Für Brynn Blake und ihre Mutter Laura Beckmerhagen gab es vor dem Marienkrankenhaus zum Glück gute Hilfe. © privat
Geburt vor dem Marienkrankenhaus

„Ich werde das nicht vergessen“: Helferin bei Freiluftgeburt wird selbst bald Oma

Sie wird selbst bald Oma. Aber nicht nur deshalb wird sie die Geburt von Brynn Blake vor dem Marienkrankenhaus in Schwerte so schnell nicht vergessen. Petra Stresemann half dem jungen Paar, wo sie nur konnte.

Den Montag dieser Woche (15.2.) werden Laura Beckmerhagen und ihr Mann wohl so schnell nicht vergessen. Die werdende Mutter schaffte es nicht mehr bis ins Krankenhaus und brachte ihre Tochter Brynn Blake noch vor dem Eingang des Marienkrankenhauses auf die Welt.

Gut, wenn es in solchen Situationen Menschen gibt, die helfen statt nur zuzuschauen. Über Facebook suchte Laura Beckmerhagen nach der Geburt nach ihrer Helferin: „Es geht um eine ganz liebe Dame mit hellen Haaren und Brille, die uns gestern so toll vorm Marienkrankenhaus geholfen hat, als ich dort spontan und in Eiseskälte unser Kind auf die Welt gebracht habe“, schrieb sie bei Facebook. Und tatsächlich: Laura Beckmerhagen hat ihre Helferin gefunden.

„Ich werde das nicht vergessen“

Petra Stresemann arbeitet selber im Marienkrankenhaus und kam dazu, als das Baby schon auf der Welt war. „Ich habe versucht, ein Bett zu organisieren. Aber kurz darauf kamen schon die Ärztin und die Hebamme“, erzählt Stresemann.

Dennoch: Für die frisch gebackene Mutter war es ein Segen, dass jemand geholfen hat. „Ich habe sie noch besucht und sie ist einfach dankbar, dass da jemand war, der geholfen und nicht nur zugeschaut hat.“

Petra Stresemann war es auch, die eine Decke organisiert hat. „Der Sicherheitsmann hat uns sein Sweatshirt gegeben, damit wir das Kind darin einwickeln konnten.“ Als Ärztin und Hebamme da waren, habe sie das junge Glück dann verlassen. „Das Baby hat geschrien und ich habe gehört, dass alles gut war und bin dann gegangen.“

Auch wenn sie zu spät war, um bei der Geburt selbst zu helfen, wird Petra Stresemann das Erlebnis noch lange begleiten. „Ich werde das nicht vergessen. Ich bin erleichtert, dass es den beiden gut geht.“ Zudem, sagt sie, wird sie selbst bald Oma.

Häufigkeit unter 1 Prozent

Aber wie oft passiert es eigentlich, dass Kinder so plötzlich geboren werden? Noch bevor man es in den Kreißsaal schafft? Dr. Hartmann ist Chefarzt der Frauenklinik im Marienkrankenhaus. Er habe zwar keine Statistik, aber dass eine Geburt so schnell gehe wie die von Brynn Blake, sei sehr selten. „Zumindest daran, wie oft es bei uns passiert, würde ich schätzen, dass die Häufigkeit unter 1 Prozent liegt.“

Doch das müsse nicht unbedingt bedeuten, dass das schlecht für die Mütter ist. „Wichtig ist, dass die werdenden Mütter keine Angst vor solchen Geburten haben müssen. Wenn es so schnell und problemlos geht, dann passiert in der Regel auch nichts“, so Hartmann. „Auch wenn es natürlich blöd ist, wenn so etwas passiert.“

Man könne eben nicht genau einschätzen, wann es mit einer Geburt losgeht. „Wenn wir es genau einschätzen könnten, würde so etwas nicht passieren. Aber man weiß nie, wann die Wehen einsetzen. Da kann es schon mal passieren, dass die Paare noch mal nach Hause fahren und kurz, bevor sie zu Hause sind, wieder umdrehen müssen.“

Der neue Lokalsport-Newsletter für Dorsten

Immer freitags um 18:30 Uhr das Wichtigste aus dem Dorstener Lokalsport direkt in Ihr E-Mail-Postfach.

Informationen zur Datenverarbeitung im Rahmen des Newsletters finden Sie hier.