Immer weniger Sternsinger in Schwerte: In der City erhielten nur noch Seniorenheime Besuch

Sternsinger in Schwerte

Die Sternsinger haben in der Pfarrgemeinde St. Marien eine große Tradition – Häuser werden geweiht und Spenden gesammelt. Das wird allerdings immer schwieriger.

Schwerte

, 30.01.2020, 12:00 Uhr / Lesedauer: 2 min
Immer weniger Sternsinger in Schwerte: In der City erhielten nur noch Seniorenheime Besuch

Die Sternsingeraktion der Pfarrgemeinde St. Marien verzeichnet in den letzten Jahren immer weiter sinkende Teilnehmerzahlen. © Heiko Mühlbauer

Die Sternsinger sind weltweit die größte Hilfsaktion von Kindern für Kinder. Es geht auf einen alten Brauch am Drei-Königs-Tag zurück. Vor über 60 Jahren griff ihn das Kindermissionswerk als weltweite Aktion auf.

Auch die Pfarrgemeinde St. Marien in Schwerte beteiligt sich jährlich in der ganzen Stadt am Aussendungsgottesdienst. In diesem Jahr konnten rund 2500 Euro gesammelt werden.

Keine Hausbesuche mehr in der Stadtmitte

In den vergangenen Jahren wird es für die Mariengemeinde allerdings immer schwieriger Teilnehmerkinder für die Spendensammlung zu gewinnen. Das wurde vor allem in den Bezirken Innenstadt und Holzen deutlich.

Zur Stadtmitte gehören eigentlich knapp 300 Haushalte, die von den Sternsingern besucht und gesegnet werden sollten. In diesem Jahr war es aufgrund der geringen Teilnehmerzahl von unter zehn Kindern aber nicht möglich Hausbesuche zu machen. - lediglich die Seniorenheime wurden besucht. Wer einen Segensaufkleber haben oder spenden wollte, musste die Messe besuchen und dort seine Spende abgeben und sich den Aufkleber abholen.

Auch im großen Einzugsgebiet Holzen konnten nicht mehr alle Haushalte besucht werden, weil es nicht genügend Sternsinger gab.

Allgemeines Problem in den Kirchen

Gemeindereferentin Eva Maria Mehrens sieht mehrere Gründe in der sinkenden Bereitschaft zum Sternsingen. „Einerseits ist es ein terminliches Problem. Anfang Januar finden zeitgleich viele andere Veranstaltungen statt. Zudem fällt die Aktion auch in die Ferienzeit“, so Mehrens.

Das Sternsingen werde auch im allgemeinen nicht mehr als die schöne Hilfsaktion gesehen, die es mal war. Unter der Woche sei der Terminkalender in Familien schon so vollgepackt, dass man am Wochenende keine Zeit und Lust mehr habe, mit den Kindern durch die Straßen zu ziehen.

Eva Mehrens erkennt aber auch einen allgemeinen Trend: „Das beschränkt sich nicht nur auf die Sternsinger, die Bereitschaft zur Teilnahme ist auch ein allgemeines Problem der Kirchen in den vergangenen Jahren.“

Sternsingen wieder als Mehrwert etablieren

Die Mariengemeinde will diesem Trend im kommenden Jahr wieder entgegensteuern. Dazu soll es innerhalb der Gemeinde frühzeitig zu lösungsorientierten Gesprächen kommen. „Wir müssen das Sternsingen wieder als Mehrwert etablieren. Wir müssen nach Wegen suchen, wie die Leute sich wieder mehr mit dem Thema beschäftigen“, erklärt die Gemeindereferentin.

Dazu gehöre zum einen die Findung eines passenden Termins für die Familien, zum anderen aber auch, den Gemeindemitgliedern zu zeigen, wie schön es sein könne, Menschen als Sternsinger zu besuchen und so eine große Freude zu bereiten.

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