Hochzeitskorso legte Verkehr auf der A45 am Westhofer Kreuz nahezu lahm

dzEinsatz auf A45

Was sich eine Hochzeitsgesellschaft in Schwerte auf der A 45 leistete, rief die Polizei auf den Plan. Doch als man im Westhofener Kreuz einen Fahrer stoppte, war das eine Überraschung.

Westhofen

, 23.06.2019 / Lesedauer: 3 min

Gleich mehrere Zeugen meldeten sich am Freitagabend bei der Autobahnpolizei. Auf der A45 in Richtung Dortmund sei eine Kolonne aus etwa einem halben Dutzend Autos unterwegs und behindere andere Autofahrer. Zum einen überholten sich die Fahrer gegenseitig. Dann hätten sie wieder bis auf Tempo 30 abgebremst und und dabei die Fahrstreifen gewechselt. Das Ganze ging mit wildem Gehupe einher. Laut Zeugenaussagen hatten die Autos bei ihrer Parade über die Autobahn auch die Warnblinkanlage eingeschaltet. Streckenweise wechselten sie so die Fahrstreifen, dass der Konvoi nicht überholt werden konnte.

Auf Höhe des Westhofener Kreuz gestoppt

Auf Höhe des Westhofener Kreuz gelang es der Polizei schließlich zu der Kolonne aufzuschließen. Mittlerweile mussten sich die Streifenwagen an rund 40 Autos vorbeimanövrieren, die sich notgedrungen hinter den Fahrzeugen eingereiht hatten. Als man ankam, waren aber etliche der zuvor auch von den Polizisten bereits beobachteten Fahrzeuge verschwunden.

Fahrer gab sich ahnungslos

Letztlich gelang es den Polizisten aber zumindest den Fahrer eines VW Golf, einen 22-jährigen Mann aus Essen, anzuhalten. Bei dem handelte es sich übrigens um einen Deutschen ohne jeglichen MIgrationshintergrund. Der Angehaltene gab sich ahnungslos: Er sei lediglich der Gast einer Hochzeit und verstehe nicht, warum die Polizei ihn gestoppt habe.

Die Polizisten stellten vor Ort den Führerschein des Mannes sicher. Die Ermittlungen, auch gegen weitere Fahrzeugführer wegen des gefährlichen Eingriffs in den Straßenverkehr, dauern an. Dieses Vergehen hat ein weitreichendes Strafmaß, das von Geldstrafen bis zu fünf Jahren Haftstrafe reichen kann.

„Zur Identität der weiteren Täter sind weitere Ermittlungen im Gange“, erklärte der Dortmunder Polizeisprecher Sven Schönberg am Sonntag auf Anfrage.

Polizei legt Flyer an Festsälen aus

Für die Polizei gehören dies Einsätze mittlerweile schon zu Routine. Immer wieder werden Konvois, die zumeist zu türkischen Hochzeitsfeiern fahren, von der Polizei gestoppt. In einigen Fällen wurden sogar Freudenschüsse in die Luft abgegeben. Oft, aber nicht immer, können die einzelnen Schuldigen von der Polizei ermittelt werden.

Um die Vergehen einzudämmen, legt die Polizei NRW deshalb seit vergangenem Monat sogar Flugblätter in Festsälen aus. In denen wird nicht nur darauf hingewiesen, was verboten ist, sondern auch auf die rechtlichen Folgen. Bereits im April hatte NRW-Innenminister Herbert Reul angeordnet, dass alle Vorfälle dieser Art im Ministerium gemeldet werden müssen. Anfang Juni, zum Ende des Fastenmonats Ramadan, soll er dann einen Aktionsplan an die Polizeidienststellen versandt haben. Zu dem gehört der Flyer, aber auch die Ankündigung zur Beweissicherung notfalls auch Hubschrauber einzusetzen.

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