Wieder glücklich vereint: das Ehepaar Gryschek mit Karo und Bonny. © Susanne Riese
Abschiedsbesuch

Happy End bei der Suche nach Hündin Karo: „Wir sind so dankbar“

Tage voller Sorge um ihre entlaufene Hündin Karo hatte das Ehepaar Gryschek in Schwerte verbracht. Jetzt reisten sie erneut an, um sich bei den Helfern für ihren Einsatz zu bedanken.

Zufall oder Schicksal hatten das Ehepaar Gryschek nach Schwerte geführt und dafür gesorgt, dass sie die kleine Stadt an der Ruhr wohl nie wieder vergessen werden. Hier verloren sie ihre Hündin Karo, hier suchten sie verzweifelt tagelang nach ihr und hier gab es schließlich ein Happy End.

Am Samstag (4. Dezember) reisten sie zum vorerst letzten Mal aus dem heimischen Brühl nach Schwerte. Diesmal allerdings legten sie die rund 85 Kilometer leichten Herzens zurück und mit dem einzigen Ziel, sich bei den vielen Helfern zu bedanken, allen voran bei der Hundesuchhilfe Schwerte und Umgebung.

Großer Dank an die Hundesuchhilfe Schwerte

Die Organisation hatte schnell und professionell alles Erdenkliche unternommen, um die entlaufene Hündin aufzuspüren und es wirklich geschafft, das verängstigte Tier einzufangen. „Ihnen haben wir es zu verdanken, dass Karo gefunden wurde.“

Das Drama hatte bei einem Zwischenstopp in Schwerte begonnen. Karl-Heinz Gryschek und seine Frau Anna Berghoff-Gryschek wollten ihren beiden Tibet-Terrier-Pudelmix-Damen wegen eines längeren Staus auf dem Weg nach Hause ein bisschen Auslauf verschaffen. Doch Karo erschreckte sich durch irgendetwas, riss sich aus ihrem Geschirr und rannte in Panik weg.

Nach fast drei Wochen konnte Ausreißerin Karo gefangen werden.
Nach fast drei Wochen konnte Ausreißerin Karo gefangen werden. © Susanne Riese © Susanne Riese

Die sofortige Suche nach ihr blieb erfolglos. Daraufhin campierten die Gryscheks eine Woche lang mit ihrem Wohnmobil auf dem Parkplatz des Gartencenters Augsburg, um weiter nach Karo zu suchen.

Hundesuchhilfe arbeitet schnell und erfahren

Mittlerweile hatten sie Unterstützung durch die erfahrenen Helferinnen der Hundesuchhilfe Schwerte und vieler anderer Menschen, die durch Flyer, Facebook-Einträge und Anschläge auf die entlaufene Pudelmix-Hündin aufmerksam geworden waren.

Sie alle setzten die Suche fort, als die Hundebesitzer ihre Station vor Ort aufgeben mussten, um wieder zu arbeiten. Sehr deprimiert seien sie damals mit Karos älterer Schwester Bonny nach Hause gefahren.

Das Schwerter Team gab nicht auf. Immer wieder wurden Sichtungen gemeldet, so dass die Tierretter gezielt leckere Brühe-Spuren zu Futterstellen ziehen konnten. Geduld war gefragt, und es gab einige Fehlschläge – leere Futternäpfe lockten Karl-Heinz Gryschek zwischendurch umsonst wieder nach Schwerte.

Sensor-Falle meldet jeden Fang an das Handy

Doch auch wenn immer wieder Füchse und Katzen die Näpfe plünderten, wie installierte Kameras zeigten, so hat auch die erschöpfte Karo den Weg zum ausgelegten Futter gefunden. Am Westhellweg schließlich ging sie in der Nacht vom 24. auf den 25. November in die mit einem Sensor ausgestattete Falle.

Sofort wurden die Ehrenamtlichen der Hundesuchhilfe benachrichtigt und konnten das erschöpfte Tier an sich nehmen. Bei den Gryscheks schellte das Handy.

Um halb fünf waren sie überglücklich auf der Autobahn Richtung Schwerte, um Karo abzuholen, unendlich dankbar für den Schutzengel, der ihre kleine Karo fast drei Wochen lang im fremden Straßen- und Baustellengewirr von B236 und A1 beschützt hat.

„Das ist eine unglaubliche Erfolgsgeschichte für die Hundesuchhilfe“, sagte Anna Berghoff-Gryschek. „Wir wollen uns bei allen bedanken, die angerufen und Sichtungen gemeldet haben, die die Suchmeldung verbreitet und mitgezittert haben.“

Ausdrücklich wollen sie auch dem Augsburg Gartencenter ihren Dank aussprechen für die Erlaubnis, mit ihrem Wohnmobil auf dem Parkplatz stehen zu dürfen – ganz in der Nähe des Ortes, an dem Karo verschwunden ist.

Die grau-weiße Ausreißerin, die in ihrer Not offenbar Fast-Food-Verpackungen gefressen hatte, wurde vom Tierarzt untersucht und hat sich inzwischen schon wieder gut erholt. Den Dankesbesuch in Schwerte verbrachte sie allerdings mit deutlich fester geschnalltem Hundegeschirr.

Über die Autorin
Redaktion Dortmund
Seit 2001 in der Redaktion Dortmund, mit Interesse für Menschen und ihre Geschichten und einem Faible für Kultur und Wissenschaft. Hat einen Magister in Kunstgeschichte und Germanistik und lebt in Dortmund.
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Susanne Riese

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