Holzener beschweren sich: Unsere Briefe landen dauernd in den Briefkästen der Nachbarn

dzDeutsche Post

Der Holzener Klaus Karneil hat regelmäßig Post für seine Nachbarn im Briefkasten. Und die immer wieder Briefe von ihm. Und Karneil ist nicht der Einzige in Holzen, dem das passiert.

Schwerte

, 06.12.2019, 05:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

In Schwerte-Holzen beschweren sich mehrere Bürger, dass sie teilweise bereits seit Jahren regelmäßig Post erhalten, die nicht an sie adressiert ist. Klaus Karneil ist einer von ihnen. Er wohnt mit seiner Frau Sabine in einem Zweifamilienhaus.

Immer wieder hat er nicht nur Briefe, die an ihn und seine Frau gerichtet sind, im Briefkasten, sondern auch die für seinen direkten Nachbarn oder die Bewohner der Häuser auf der anderen Straßenseite. Seine Schwiegereltern wohnen eine Straße weiter. Auch Post, die an sie gerichtet ist, landete bereits bei ihm – und umgekehrt.

Immer wieder wechselnde Postboten

„Hier sind so viele wechselnde Postboten, man hat überhaupt keinen, den man greifen kann“, kritisiert Klaus Karneil. Einen festen Briefträger hätten sie schon einige Zeit nicht mehr. Auf die Fehler bei der Zustellung angesprochen, würden die Boten lediglich entgegnen, das Anliegen weiterzugeben. Ein Anruf bei der Deutschen Post blieb bisher ohne Rückmeldung.

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Sabine Karneil ist verstimmt: „Man hat auch ein schlechtes Gefühl. Wer hat meinen Brief? Ist der Brief irgendwo anders reingeschmissen worden?“ Gerade bei sensibler Post, wie einem Rezept vom Arzt, wäre das für sie ärgerlich.

Auf diese Art lernt man seine Nachbarn kennen

Maike Fälker hat ähnliche Erfahrungen gemacht. Die Lehrerin wohnt seit 2014 an ihrer heutigen Adresse in Holzen und hatte die Probleme mit falsch adressierten Briefen von Anfang an. „Manchmal stimmte weder die Straße noch die Hausnummer. Da denke ich mir dann schon: 'Könnt ihr denn nicht lesen?'“ Etwas Positives kann Fälker den falsch zugestellten Briefe dann aber doch abgewinnen, wenn sie die Briefe persönlich ihren Empfängern übergibt: „So lernt man auch den Nachbarn kennen“, sagt Fälker amüsiert.

Post nimmt einen Umweg über Nachsendezentrum

Neben den falsch zugestellten Briefen ist die lange Wartezeit auf die Post für Klaus Karneil ein Problem. Briefe, die andernorts innerhalb weniger Tage zugestellt werden, benötigen bei Karneil deutlich länger.

Gerade bei wichtigen Briefen ärgert ihn das: „Ich warte auf einen Brief von meinem Arbeitgeber. Der hätte letzte Woche eigentlich da sein müssen.“ Auch Gehaltsabrechnungen erhalten Karneils Arbeitskollegen grundsätzlich schneller.

Auf den Briefumschlägen, die bei den Karneils ankommen, klebt aktuell ein gelber Aufkleber mit Vermerk „kein aktiver Auftrag vorhanden".

Dieser Aufkleber wird üblicherweise für Nachsendeanträge verwendet. Post, die noch an die alte Adresse gerichtet ist, findet so ihren Weg an den neuen Wohnort. Sabine und Klaus Karneil wohnen aber bereits seit 2011 an dieser Adresse. Warum die Briefe dennoch einen Umweg über das Nachsendezentrum der Deutschen Post machen, wissen sie nicht. Das würde aber zumindest die längere Zustelldauer der Briefe erklären.

Holzener beschweren sich: Unsere Briefe landen dauernd in den Briefkästen der Nachbarn

Auf den Briefen von Klaus Karneil befinden sich Aufkleber aus dem Nachsendezentrum der Deutschen Post. © Dennis Görlich

Briefgeheimnis hat Verfassungsrang

Wenn einmal ein falscher Brief im eigenen Briefkasten landet, empfiehlt die Deutsche Post den Brief dem Empfänger einfach persönlich zu übergeben oder in dessen Briefkasten einzuwerfen. Auf keinen Fall sollte ein fremder Brief geöffnet werden, denn: Laut Paragraph 202 des Strafgesetzbuches kann das mit einer Freiheitsstrafe bis zu einem Jahr oder mit Geldstrafe geahndet werden.

Auch im Grundgesetz ist das Briefgeheimnis verankert.

Wenn der Weg zum Adressaten doch etwas weiter sein sollte, kann man dem Postboten den Brief auch wieder mitgeben oder in den nächsten gelben Briefkasten werfen. Falls der Brief von einem anderen Dienstleister versandt wurde, wird der Brief in aller Regel nach einem Anruf von zu Hause abgeholt und erneut zugestellt.

Kundenservice

Was tun, bei Problemen mit der Post?

Bei Problemen, die Sendungen der Deutschen Post betreffen, können sich die Betroffenen telefonisch an den Kundenservice unter 0228 – 4333112 wenden, erreichbar Mo–Fr von 8 – 18 Uhr und Sa von 8 – 14 Uhr. Sind Pakete betroffen, kann der Kundenservice Mo–So von 7 – 20 Uhr, auch an Feiertagen angerufen werden.
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