Hunde-Attacke am Schwerter Wald: Weidendes Schaf schwer verletzt

dzPolizei in Schwerte

Ein kleines Schaf graste auf einer Wiese am Waldrand, als der weiße Schäferhund den Zaun überwand und zubiss. Die Hundebesitzer verschwanden zunächst, ohne ihre Personalien zu hinterlassen.

Schwerterheide

, 20.10.2020, 05:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Aus der Wunde am Hals rann das Blut ins wollige Fell. Übel zugerichtet, lag das kleine Schaf am Sonntagmittag auf der Schwerterheide. Friedlich hatte es auf einer Wiese hinter den Häusern an der Waldstraße gegrast, als die Hunde-Attacke passierte. „Ein weißer Schäferhund hat das Schaf auf der Weide angegriffen und schwer verletzt“, berichtet Polizei-Pressesprecher Christian Stein. Gegen 13.15 Uhr seien seine Kollegen alarmiert worden.

Hund biss dem Schaf in den Hals

Wie die Beamten von einem Zeugen erfuhren, hatten sich die Schafe in der Nähe des Schwerter Waldes am Zaun der Weide aufgehalten. Als der Hund den Zaun überwunden habe, sei die Herde davongelaufen. Einem Tier, das offensichtlich nicht schnell genug war, habe der Hund in den Hals gebissen und nicht wieder losgelassen.

Ein Tierarzt musste dem gebissenen Schaf das Leben retten.

Ein Tierarzt musste dem gebissenen Schaf das Leben retten. © Anja Ponscheck

„Die Hundebesitzer waren im Wald auf dem Weg in der Nähe der Weide“, sagt Christian Stein. Erst nach mehrmaliger Aufforderung durch den Zeugen seien sie auf die Weide gegangen und hätten den Hund zurückgeholt. Dann hätten sie sich aber entfernt, ohne ihre Personalien zu hinterlassen. Die Polizei nahm eine Ordnungswidrigkeiten-Anzeigen wegen Verstoßes gegen das Landeshundegesetz auf. Diese werde an die Stadt Schwerte als zuständige Behörde weitergegeben.

Am Montag meldete sich der Hundehalter dann doch noch

Ob es das schlechte Gewissen war, vermochte Anja Ponscheck, die die zehnköpfige Schafherde betreut, nicht zu sagen. Jedenfalls - so berichtet sie - sei der Hundehalter am Montag dann doch auf der Heide vorgefahren, um sich zu melden. Das sei ihm noch nie passiert, habe er zu dem Vorfall gesagt. Anschließend wollte er zur Polizei weiterfahren. Deren Sprecher Christian Stein bestätigte, dass der Mann dort seine Personalien hinterlassen habe. Das ändere aber nichts daran, dass die Ordnungswidrigkeiten-Anzeige an die Stadt weitergeben werde. Am Montagmittag war sie noch unterwegs. „Es liegt noch nichts vor“, sagte Antonino Pitasi vom Bürgermeisterbüro.

Tierarzt behandelte das Schaf mit Antibiotika

Das verletzte Schaf wurde von einem Tierarzt mit Antibiotika behandelt, wie Anja Ponscheck erklärt. Eine Stunde lang habe es - wohl vor Schock - zitternd auf der Erde gelegen. Die Wunde wurde mit einer Art Sprühpflaster geschützt. Zur Kontrolle muss die Betreuerin jetzt regelmäßig zum Fiebermessen kommen. „Der Hund hat sich ausgerechnet das kleinste Schaf ausgesucht“, sagt sie. Es sei ein Mädchen.

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Der Vorfall weckt Erinnerungen an eine schlimme Hunde-Attacke, die sich im November 2018 in Wandhofen zugetragen hatte. Damals waren zwei Huskies in ein Kleintiergehege am Pettenhahnweg eingedrungen und hatten 15 Hühner und fünf große Puten zerfleischt. Die Stadt ordnete später für die Hunde Maulkorb- und Leinenzwang an.

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