Idee für das Hospiz in Schwerte - Diese Wollsocken sollen gar nicht auf den Fuß passen

dzIm kleinen Maßstab

Liesel heißt keine der Damen. Aufs Stricken verstehen sie sich aber bestens. Was sie da zwischen den Nadeln haben, ist bewusst ganz klein gehalten. Und gar nicht für den Fuß gedacht.

Schwerte

, 22.10.2019, 12:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Schwarz-gelb, schwarz-gelb. Masche für Masche werden die Wollfäden zu einer Socke in den BVB-Farben. Mit Liebe handgemacht. Und trotzdem wird kein Fußballstar der Dortmunder Borussia sie jemals tragen. Dafür ist sie viel zu klein, würde nicht mal auf den Fuß eines Babys passen. Ein paar Münzen oder Scheinchen lassen sich aber locker hineinschieben. Und dafür sind die Mini-Strümpfe, die die Damenrunde in der Stadtbücherei strickt, auch gedacht. Aufgeklebt auf eine Glückwunschkarte, sind sie eine ganz persönliche Überraschung zu Geburtstag, Hochzeit oder anderen Anlässen.

Später noch als Schlüsselanhänger zu benutzen

Lange habe man sich den Kopf zerbrochen, was man mitbringen könne, erläutert der aufgedruckte Text. Dann die Idee: „Wir schenken dir ´ne Socke mit was drin!“ Doch damit haben die Fußbekleidungen im XXXS-Format noch längst nicht ausgedient. Schließlich mussten für jede die Nadeln gut eine Stunde lang klappern. „Wir haben extra einen Langfaden drangelassen“, berichtet Sonja Behrens, die Leiterin der Strickrunde. Praktisch, damit sich das Geschenk anschließend noch als Schlüsselanhänger nutzen lässt: „Beispielsweise für Parkgeld oder Einkaufchips.“

Idee für das Hospiz in Schwerte - Diese Wollsocken sollen gar nicht auf den Fuß passen

Für Fußballfans stricken die Damen auch Sockenkarten in den BVB-Farben Schwarz-Gelb. © Reinhard Schmitz

Neben der Freude beim Schenken ermöglichen die Sockenkarten noch auf eine zweite Weise, Gutes zu tun: Sie werden zugunsten des Hospizes verkauft. Eine Tüte mit den ersten 100 Exemplaren in verschiedenen Farben übergaben die Damen an den Schatzmeister der Hospiz-Initiative, Helmut Bernhardt. Für vier Euro pro Stück sind sie in der Einrichtung am Alten Dortmunder Weg 89 sowie bei Bücher Bachmann in der Mährstraße 15 zu haben. „Falls noch etwas übrig bleibt, wird es beim Weihnachtsmarkt ,Bürger für Bürger` am Hospizstand verkauft“, sagte Bernhardt. Also dort, wo auch Pannekauken, Grünkohl und Currywurst locken.

Bachmann zur Strickrunde: „Heißt eine von Ihnen Liesel?“

Damit die Sockenkarten aber schon vorher an den Mann oder die Frau gebracht sind, gibt Buchhändler Olaf Bachmann alles. Er will nicht nur ein Schaufenster mit ihnen dekorieren, sondern drehte auch gleich eines seiner kultigen Youtube-Videos zum Thema. „Ich habe noch eine persönliche Frage“, sagte er augenzwinkernd in die Runde: „Heißt eine von Ihnen Liesel?“ Nein, den Namen wollte keine der Frauen, die zeigten, dass sie auch „groß“ können. Sie überreichten Bachmann maßgefertigte Socken in Größe 44, die auf der Stelle anprobiert wurden. Dann ging es weiter mit dem Kleinformat, um Nachschub für die Hospizaktion zu handarbeiten. Bachmann regte schon eine Nachfolgeaktion an: „Wie wär´s mit Handy-Taschen fürs nächste Jahr?“

Wer will mitmachen?

Mit-Strickerinnen sind willkommen

Die Strickrunde in der Bücherei hat Sonja Behrens gegründet, nachdem ihr zu Ohren gekommen war, dass viele Frauen stricken möchten, ihnen aber eine Anleitung fehlt. Die Stadtbücherei im City-Centrum, Hagener Straße, stellte einen Nebenraum zur Verfügung. Dort treffen sich die derzeit acht Damen jeden Freitag von 14.30 bis 16.30 Uhr. Weitere Interessenten sind willkommen und können einfach bei einem der Treffen vorbeikommen. Gehandarbeitet wird nicht nur der Sockenvorrat, sondern so gut wie alles, was man aus Wolle stricken kann.
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