste Beratung gibt. Wenn das erledigt ist, geht es zur ersten Station im Bürgersaal. Und da trifft vielleicht der ein oder andere ein in Schwerte bekanntes Gesicht. Hausärztin Beate Henschel ist für die medizinische Beratung zuständig.

Feststellung der Impffähigkeit

„Wir stellen fest, dass derjenige, der geimpft werden soll, auch impfwillig ist. Wir fragen, ob die Patienten Gerinnungshemmer nehmen, denn dann müssen sie fünf Minuten auf die Einstichstelle drücken“, erklärt Beate Henschel. Außerdem müsse festgestellt werden, dass der Impfwillige 14 Tage keine Impfung gehabt hat. „Wir wissen nichts über Interaktionen. Wir sind da vorsichtig.“

Ebenfalls nicht geimpft werden sollen Menschen, die schon mal eine schwere allergische Reaktion erlitten haben, zum Beispiel bei einem Wespenstich. „Hier wird also die Impffähigkeit festgestellt. Und wenn Fragen sind, dann werden natürlich auch Fragen beantwortet.“ Bei ihrer Tätigkeit im Impfzentrum habe sie allerdings immer eine Standardantwort von den über 80-Jährigen bekommen. „Nein, ich hab keine Fragen. Wo kann ich denn hier geimpft werden?“

Axourgos: Sind froh, dass es losgeht

Von der Beratung geht es für die Impfwilligen weiter zur Impfung – und von dort aus zur Nachbeobachtung. Das sei völlig normal und bei jeder Impfung so, erklärt Beate Henschel. „Es kann ja immer was sein.“ Sie ist froh darüber, dass die Impfungen im Rathaus jetzt so möglich sind. „Ich finde das ganz toll, dass das jetzt hier so geht, dass wir hier jetzt schnell impfen können.“

Auch Bürgermeister Dimitrios Axourgos zeigt sich froh darüber, dass es jetzt losgeht: „Es ist wichtig, das jetzt diejenigen geimpft werden, die jeden Tag mit den Kleinsten zusammen arbeiten. Es ist wichtig, diese Personen zu schützen.“ Man habe sich für das Rathaus entschieden, weil es organisatorisch „sehr schnell und sehr einfach ging“, so Axourgos. „Diese Impfaktion ist bitternötig.“ Er hofft jetzt darauf, dass es in den nächsten Wochen und Monaten genug Impfstoff gibt, um auch andere Personengruppen und Menschen impfen zu können.

Circa 250 Menschen pro Tag geimpft

Circa 250 Leute werden am Freitag in dem provisorischen Impfzentrum im Rathaus geimpft, so Theo Spanke, auch Leiter des Impfzentrums für den Kreis Unna. Insgesamt werde man an drei Terminen im Rathaus impfen. Impfberechtig sind dabei nicht nur Lehrer und Erzieher, sondern auch die OGS-Mitarbeiter, Sekretärinnen, Hausmeister, Küchenpersonal, Integrationshelfer und Reinigungskräfte.

Was den Impfstoff Astrazeneca angeht, verweist Spanke auf entsprechende Erfahrungen: „Das Paul-Ehrlich-Institut hat gesagt, dass der Impfstoff sicher ist und das diese thrombotischen Ereignisse, die es gegeben hat, eigentlich keine Häufung zu anderen Krankheitsfällen darstellen. Es ist eigentlich die normale Krankheitshäufigkeit dieser Ereignisse in den bisherigen Impfungen aufgetreten.“

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Redaktion Schwerte
Ist mit Überzeugung Lokaljournalist. Denn wirklich wichtige Geschichten beginnen mit den Menschen vor Ort und enden auch dort. Seit 2007 leitet er die Redaktion in Schwerte.
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Heiko Mühlbauer

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